Bundesweiter Streik Kitas bleiben geschlossen

Die Erzieher stellen Eltern auf eine harte Probe: Auch in der kommenden Woche müssen sie sich wegen der Kita-Ausstände um eine alternative Betreuung ihrer Kleinsten kümmern. Ohne neues Angebot der Arbeitgeber werde weiter gestreikt, kündigte Ver.di an.

Bundesweiter Kita-Streik: Rund 150.000 Beschäftigte legten in der ersten Woche die Arbeit nieder
DPA

Bundesweiter Kita-Streik: Rund 150.000 Beschäftigte legten in der ersten Woche die Arbeit nieder


Der unbefristete Streik in Kindertagesstätten und anderen Einrichtungen der Sozial- und Erziehungsdienste wird fortgesetzt. Das teilte die Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di mit.

Ver.di-Chef Frank Bsirske forderte die kommunalen Arbeitgeber auf, ein verhandlungsfähiges Angebot vorzulegen. Dann könnte der bundesweite Arbeitskampf auch unverzüglich ausgesetzt werden, sagte Bsirske in Berlin.

Die betroffenen Eltern hätten nach wie vor großes Verständnis für die Arbeitsniederlegungen, sagte Bsirske. "Die Eltern wissen, dass die Berufe im Sozial- und Erziehungsdienst dringend nachhaltig aufgewertet werden müssen, denn eine qualifizierte Ausbildung und gute Arbeit kommt ihren Kindern zugute." Für betroffene Eltern hat Ver.di die kostenfreie Servicenummer 0800-8373415 eingerichtet.

Insgesamt legten laut Ver.di in der vergangenen Woche rund 150.000 Beschäftigte der kommunalen Sozial- und Erziehungsdienste die Arbeit nieder.

Die Gewerkschaften fordern eine höhere Eingruppierung der rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter, die laut Ver.di zu Einkommensverbesserungen von durchschnittlich zehn Prozent führen würde. Nach Darstellung des kommunalen Arbeitgeberverbands VKA ist das nicht bezahlbar.

Wo überall gestreikt wird

Auswahl laufender Tarifkonflikte, aufgelistet nach dem Sitz der Arbeitgeberseite

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Stand 13. Mai 2015. Quelle: SPIEGEL ONLINE

dpa/brk



insgesamt 26 Beiträge
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derwahredemokrat 15.05.2015
1. Prinzipiell eine gute Idee
Es ist richtig, dass die menschen für eine gerechte Bezahlung streiken. Leider ist es so, dass der einzige, der davon etwas haben wird, Rolli Schäuble sein wird. Mehr, als die Hälfte einer ggf. herausspringeneden Lohnerhöhung wird er einstreichen. Er, der von der Leistung vieler Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland fürstlich lebt und das Geld der Bürger mit vollen Händen für Merkels Machterhalt an banken und die EU verschiebt. Streik ja, der Gegner ist aber die Regierung, die dafür sorgt, dass sich Leistung im Land nicht mehr lohnt.
Ökonomischer Hellseher 15.05.2015
2. Unter welcher Krankheit leiden Sie denn?
Zitat von derwahredemokratEs ist richtig, dass die menschen für eine gerechte Bezahlung streiken. Leider ist es so, dass der einzige, der davon etwas haben wird, Rolli Schäuble sein wird. Mehr, als die Hälfte einer ggf. herausspringeneden Lohnerhöhung wird er einstreichen. Er, der von der Leistung vieler Millionen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern in Deutschland fürstlich lebt und das Geld der Bürger mit vollen Händen für Merkels Machterhalt an banken und die EU verschiebt. Streik ja, der Gegner ist aber die Regierung, die dafür sorgt, dass sich Leistung im Land nicht mehr lohnt.
es ist normal, wenn einer einhöheres einkommen hat mehr Steuern zahlen muss. Seit wann haben denn Erzieher ein Einkommen von mehr als T€ 60? Der Steuersatz dürfte selbst bei einem Single deutlich darunter liegen. Mal davon abgesehen, ist das Ministergehalt gar nicht so hoch, schon gar nicht fürstlich. Da wird in der freien Wirtschaft in vergleichbaren Positionen deutlich mehr verdient. An welche Banken verschiebt den Schäuble das Geld? Ich wüßte von keiner. Alles nur dümmliches Sozialistengewäsch, nur billige Phrasen. Leider.
gumbofroehn 15.05.2015
3. Die Einschätzung von Herrn Bsirske ...
... die Eltern hätten großes Verständnis für die Arbeitsniederlegungen, kann ich aus der Stichprobe der Elternschaft unseres Kindergartens heraus nicht bestätigen. Wir sind vielmehr stinksauer, dass wir hier für einen Konflikt in Haftung genommen werden, der nicht der Unsere ist. Nebenbei sind die Argumente, die Verdi vorbringt, hanebüchen: Von der bloßen Aufwertung bestehender Kräfte wird die Qualität der Ausbildung (ist immer noch die Gleiche) und der Arbeit um keinen Deut besser. Das Geld wäre in einer Verbesserung der Personalschlüssel wirklich besser investiert. Insofern hoffen wir klammheimlich, dass die kommunalen Arbeitgeber hart bleiben. Ein wirkliches Druckmittel gegenüber den Kommunen ist ja auch nicht vorhanden: Jeder Schließtag spart einen Haufen Personalkosten, während die Elternbeiträge weiterlaufen. Ich vermute, die betreffenden Stadtkämmerer können ihr Glück kaum fassen. Und auch die größte Streikkasse ist irgendwann leer.
verständnislose Muttter 15.05.2015
4. Fragt doch mal die Eltern
Die wenigstens haben Verstaendnis für den Streik. Zumal sich durch den Streik auch rein gar nichts zum Positiven für die Kinder ändern wird.
dani7830 16.05.2015
5. Streiks sollen
eine Wirkung haben um etwas zu erreichen. klar trifft es die Eltern wem sonnst. in einer Demokratie muss man damit umgehen können. schließlich schreien wir auch danach und das ist auch gut so.
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