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Urabstimmung: Ende des Kita-Streits? Ende der Kita-Streiks!

Kita in Berlin (bei einer Brandschutzübung): Urabstimmung beendet Tarifkonflikt Zur Großansicht
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Kita in Berlin (bei einer Brandschutzübung): Urabstimmung beendet Tarifkonflikt

Eltern, die auf Kinderbetreuung angewiesen sind, können aufatmen. Im Kita-Konflikt hat es sich endgültig ausgestreikt. Erzieher und Sozialarbeiter stimmten der Einigung mit den Arbeitgebern zu. Gesamtkosten des Abschlusses: 315 Millionen Euro.

Bei Ver.di ist das Ergebnis der Abstimmung eher knapp ausgefallen: Nach Angaben der Gewerkschaft befürworteten lediglich 57,2 Prozent der Mitglieder die Ende September erzielte Einigung mit den kommunalen Arbeitgebern. Bei der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) votierten rund 72 Prozent der Mitglieder für die Annahme des Ergebnisses.

Der lange Tarifkonflikt bei den Kita-Erzieherinnen ist damit endgültig beendet. Die Tariferhöhung kann nun rückwirkend zum 1. Juli 2015 in Kraft treten.

"Mit der Urabstimmung sind erneute Streiks der Gewerkschaften, die Kinder und Eltern in der ersten Jahreshälfte schwer belastet haben, nun endgültig vom Tisch", sagte der Präsident der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA), Thomas Böhle. Die Arbeitgeber bezifferten die Gesamtkosten des Abschlusses auf 315 Millionen Euro.

Verbesserungen sind vor allem für jüngere Erzieherinnen und Sozialarbeiter vorgesehen, teilte Ver.di mit. Vollzeitbeschäftigte Erzieher bekommen zwischen 93 und 138 Euro mehr pro Monat. Sozialarbeiter erhalten nun zwischen 30 und 80 Euro monatlich mehr. Verhandelt wurde für rund 220.000 Erzieherinnen, Sozialarbeiter und -pädagogen, Kinderpfleger und Mitarbeiter der Behindertenhilfe.

Ein Streik der Kita-Erzieherinnen und -Erzieher hatte sich im Frühjahr über rund vier Wochen hingezogen. Ein Schlichterspruch war im Sommer von den Ver.di-Mitgliedern abgelehnt worden. Obwohl die Tarifkommission ihren Mitgliedern zuletzt empfohlen hatte, den ausgehandelten Kompromiss anzunehmen, blieb die Einigung zwischen der Gewerkschaft Ver.di und den Arbeitgebern umstritten.

bos/dpa

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insgesamt 8 Beiträge
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1. Peanuts gegen die Milliarden
rmuekno 29.10.2015
die unsinnig nur für unsere Bundeswehr verschleudert werden, von nicht funktionierenden Hubschraubern bis zum schräg schiessenden Gewehr. Von all der anderen Verschwendung ganz zu schweigen. Aber an der Zukunft unserer Kinder, sprich deren Betreuung und Ausbildung, spart man. UNGLAUBLICH
2. Es ist traurig und eine Schande...
kabayashi 29.10.2015
...daß Erzieher, die für die Entwicklung des wertvollsten Guts, das wir besitzen, so schlecht bezahlt werden und überhaupt streiken müssen. Das Gleiche gilt für Krankenpfleger/Krankenschwestern und Altenpfleger, von der Polizei mal ganz abgesehen. Was soll aus einer Gesellschaft werden, die die wichtigsten Berufsgruppen schlecht bezahlt und vernachlässigt?
3. 315 Millionen Euro
schmic79 29.10.2015
Auch wenn solche Vergleiche ja nicht erlaubt sind: .......... warum haben die für lächerliche 315 Millionen so lange rumgezickt und etlichen arbeitenden Eltern große Probleme beschert? Von Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaftsleistung rede ich schon gar nicht ....... diese 315 Mio sind im Vergleich zu den Milliarden für die Flüchtlinge doch Peanuts ..... und beide Dinge zahlt der Staat (und letzten Endes wir)...... und die Flüchtlingsleistungen werden zwangsläufig aufgebracht werden müssen, und zwar schnell. Da geht das dann. ...... aber bei den berechtigten Lohnerhöhungen in Kitas wird wochenlang geschachert .....
4.
Nordstadtbewohner 29.10.2015
Wenn ich mich richtig entsinne, standen bei den Streiks ziemlich hohe Forderungen im Raum. Zum Beispiel sollte in Kinderkrippen der Betreuungsschlüssel gesenkt und die Entlohnung angehoben werden. So hätte dann dort eine Erzieherin nur noch 3 Kinder betreuen müssen und wäre dann am Monatsende mit knapp 4000 Euro brutto nach Hause gegangen. Dass so etwas nicht umzusetzen ist, hätte Verdi und Co schon von Anfang an klar sein müssen. Ich denke, Verdi und die Erzieherinnen können dennoch mit dem Ergebnis zufrieden sein. In Anbetracht dessen, dass die Städte und Gemeinden momentan und in Zukunft finanziell anderweitig sehr stark belastet werden, ist die Entgelterhöhung ganz gut ausgefallen.
5. lächerlich...
Pius 29.10.2015
Alleine der neue Berliner Flughafen, der nicht fertig wird und trotzdem schon zu klein ist, kostet mehrere Millarden, dagegen sind die Millionen für die Erzieher ein Witz.
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