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Klamme Institute: EZB hilft Banken mit Sorglos-Krediten

Kurz vor Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse hat die Europäische Zentralbank den klammen Kreditinstituten Unterstützung zugesagt. Drei Jahre lang können sie sich von der Notenbank unbegrenzt frisches Geld leihen. Der Dax reagiert mit einer Achterbahnfahrt.

EZB-Chef Mario Draghi: Frisches Geld für die Banken Zur Großansicht
DPA

EZB-Chef Mario Draghi: Frisches Geld für die Banken

Frankfurt am Main - Die Europäische Zentralbank stellt sich auf eine lange Krise in Europa ein. Mit zwei wichtigen Entscheidungen wollen die Währungshüter gegensteuern:

  • Erstens senken sie den Leitzins auf das Rekordtief von 1,0 Prozent. Damit ist Geld in Europa wieder so billig wie zum bisherigen Höhepunkt der Krise Anfang 2009.
  • Zweitens gewährt die Notenbank klammen europäischen Kreditinstituten über einen extrem langen Zeitraum hinweg günstige Kredite.

So können sich Geschäftsbanken künftig für die Dauer von drei Jahren frisches Geld in unbegrenzter Höhe von der Notenbank leihen. Bislang sind solche Geschäfte nur über ein Jahr hinweg möglich, was bereits außergewöhnlich lang ist. Für die Kredite soll es einen festen Zinssatz geben, der sich am Leitzins der EZB orientiert. "Das soll die Funktionsfähigkeit des Geldmarkts erhalten", sagte EZB-Chef Mario Draghi.

Zudem gelten künftig weniger strenge Kriterien für Sicherheiten, die die Banken bei der EZB hinterlegen müssen. So können mehr Kredite gewährt werden. Mit solchen Maßnahmen will die EZB verhindern, dass der Geldmarkt austrocknet und damit letztlich auch bei Unternehmen und Verbrauchern weniger Kredite ankommen. Die Banken leiden unter der Schuldenkrise, weil sie milliardenschwere Anleihen von Krisenstaaten in ihren Bilanzen haben. Sie vertrauen sich deshalb gegenseitig nicht mehr und leihen sich untereinander kaum Geld. Sie fürchten, im Falle einer Pleite auf ihren Forderungen sitzenzubleiben.

Nicht nur kurzfristige Kredite, auch langfristiges Kapital ist knapp. Weil Investoren an der Stabilität der Institute zweifeln, gewähren auch sie den Banken keine Geldspritzen. Zugleich verlangt die Europäische Bankenaufsicht EBA aber ein höheres Eigenkapital von den Banken, was diese zusätzlich in Kapitalnot bringt. Mit Spannung werden deshalb die Ergebnisse des Blitz-Stresstests an diesem Donnerstagabend erwartet.

EZB hält Rezession für möglich

Dass die EZB zum zweiten Mal in Folge den Leitzins senkt, hängt auch mit ihrer negativen Konjunkturprognose zusammen. Der Leitzins legt den Zinssatz fest, zu dem sich Geschäftsbanken bei einer Zentralbank Geld beschaffen können. Je niedriger er ist, desto leichter können Kredite vergeben werden. Auf diese Weise sollen Unternehmen zu Investitionen angeregt und die Wirtschaft angekurbelt werden.

Nach Einschätzung der Notenbank steuert die Euro-Zone im kommenden Jahr auf eine Stagnation zu. Selbst eine Rezession schließt die EZB inzwischen nicht mehr aus. Die Konjunkturaussichten hätten sich infolge der Unsicherheiten durch die Staatsschuldenkrise deutlich eingetrübt, sagte Notenbank-Chef Draghi.

Die EZB rechnet für 2012 nur noch mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,3 Prozent. Im September war sie noch von einem Plus von 1,3 Prozent ausgegangen. Für das laufende Jahr rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 1,6 Prozent. Laut der Prognose dürfte die Konjunktur dann 2013 wieder anziehen, die EZB rechnet dann mit einem Wachstum von 1,3 Prozent.

