Kitas, Müllabfuhr, Kliniken Ver.di kündigt bundesweite Warnstreiks an

Die Beschäftigten des öffentlichen Diensts wollen mindestens 200 Euro mehr Gehalt pro Monat. Um Druck zu machen, bestreikt die Gewerkschaft Ver.di Mitte April Kitas, Krankenhäuser und die Müllabfuhr.

Warnstreik in Baden-Württemberg (Archiv)
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Warnstreik in Baden-Württemberg (Archiv)


Kurz vor einer neuen Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst müssen sich die Bürger wieder auf bundesweite Warnstreiks einstellen. Nach einer Osterpause seien Arbeitsniederlegungen insbesondere zwischen dem 9. und 13. April geplant, kündigte der Chef der Gewerkschaft Ver.di Frank Bsirske an.

"Gehen Sie davon aus, dass die Mobilisierung breit ist und auch flächendeckend", sagte er. "Das schließt den Kitabereich ebenso ein wie die Abfallentsorgung und die Flughäfen ebenso wie die Krankenhäuser."

Im Tarifstreit für die 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen seien die beiden bisherigen Verhandlungsrunden "komplett ergebnislos" geblieben. Jetzt sei es Zeit, vor der nächsten Verhandlungsrunde am 15. und 16. April ein deutliches Zeichen zu setzen. "Die dritte Runde muss die Runde sein, wo die Blockadesituation aufgelöst wird und wir zu einem tragfähigen Ergebnis gelangen", sagte Bsirske.

Ver.di fordert unter anderem sechs Prozent mehr Geld, mindestens aber 200 Euro mehr im Monat. Außerdem sollen die Ausbildungsentgelte um 100 Euro pro Monat steigen.

