Ärger über Kita-Streik Wütende Eltern stürmen Mainzer Rathaus

Der Tarifstreit der Erzieher in Kindertagesstätten bringt Eltern auf die Barrikaden: Rund 200 von ihnen stürmten mit ihren Kindern das Mainzer Rathaus und forderten eine Erstattung ihrer Betreuungskosten. Ein Ende des Streiks ist indes nicht in Sicht.

Warnstreik in Düsseldorf: Kitas bleiben bis nach Pfingsten zu
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Warnstreik in Düsseldorf: Kitas bleiben bis nach Pfingsten zu


Seit dem 8. Mai streiken die Erzieherinnen und Erzieher öffentlicher Kindertagesstätten - nun ist einigen Eltern der Geduldsfaden gerissen: In Mainz stürmten rund 200 Eltern und Kinder die Sitzung des Stadtrats. Die Initiatoren der Aktion, zu der Elternausschüsse mehrerer Kitas aufgerufen hatten, verlangten von der Stadt die Erstattung von Kosten der alternativen Kinderbetreuung.

Laut SWR machten die Protestierenden so großen Lärm, dass sie vom Sicherheitsdienst nach draußen gebracht werden mussten. Auch in Lübeck versammelten sich 75 Eltern und Kinder auf dem Markt, um dort vor das Rathaus zu ziehen. Seit fast zwei Wochen schon müssen Eltern sich um alternative Betreuungsmöglichkeiten für ihre Kinder kümmern.

Und ein Ende der Arbeitsniederlegung ist noch nicht in Sicht: Der unbefristete Streik soll mindestens über Pfingsten hinaus fortgesetzt werden. Das beschlossen rund 330 Delegierte aus bestreikten Kitas, teilte die Gewerkschaft Ver.di mit.

Ver.di-Chef Frank Bsirske warf der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) vor, "den Streik auf dem Rücken von Eltern und Kindern auszusitzen". Die VKA habe keine Anstalten unternommen, ihre für den 28. Mai geplante Mitgliederkonferenz vorzuziehen, um über eine Aufwertung der Sozial- und Erziehungsberufe zu beraten und damit den Weg für eine Lösung im Tarifkonflikt zu bereiten.

Ver.di fordert für die bundesweit rund 240.000 Erzieher und Sozialarbeiter eine höhere Gehaltsstufengruppe, sodass sich die Einkommen nach Darstellung der Gewerkschaft im Durchschnitt um zehn Prozent erhöhen würden.

Die Arbeitgeber dagegen rechnen vor, dass die Forderungen teilweise auf Einkommenssteigerungen von bis zu 21 Prozent hinausliefen. "Die Gewerkschaften sollten die Dauerbelastung für Kinder und Eltern schnellstmöglich einstellen und endlich Tarifverhandlungen führen", forderte VKA-Hauptgeschäftsführer Manfred Hoffmann.

kpa/Reuters/dpa



insgesamt 149 Beiträge
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emmisa 20.05.2015
1. Hoffentlich werden noch viele Rathäuser gestürmt
Keine Leistung, kein Geld, dann ist es schlecht mit dem Aussitzen. Möge viel Lärm in die Amtsstuben kommen.
NicksAlleVergeben 20.05.2015
2. 10% oder 20%
ist beides, aus meiner Arbeitnehmersicht, sehr viel an Forderung. Da ich mit meinen Steuergeldern dieses zu zahlen habe und von solchen Einnahmenssprüngen nur träumen darf (viele sind nicht mehr gewerkschaftlich organisiert), sage ich schlicht Nein zu den Forderungen und hoffe, dass die Kommunen standhaft bleiben. Lohnsprünge für ALLE Trillerpfeifen von 10% (auch für die faulen Eier...) sind ein Hohn für jeden Arbeitnehmer, der sich sein Lohnplus in direkten vis-á-vis-Verhandlungen rausholen muss. 5-7% Erhöhung wären zu erklären, bei 10% hört zumindest mein Verständnis auf.
garfield 20.05.2015
3.
Na, dann sollte man aber schnell auch bei diesem Streik einen - wie lauten die Attribute - Selbstverliebten, Egomanen und Geiselnehmer ausmachen, damit das Böse personalisiert ist und sich die Medien schon mal auf ein eindeutiges Ziel einschießen können. Ich hätte da noch eine Idee für das "Tarifeinheitsgesetz": Es darf immer nur EINE Gewerkschaft streiken. Am besten einen Jahresplan aufstellen, wo sich die Gewerkschaften rechtzeitig eintragen müssen.
schwungfeder 20.05.2015
4. Ich will mein Geld zurück...
Es klingt leider so (und das kann ich falsch verstanden haben), dass die Eltern zuerst nur sich sehen und ihr Geld wieder wollen. Unterstützen die Eltern nicht die Erzieher ihrer Kinder und wollen, dass diese besser bezahlt werden? Ich fände es besser, wenn alle an einem Strang ziehen. Die Arbeit in den Kitas ist enorm wichtig und sollte entsprechend vergütet werden.
gumbofroehn 20.05.2015
5. Auch wenn der Kitstreik uns Eltern sehr belastet ...
... sich bereitwillig zur Handpuppe von Verdi machen zu lassen, ist einfach nur noch peinlich.
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