Die Inflation wird nach Draghis Prognose in den kommenden Monaten bei etwa zwei Prozent verharren. Im kommenden Jahr dürfte der Preisdruck auch wegen der schwachen Konjunktur nachlassen, sagte Draghi. Die EZB erwartet für 2012 eine Inflationsrate von zwei Prozent. Bis zu dieser Marke spricht die Notenbank von stabilen Preisen.

Trotz ihrer Sorgen wegen der Schuldenkrise wollen die Währungshüter keine Zusage für einen quasi unbegrenzten Kauf von Staatsanleihen machen. "Das Programm läuft weder ewig noch ist es unbegrenzt", sagte Draghi. Bisher hat die EZB Anleihen von Krisenstaaten wie Griechenland, Portugal und Italien mit einem Volumen von 207 Milliarden Euro gekauft. Weil die Notenbank damit Staatsschulden finanziert und so ihre Unabhängigkeit aufs Spiel setzt, ist dieser Kurs sehr umstritten. Draghis Vorgänger Jean-Claude Trichet war für diesen Tabubruch massiv kritisiert worden.

An der Börse herrschte angesichts der EZB-Entscheidungen und vor dem EU-Gipfel große Nervosität. Der Dax Chart zeigen legte eine Achterbahnfahrt hin. Zum Handelsende schloss der Leitindex mit minus zwei Prozent bei 5874 Punkten. "Der Markt ist extrem nervös, weil es auf den erwarteten Showdown rausläuft - wie auch immer dieser ausfallen wird", sagte ein Händler. Am Donnerstag und Freitag wollen die Staats- und Regierungschefs der EU bei ihrem Gipfel in Brüssel unter anderem strengere Haushaltsregeln beschließen.

