Tarifstreit über Erzieher Keine Einigung - und vorerst keine Kita-Streiks

Arbeitgeber und Gewerkschaften sind im Kita-Tarifstreit an den Verhandlungstisch zurückgekehrt. Eine Einigung ist jedoch nicht in Sicht. Die Gespräche sollen Anfang Oktober fortgesetzt werden

Vertreter der Verhandlungskommission im Kita-Tarifstreit: Neue Gespräche im Oktober
DPA

Vertreter der Verhandlungskommission im Kita-Tarifstreit: Neue Gespräche im Oktober


Die Fronten waren schon vor dem Gespräch verhärtet: Ver.di fordert ein verbessertes Angebot für Erzieher und Sozialarbeiter, die Arbeitgeber lehnen dies vehement ab. Auch bei der Rückkehr an den Verhandlungstisch sind die Parteien nun von ihren Positionen nicht abgerückt - und ohne Einigung auseinandergegangen. Die Gespräche sollen Anfang Oktober fortgesetzt werden.

Sollte es keine Verbesserung der Schlichtungsempfehlung geben, droht Ver.di mit Streiks. Bis zu neuen Arbeitsniederlegungen könnte es jedoch noch einige Zeit dauern. Bsirske hatte gesagt, dass die Erzieher und Sozialarbeiter vor Ende der Sommerferien in Bayern und Baden-Württemberg nicht die Arbeit niederlegen würden. In den beiden Bundesländern beginnt Mitte September wieder die Schule.

Auch die Eingewöhnungszeit für Kinder in den Kitas wird laut Bsirske werde bei den Beratungen über einen Arbeitskampf eine Rolle spielen. Es sei daher davon auszugehen, dass es erst Anfang Oktober zu Streiks komme, wenn dies notwendig sei.

Die Arbeitgeber gaben am Donnerstag den Gewerkschaften die Schuld an dem ungelösten Tarifkonflikt. "Die Einigungsempfehlung der Schlichter ist ein austarierter Kompromiss. Die Grenzen dieses Kompromisses können nicht verschoben werden", teilte Böhle mit. Die Gewerkschaften seien aktuell nicht zu einer Einigung bereit.

Seit Monaten kämpfen Erzieher und Sozialarbeiter für mehr Geld. Ein Schlichterspruch sollte die Einigung bringen. Doch erst sagte die Ver.di-Basis Nein, dann lehnte die Dienstleistungsgewerkschaft den Vorschlag der Schlichter offiziell ab.

brk/dpa

insgesamt 53 Beiträge
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Europa! 13.08.2015
1. Na, toll!
Die Kitas sind vom Streik bedroht. Die Kommunen haben (aus den bekannten Gründen) kein Geld, und die Eltern sind verzweifelt. Vielleicht ist das Betreuungsgeld ja doch keine so schlechte Idee. Mit dem Geld könnte man eine private Betreuung organisieren, statt auf die überforderten Kommunen angewiesen zu sein.
pb-sonntag 13.08.2015
2.
Mal ehrlich: soetwas gab es in der DDR nicht. Da wurde für die arbeitende Bevölkerung gesorgt. Ja, ja, ich hören schon wieder Überwachungsstaat, Stasi u.a. Das gab es auch (nebenbei, heute in der BRD nichts anderes), aber eben auch Krippen- und Kindergartenplätze.
omop 13.08.2015
3. Es reicht..
der Rückhalt in der Gesellschaft schwindet schon jetzt rapide. Jeder sollte sich fragen ob man sein Kind von Leuten betreuen lassen möchte, die nicht das Kindeswohl,sondern egoistische Eigeninteressen in den Vordergrund stellen. Anstatt für mehr Personal zu demonstrieren, geht es wieder mal nur um die Kohle.
Furchensumpf 13.08.2015
4. @1
Na dann finden Sie mal für die gleichen Kosten eine private Betreuung, welche genau die gleichen Dinge bietet...jaja, ich weiß, basteln kann jeder...
Furchensumpf 13.08.2015
5. #3
Jeder sollte sich aber auch fragen, ob seine Kinder, wenn diese irgendwann mal ebenfalls Kinder haben, noch eine vernünfte Betreuung finden werden. So wie es jetzt abläuft wird sich in Zukunft deutlich weniger für diesen Beruf entscheiden. Die Auswirkungen werden aber erst in ein paar Jahren feststellen. Und woran machen Sie es fest das der Rückhalt sinkt? In unserer Kita ist er nach wie vor sehr groß...
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