Klimaschutzziele Koalition verständigt sich auf Ausbau von Ökostrom

Der Entscheidung ging ein langer Streit voraus: SPD und Union haben sich auf einen Fahrplan zum Ökostrom-Ausbau geeinigt. Im November soll das Kabinett darüber entscheiden.

Windräder in Baden-Württemberg
DPA

Windräder in Baden-Württemberg


Der monatelange Streit ist beigelegt: Die SPD hat sich mit der Union auf einen Ökostrom-Ausbau geeinigt. Die Fraktionsvorsitzenden von CDU, CSU und SPD lobten den Kompromiss als "gutes Gesamtpaket".

In einer gemeinsamen Erklärung der stellvertretenden Fraktionschefs Carsten Linnemann (Union) und Matthias Miersch (SPD) heißt es, die Sonderausschreibungen für Windkraft an Land und Photovoltaik kämen in den Jahren 2019 bis 2021.

Laut einem Eckpunktepapier soll es einen stufenweisen zusätzlichen Ausbau von Windkraft und Photovoltaik geben. 2019 soll jeweils ein Gigawatt zugebaut werden, 2020 je 1,4 Gigawatt und 2021 je 1,6 Gigawatt. Ein Teil davon soll als sogenannte Innovationsausschreibung den Wettbewerb in der Ökostrom-Branche fördern. Dazu gehört unter anderem, dass die Stromproduzenten keine Vergütung erhalten, wenn das Stromangebot zu groß ist. Zudem müssen sie Rücksicht auf die Kapazität der Netze nehmen.

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) wolle das Energiepaket im November ins Kabinett bringen, hieß es. In der Windenergie-Branche waren die Verzögerungen beim Ökostrom-Ausbau massiv kritisiert worden. Dies gefährde Arbeitsplätze.

Einigung bleibt hinter ursprünglichem Plan zurück

Im Koalitionsvertrag war noch vorgesehen, in den Jahren 2019 und 2020 jeweils zwei Gigawatt Windenergie an Land und ebenso viel Photovoltaik auszubauen - unter der Einschränkung, dass die Stromnetze aufnahmefähig seien. Der Ausbau der Netze stockt. Mit Engpässen umzugehen, ist teuer.

Außerdem verwies die Union auf Widerstand in Teilen der Bevölkerung gegen neue Windräder. Zur Frage der Akzeptanz will die Koalition nun eine Arbeitsgruppe einrichten. Sie soll sich unter anderem damit beschäftigen, ob es für die Bundesländer verbindliche Abstandsregelungen und Höhenbegrenzungen für Windräder geben soll. Ergebnisse soll es bis Ende März 2019 geben.

Der Ökostrom-Ausbau soll dazu führen, die erwartete Lücke bei der Erfüllung des nationalen Klimaschutzziels bis 2020 zu verkleinern. Dieses sieht vor, die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 zu senken. Es gilt aber als kaum noch zu erreichen. Der Ökostrom-Anteil in Deutschland liegt derzeit bei rund 36 Prozent, bis 2030 strebt die große Koalition einen Anteil von 65 Prozent am Stromverbrauch an.

