Luftaufnahmen von Neubausiedlungen In Reihenhaus und Glied

Reihenhäuser in München und auf dem Land: Klaus Leidorf hat Neubausiedlungen in Bayern aus der Luft fotografiert - und dokumentiert eine beeindruckende Uniformität.

Klaus Leidorf

Fast jeden Tag ist Klaus Leidorf mit dem Flugzeug in der Luft und fotografiert, meist über Bayern. Tausende Aufnahmen präsentiert der Luftbildarchäologe auf seiner Website, sie belegen die landschaftliche Vielfalt des Freistaats vom Voralpenland bis zum Spessart.

Doch ein Muster kehrt auf den zahlreichen Aufnehmen stets wieder: Egal ob in der Boom- und Millionenstadt München oder in den strukturschwachen Randgebieten Bayerns, ja selbst in Südafrika oder in einer Fertighaussiedlung für US-Soldaten - wo immer Flächen für neuen Wohnraum ausgewiesen werden, entstehen Neubausiedlungen von beeindruckender Uniformität.

In ihrer Extremform stehen die Häuser in Reih und Glied an rechtwinklig angelegten Straßenzügen und gleichen einander. Lediglich im Detail bleibt den Besitzern die Wahl: Balkon oder Vordach? Terrasse im Schachbrettmuster oder in Terrakotta-Farben? Nur selten einmal wird versucht, die kasernenartige Anmutung von Neubausiedlungen durch geschwungene Straßenverläufe und unterschiedliche Hausgrößen aufzulockern wie etwa in Bad Birnbach.

Besonders ausgeprägt ist die Gleichförmigkeit in München selbst und den nahen Vororten, wo sich die hohen Grundstückspreise in den sehr eng bebauten Siedlungen spiegeln. Doch die Uniformität ist ebenso in Straubing zu besichtigen, einer 45.000-Einwohner-Stadt in Niederbayern, wo längst nicht so viele Menschen zuziehen wie im 140 Autokilometer entfernten München - und eben auch in Südafrika.

Eine Auswahl der Luftaufnahmen von Neubausiedlungen von Klaus Leidorf finden Sie in dieser Fotostrecke. Weitere Aufnahmen des Luftbildarchäologen finden Sie auf seiner Website.

Making-of-Video: Die Köpfe hinter dem Betongold-Projekt

SPIEGEL ONLINE

fdi

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insgesamt 183 Beiträge
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Seite 1
lothar.adam.18 31.08.2015
1. Schlimm, ganz schlimm
sind diese von Bauträgern bis zum letzten Zentimeter ausgelutschten Areale. Wer will da in 30, 40 Jahren noch wohnen? Gibt aber hohe Grundsteuern für die Kommunen, kein bzw. wenig Aufwand für die "Städteplaner", niedriger Strassen- und Grünflächenanteil = hoher Verkaufserlös! Ein "Städtebau" in dieser Weise verdient seinen Namen nicht! Er ist kriminell.
trader_07 31.08.2015
2. Langweilige....
Langweilige Wohnviertel für langweilige Menschen. Ich könnte wetten, die Langeweile setzt sich innen fort: Ikea, so weit das Auge blickt...
bunterepublik 31.08.2015
3. Einigkeit
Es dürfte Einigkeit unter allen Betrachtern herrschen, dass dies so nicht gewollt ist. Hat man den DDR-Einheitsbrei (Plattenbau) verlacht, so wird man künftig den Einheitsbrei, der in Neubausiedlungen herrscht, ebenfalls verlachen. Menschenunwürdige (Lege-) Batterien, Verstauung von Menschen, Uniformität....das hat nichts mit einer gewachsenen Stadtkultur zu tun, in der der Mensch, das Maß der Dinge ist. Das sind autogerechte Vorstädte für Pendler. Der Aufenthalt des Menschen im öffentlichen Raum ist nicht erwünscht und erdrückt den Passanten....Man sollte eher Städte wie Lucca, Ferrara o.ä. als Vorbild einer Stadtentwicklung nehmen und nicht die Vorstädte der US-Metropolen...
Badischer Revoluzzer 31.08.2015
4. Das ist tatsächlich
nichts Anderes als DDR Plattenbau 2.0 auf bayerisch. Scheußlich.
aurichter 31.08.2015
5. Nicht aufregen
es sieht aus der Luft wesentlich schlimmer aus als es in Wirklichkeit am Boden ist. Der ebenerdige Blick nimmt, ausgehend von den Gärten, der Bepflanzung, diese deutschbürokratische Konformität nicht so extrem wahr. Das schlimmere Übel ist die klein karierte Vorschrift wie Dächer, Fensterrahmen etc auszusehen haben !! Was dieser Wahnsinn in deutschen Amtsstuben soll, bleibt ein Rätsel und Mysterium. Dieser Vorschriftenwahnsinn ist eine Sache über die nicht nur der Amtsschimmel lachen kann, wenn es nicht so traurig wäre. Sicherheitsvorschriften sind nachvollziehbar, die Optik betreffend hochgradig behindert. Deutschland deine Bürokraten, in anderen Ländern geht es auch anders.
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