mmq/Reuters/dpa

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insgesamt 61 Beiträge
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    Seite 1    
1. Banken = Sozialhilfeadel II …
wika 08.12.2011
… ich denke so darf man das betrachten und wenn man sich die Marge betrachtet für welche sich die Banken das Geld von den Zentralbanken machen lassen um es am Ende den Machern (den Staaten) mit den gerade hochgerateten Zinsen verleihen, da möchte ich mich erdreisten hier von einer Art „Bedingungsloses Grundeinkommen“ für Banken zu reden. Vielleicht reicht ja die Einkommenssteigerung sogar dazu, dass sie ihre Eigenkapitalpolster jetzt aus den Zinseinnahmen soweit aufstocken können, dass die übrigen Rettungspakete ein wenig zurückgefahren werden können. Einfach genial wie schnell in den letzten Jahren der Sozialismus, diesmal nur ausschließlich für die Banken, neu erfunden wurde. Man kann diese Tatsache gar nicht hoch genug loben, weil statistisch gemittelt alle Menschen damit stark gewinnen. Dass die 99:1 Verteilung dieses Bild ein wenig trübt sollten wir hinter der Statistik verbergen können. Um aber mal ein klein wenig sozialistisch zu bleiben folgen wir mal einem (virtuellen) Ansatz der Agentur für Arbeit: BfA will Banken-Gründungswelle in Deutschland (http://qpress.de/2011/09/17/bfa-will-banken-grundungswelle-in-deutschland/) … sehr interessant. Wenn wir also dieses kaputte System erhalten wollten, aber tatsächlich eine gerechtere Verteilung dabei zu realisieren gedächten, dann wäre es sinnvoll alle Hartz IV Beziehr jetzt eine bank gründen zu lassen. Die Vorzüge können sie in dem verlinkten Artikel studieren. Kurz zusammengefasst … wir hätten keine Bedürftigen mehr im Lande und der Staat würde völlig schuldenfrei im Geld ersaufen. Leider scheitert dieses generöse Konzept immer wieder an den Banken, die hier echte Konkurrenz wittern und alle Lobbyisten nach Berlin gejagt haben um die Regierung von der Ungerechtigkeit einer solchen Lösung zu überzeugen … wie es scheint bis heute mit Erfolg … (°!°)
2. das ist ja eine tolle Nachricht
katerramus 08.12.2011
Zitat von sysopKurz vor Bekanntgabe der Stresstest-Ergebnisse hat die Europäische Zentralbank den klammen Kreditinstituten Unterstützung zugesagt. Drei Jahre lang können sie sich von der Notenbank unbegrenzt frisches Geld leihen.*Der Dax reagiert mit einer Achterbahnfahrt. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,802536,00.html
Erst b ekommen alle Banken Dollars, soviel sie wollen, dann bekommen sie langfristige fast geschenkte Gelder in unbegrenzter Höhe, dann will die dt. Bundesregierung den Bankenfonds SOFFIN wiederbeleben, um die "armen" Banken zu retten- ja, gehts noch? Wofür sollen dann unsere noch demokratischen Strukturen verschenkt werden ? Damit die Banken, wie jetzt schon, unanständig hohe Zinsen kassieren und sicher sind, dass im Zweifel die EZB ihen die Staatsanleihen zum vollen Preis abnimmt............ Das ganze System ist krank !
3. Schulden
chiffer 08.12.2011
Die jenigen die die ganze Zeit von Schuldenkrise reden, machen jetzt natürlich noch mehr davon. Last endlich die Luft aus diesen Finanzblasen und gut ist es. Das ist längstens seit 2003 nötig, der Markt hätte es schon lange getan, hätte man ihn gelassen. Mit der Realwirtschaft haben die nur insofern Zutun, Alls daß sie diese mit nach unten ziehen.
4. das kommt davon...
derlabbecker 08.12.2011
... wenn ein Italiener EZB Chef wird. Er macht da weiter wo er in Italien in aufgehört hatte... Leben auf Pump zu finanzieren.
5. "Der Druck auf die europäischen Staatenlenker vor dem EU-Gipfel ...
biwak 08.12.2011
ist enorm" Zitat Der auf die Verfasser dieses Beitrags scheinbar auch. Das grenzt schon an H.Schmidt`sche Realitätsverweigerung a la: Krise ist nur Geschwätz.
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Wie Notenbanken funktionieren
Woher nehmen Notenbanken das ganze Geld?
Für die Milliardensummen, die die Europäische Zentralbank (EZB) und die US-amerikanische Federal Reserve Bank (Fed) im Verlauf der Finanzkrise den Banken zur Verfügung stellten, müssen die Notenbanken nicht die Notenpresse anwerfen und Geldscheine drucken. Die Beträge werden lediglich auf den Konten der Geschäftsbanken gutgeschrieben, die bei den Notenbanken geführt werden. Gegen Wertpapiere als Sicherheiten leiht die EZB oder Fed Geld aus. Nach einer bestimmten Frist zahlen die Banken die Summe inklusive Zins zurück.
Können sie pleitegehen?
Technisch nein. Die EZB hat im Euro-Raum das Monopol über das Zentralbankgeld und kann unabhängig darüber entscheiden, wann sie wie viel Geld in Umlauf bringt.
Warum buttern sie so viel Geld in die Märkte?
Generell leihen sich Geldinstitute auf dem Geldmarkt untereinander oder bei der EZB oder Fed Geld aus und zahlen dafür Zinsen - so wie ein Bankkunde bei einer Bank einen Kredit bekommt und diesen abträgt. Für die Geschäftsbanken ist es wichtig, dass sie über flüssiges Geld (Liquidität) verfügen, zum Beispiel für die Vergabe von Krediten an Unternehmen und Verbraucher. Wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten und eventueller noch unbekannter Risiken bei einzelnen Häusern sind die Banken jedoch misstrauischer geworden und nicht mehr im üblichen Maße bereit, sich gegenseitig Geld auszuleihen. In so einem Fall können die Notenbanken eine Finanzspritze geben, um einen Geldengpass (Kreditklemme) zu verhindern. Vorrangiges Ziel der Notenbanken sind stabile Preise. Die EZB ist laut EU-Vertrag aber auch für die Stabilität des Finanzsystems mitverantwortlich.



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