bam/dpa/Reuters



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heikhen 31.10.2018
1. fragwürdige Endscheidung
hier wird eine Energie mit geringer Verfügbarkeit gefördert. Wind ist mit ca 30 % Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Selbst eine Verdoppelung oder Vervielfältigung ist keine Lösung. Wir erhöhen damit nur Spitzen. Windenergie kann also nicht alleine stehen. Auch in Vebindung mit Photovoltaik reicht es nicht ( Verfügbarkeit kleiner 40%) da beide z.T parallel produzieren und damit schwer beherrschbare Spitzen produzieren. Beide sind nicht grundlasttauglich, es besteht also der Zwang weitere Energiesysteme die Grundlasttauglich sind dazu zu nehmen. Kernenergie haben wir abgeschaltet bleiben nur noch Fossile! Empfehle jedem die Energiecharts des Fraunhofer Instituts nach zu schauen unter www.energiecharts.
gedankensucher 31.10.2018
2. Speichermöglichkeiten fördern!
Wie schon gesagt und bekannt ist Wind eine unsichere Sache, man sollte vor allem Kombinationen mit Speicher fördern, damit die Produktion netzverträglich und sicherer wird.
karl-felix 31.10.2018
3. Sie
Zitat von heikhenhier wird eine Energie mit geringer Verfügbarkeit gefördert. Wind ist mit ca 30 % Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Selbst eine Verdoppelung oder Vervielfältigung ist keine Lösung. Wir erhöhen damit nur Spitzen. Windenergie kann also nicht alleine stehen. Auch in Vebindung mit Photovoltaik reicht es nicht ( Verfügbarkeit kleiner 40%) da beide z.T parallel produzieren und damit schwer beherrschbare Spitzen produzieren. Beide sind nicht grundlasttauglich, es besteht also der Zwang weitere Energiesysteme die Grundlasttauglich sind dazu zu nehmen. Kernenergie haben wir abgeschaltet bleiben nur noch Fossile! Empfehle jedem die Energiecharts des Fraunhofer Instituts nach zu schauen unter www.energiecharts.
haben recht. Eine Entscheidung die hinter dem Koalitionsvertrag zurückbleibt ist wirklich fragw+ürdig . Wind und Solarstrom sind die preisgünstigsten Arten der Stromerzeugung und 76% bzw. 81% der Bevölkerung wollen zukünftig Strom aus Wind und Sonne und nur noch 5% aus Kohle und 7% aus Atom . Die Sonne schickt, so Eon in 3 Stunden soviel Energie, wie die gesamte Menschheit für alle ihre Aktivitäten im ganzen Jahr benötiogt . Wir wissen wie man diese Energie nutzen kann und sollten das nicht nur im Interesse der Umwelt, unserer Kinder und des Klimas auch tun - aus Eigeninteresse und finanziellen Gründen . Atom - und Kohlestrom ist in 4 bzw. 20 Jahren nicht mehr verfügbar/bezahlbar. Also sollten wir jetzt so schnell wie möglich umsteigen ohne noch grosse weitere Schäden anzurichten . Da ist dieser Vorschlag wenig hilfreich und ich hoffe, dass der Gesetzgeber diesen zerreißt . Momentan kommen erst ca. 41,1% (Spiegelleser wissen mehr, Quelle: Print-Spiegel38/2018 S. 38 ) des Stromes aus Ihrer Steckdose rechnerisch aus EE, das ist deutlich zu wenig .
Mr Bounz 31.10.2018
4. fragwürdiger Kommentar
Zitat von heikhenhier wird eine Energie mit geringer Verfügbarkeit gefördert. Wind ist mit ca 30 % Verfügbarkeit nicht zuverlässig. Selbst eine Verdoppelung oder Vervielfältigung ist keine Lösung. Wir erhöhen damit nur Spitzen. Windenergie kann also nicht alleine stehen. Auch in Vebindung mit Photovoltaik reicht es nicht ( Verfügbarkeit kleiner 40%) da beide z.T parallel produzieren und damit schwer beherrschbare Spitzen produzieren. Beide sind nicht grundlasttauglich, es besteht also der Zwang weitere Energiesysteme die Grundlasttauglich sind dazu zu nehmen. Kernenergie haben wir abgeschaltet bleiben nur noch Fossile! Empfehle jedem die Energiecharts des Fraunhofer Instituts nach zu schauen unter www.energiecharts.
Sie werfen mit Sinnlosen Prozentzahlen um sich und kommen mit dem Null Argument "Grundlast"! Wir haben Jahrzehntelang mit Kraftwerken gelebt die NICHT auf den schwankenden Stromverbrauch angepasst waren. Ein AKW können Sie Nachts wenn kaum Strom verbraucht wird nicht mal schnell abschalten und am nächsten Morgen wieder hochfahren, das gleiche gilt für Kohlekraftwerke. In dieser Zeit kam man auf so gloreiche (Ironie) Ideen wie Nachtspeicherheizung, also man schätzt Nachts was man am nächsten Tag an Heizenergie braucht und bezahlt schon mal schön im Vorraus. Ziemlich doof eigentlich. Heute haben wir eben eine andere Herausvorderung, die wir aber (den Willen vorausgesetzt) sicher lösen können! Aber mit den beiden Ökostrom-Bremsern in der Regierung wird das schwierig! Wenn wir die Energiewende wollen und das haben viele Umfragen ergeben, zu Zeiten in denen Fukushima akut war, denn vorbei ist das ja noch lange nicht, lagen die Werte bei 85%. Heute sind diese sicher etwas niedriger. Förderung von Akkus in den Häusern und die Sache läuft!
peterpeterweise 31.10.2018
5. Lobby-Geschenke statt Zukunftsorientierung
Schon jetzt gibt es an manchen Tagen zuviel Solar- und Windenergie. Dann bezahlen wir viel Geld dafür, dass uns Nachbarn diesen überschüssigen Strom abnehmen. Dafür müssen dann an anderen Tagen fossile Energieträger verbrannt werden. Der Ausbau von Wind und Solar ist zum jetzigen Zeitpunkt ein reines Geldgeschenk an die die Solarbarone und die Windparkbetreiber. Mit dem gleichen Geld hätte man wirklich viel für eine zukunftsfähige Energieversorgung machen können, wenn es in die Forschung für moderne Energiespeicher geflossen wäre. So kassieren nur die Betreiber von Anlagen der schon bestehenden Technologie. Deren Lobby hat wieder einmal eine Umverteilung von Geldern zu ihren Auftraggebern geschafft.
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