Tarifstreit Schlichterspruch abgelehnt - vorerst keine Kita-Streiks

Arbeitgeber und Gewerkschaften haben sich nicht auf eine Tarifeinigung im Kita-Streit verständigen können - auch nicht nach dem Schlichterspruch. Streiks soll es vorerst aber nicht geben, dafür neue Verhandlungen im August.

Während der Mitgliederbefragung soll es keine Streiks geben
DPA

Während der Mitgliederbefragung soll es keine Streiks geben


Im Kita-Tarifkonflikt haben sich Gewerkschaften und kommunale Arbeitgeber nicht auf eine Übernahme des Schlichterspruchs einigen können. Nach einer Mitgliederbefragung bei Ver.di sollen die Verhandlungen am 13. August wieder aufgenommen werden, teilte die Gewerkschaft mit. Währenddessen solle nicht zu weiteren Streiks an kommunalen Kindertagesstätten aufgerufen werden, kündigte Ver.di-Chef Frank Bsirske an.

Die Schlichter hatten Gehaltserhöhungen je nach Berufsgruppe von 2 bis 4,5 Prozent vorgeschlagen. Eine "echte Aufwertung" der Berufe sehe der Entwurf nicht vor, sagte ein Ver.di-Sprecher.

Der frühere sächsische Ministerpräsident Georg Milbradt (CDU) und der einstige Hannoveraner Oberbürgermeister Herbert Schmalstieg (SPD) waren als Schlichter angetreten. Sie verhandelten gemeinsam mit je zehn Vertretern von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite. Ihr Schlichterspruch sei von den Delegierten "überwiegend sehr kritisch" gesehen worden, sagte Ver.di-Chef Bsirske. Es habe aber unterschiedliche Bewertungen darüber gegeben, ob die Empfehlung hingenommen oder abgelehnt werden sollte.

Die Mitgliederbefragung soll laut Bsirske in den kommenden fünf Wochen stattfinden. Mitte August wollen Gewerkschaften und Arbeitgeber dann die Verhandlungen wieder aufnehmen. Ein Ergebnis könne lauten, dass die Mitglieder den Schlichterspruch annehmen, dass sie ihn ablehnen oder dass die Streiks fortgesetzt werden.

Auch die Verhandlungskommission des Beamtenbunds dbb kündigte eine Mitgliederbefragung an. "Bevor wir in die abschließenden Gespräche gehen, wollen wir aber ein detailliertes Stimmungsbild aus unserer Mitgliedschaft", sagte dbb-Verhandlungsführer Andreas Hemsing.

brk/dpa/AFP

insgesamt 77 Beiträge
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U. Sielaff 25.06.2015
1. Richtig so.
Dieser "Schlichterspruch" war doch ein Witz. Es geht schließlich nicht um eine normale tarifliche Erhöhung sondern um eine generelle Aufwertung dieser so wichtigen Arbeit. Ich wünsche den Erziehern einen langen Atem.
winkler00 25.06.2015
2. typisch deutsch
Erst gross auf die Pauke hauen und dann wäre das. Wenn der Schlichter nicht erfolgreich, dann erst einmal weiter drohen. Von einem unbefristeten Streik ist nicht mehr viel zu sehen. Nun hofft man erst einmal auf ein Wunder im August. Konsequent sieht anders aus. Aber dass gilt auch für andere Gewerkschaften wie GDL und Cokpit. Aber die Zeit wird schon richten.
Senf-Dazugeberin 25.06.2015
3. Eingewöhnung
Na hoffentlich werden die neu hinzugekommenen Eingewöhnungs-Kinder im August dann nicht direkt wieder durch Streiks total verunsichert!
GrinderFX 25.06.2015
4.
Zitat von U. SielaffDieser "Schlichterspruch" war doch ein Witz. Es geht schließlich nicht um eine normale tarifliche Erhöhung sondern um eine generelle Aufwertung dieser so wichtigen Arbeit. Ich wünsche den Erziehern einen langen Atem.
Ich würde mich eher Fragen ob die geforderten Erhöhungen gerechtfertigt sind, wenn selbst der Schlichter diese nicht als berechtigt ansieht.
malhinterfragt 25.06.2015
5. Super!
Die ErzieherInnen etc dürfen sich diese Farce nicht gefallen lassen! Wer war eigentlich so dumm bei denen, zwei Ex-Vertreter der öffentlichen Hand als "neutrale" Schlichter zu nehmen?? Das konnte ja nur schiefgehen...
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