beb/dpa



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heinrichhaine 28.03.2018
1. finde ich gut
Da man sich auf unsere Studenten schon seit Jahren nicht mehr verlassen kann, die sich nur für die Höhe ihres Bafögs und für das Erasmus-Programm interessieren, statt sich sich für gesamtgesellschaftliche Notwendigkeiten zu engagieren, müssen das eben die Gewerkschaften in die Hand nehmen.
Klaus.Freitag 28.03.2018
2. Zumutung
Streiks im öffentlichen Dienst sind genau so wie bei der Bahn eine Zumutung. Die Arbeitgeber sollen sich bewegen und den Forderungen von Verdi, die nicht überzogen sind, nachkommen. Allerdings kalkulieren die Kämmerer die Einsparungen während eines Streiks natürlich schon ein. Diese Absurdität müssen die Bürgerinnen und Bürger, die auf öffentliche Dienstleistungen angewiesen sind, ausbaden.
HevoHo 28.03.2018
3. Lieber HeinrichHaine
Da Sie sich, auch wenn sich mir der heutige Zusammenhang nur bedingt erschließt, direkt auf "unsere Studenten" beziehen: 1. "die sich nur für die Höhe ihres Bafögs (...) interessieren": 85% der Studenten erhalten weder Bafög noch jedwede andere staatliche Unterstütztung, im Gegensatz zu z.B. Arbeitslosen und generell allen anderen Erwerbslosen werden diese also völlig allein gelassen. Davon abgesehen ist Bafög wesentlich niedriger als Hartz4, oftmals weniger als die Hälfte des Regelsatzes wenn man die Mietkosten bedenkt (auch nett: da Hartz4 das Existenzminimum eines Menschen sein soll schließe ich daraus, das Studenten wohl keine Menschen sind?!). 2. "statt sich sich für gesamtgesellschaftliche Notwendigkeiten zu engagieren": Prüfungen dürfen, natürlich je nach Prüfungsordnung unterschiedlich, genau ein einziges mal wiederholt werden. Beim zweiten Fehlversuch wird/wurde man exmatrikuliert und für einen erneutes Studium (selbes "Fach") bundesweit gesperrt. Würden Sie bei diesen Rahmenbedingungen lieber auf die Prüfung lernen oder sich "für gesamtgesellschaftliche Notwendigkeiten (...) engagieren"? Aber natürlich, lieber erstmal auf eine Bevölkerungsgruppe (zu der ich übrigens nicht gehöre) schimpfen...
muunoy 28.03.2018
4. Verdi's Strategie, die Kunden zu bestreiken, ist nicht zielführend
Zitat von Klaus.FreitagStreiks im öffentlichen Dienst sind genau so wie bei der Bahn eine Zumutung. Die Arbeitgeber sollen sich bewegen und den Forderungen von Verdi, die nicht überzogen sind, nachkommen. Allerdings kalkulieren die Kämmerer die Einsparungen während eines Streiks natürlich schon ein. Diese Absurdität müssen die Bürgerinnen und Bürger, die auf öffentliche Dienstleistungen angewiesen sind, ausbaden.
Und ich frage mich, wer eigentlich noch in einer so bescheuerten Gewerkschaft Mitglied ist. Immer wenn Verdi mal wieder Radau macht, werden die Kunden bestreikt. Was soll der Blödsinn? Die Kunden des ÖD sitzen doch gar nicht mit am Verhandlungstisch. Diejenigen, die am Verhandlungstisch sitzen, freuen sich doch auch noch über die Streiks. Beim letzten Mal gab es nur in wenigen Städten Kita-Gebühren zurück. Müllgebühren habe ich noch nie zurück erhalten, wenn Verdi mal wider den ÖD in Misskredit bringt. Vermutlich sind auch die Verhandlungsergebnisse von Verdi so schlecht. Es gibt Gewerkschaften, die da deutlich eleganter agieren. In der Folge verdienen die Arbeitnehmer in solchen Branchen auch mehr. Aber offensichtlich haben die Angestellten im ÖD schon viel zu viel. Würde Verdi die Verhandlungspartner wirklich unter Druck setzen wollen, so würde man die bestreiken und nicht die Kunden. Beispielsweise könnte man Finanz- und Ordnungsämter bestreiken. Und nein, da sitzen nicht nur Beamte. Auch Stadtverwaltungen wären nicht schlecht. Sprich, die Kita bleibt auf, der Müll wird abgeholt, aber die Gebühren werden nicht eingezogen. Das würde richtig Druck auf die Arbeitgeber ausüben und der ÖD hätte nicht ein so schlechtes Image beim Rest der Bevölkerung.
muunoy 28.03.2018
5. Was hat das mit BAFöG zu tun?
Zitat von HevoHoDa Sie sich, auch wenn sich mir der heutige Zusammenhang nur bedingt erschließt, direkt auf "unsere Studenten" beziehen: 1. "die sich nur für die Höhe ihres Bafögs (...) interessieren": 85% der Studenten erhalten weder Bafög noch jedwede andere staatliche Unterstütztung, im Gegensatz zu z.B. Arbeitslosen und generell allen anderen Erwerbslosen werden diese also völlig allein gelassen. Davon abgesehen ist Bafög wesentlich niedriger als Hartz4, oftmals weniger als die Hälfte des Regelsatzes wenn man die Mietkosten bedenkt (auch nett: da Hartz4 das Existenzminimum eines Menschen sein soll schließe ich daraus, das Studenten wohl keine Menschen sind?!). 2. "statt sich sich für gesamtgesellschaftliche Notwendigkeiten zu engagieren": Prüfungen dürfen, natürlich je nach Prüfungsordnung unterschiedlich, genau ein einziges mal wiederholt werden. Beim zweiten Fehlversuch wird/wurde man exmatrikuliert und für einen erneutes Studium (selbes "Fach") bundesweit gesperrt. Würden Sie bei diesen Rahmenbedingungen lieber auf die Prüfung lernen oder sich "für gesamtgesellschaftliche Notwendigkeiten (...) engagieren"? Aber natürlich, lieber erstmal auf eine Bevölkerungsgruppe (zu der ich übrigens nicht gehöre) schimpfen...
Auch ich frage mich, was das alles mit BAföG zu tun hat. Ich weiß aber auch nicht wie die Regelung heute ist. Ich habe als Student BAföG erhalten. Nicht den Höchstsatz. Selbstverständlich reichte das nicht. Um mein Studium zu finanzieren war ich deshalb vorher 2 Jahre beim Bund und habe neben dem Studium teilweise noch was nebenher verdient. Das funktioniert mit Arbeit recht gut. BAföG mit Sozialleistungen zu vergleichen, finde ich auch reichlich kurios. Ich musste jedenfalls mein BAföG zurück zahlen. O. k., nicht komplett. Ich bekam einen ziemlich fetten Bonus, weil ich schnell studiert habe und meine BAföG-Schulden auf einen Schlag zurück gezahlt habe. Ist BAföG heutzutage ein Geschenk anstelle eines zinslosen Darlehens?
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