Hilfen für Entwicklungsländer Milliardenlücke beim Kampf gegen den Klimawandel

Die reichen Industrienationen haben versprochen, den Klimaschutz in ärmeren Ländern ab 2020 mit jährlich 100 Milliarden Dollar zu unterstützen. Laut "Financial Times" stockt die Finanzierung.

Solarkraftwerk in Niedersachsen
DPA

Solarkraftwerk in Niedersachsen


Geld gilt als zentraler Faktor für die Rettung des Planeten. Viele Experten glauben: Wenn in den ärmeren Nationen der Erde möglichst schnell möglichst viel in den Klimaschutz investiert wird, dann lässt sich die größte ökologische Katastrophe vielleicht noch abwenden.

Doch die globale Gemeinschaft ist von diesem Ziel offenbar noch weit entfernt. Laut einer Auswertung der Uno, über die die "Financial Times" ("FT") am Freitag berichtet, klafft bei der geplanten Finanzierung des Klimaschutzes in Entwicklungsländern derzeit eine gewaltige Lücke.

Die reichen Industrieländer hatten sich eigentlich das Ziel gesetzt, ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar aus öffentlichen und privaten Quellen für Klimaschutz in Entwicklungsländern zu mobilisieren. Dieses Versprechen war eines der wichtigsten Argumente, um ärmere Nationen im Jahr 2015 zur Unterzeichnung des Klimaabkommens zu bewegen. Die Industrieländer hatten versprochen, einen konkreten Fahrplan zu erarbeiten, wie sich das 100-Milliarden-Dollar-Ziel erreichen lässt.

Laut "Financial Times" haben die Industrienationen im Jahr 2016 jedoch nur rund 55 Milliarden Dollar an Klimaschutzhilfen geleistet. Rechnet man private Investitionen hinzu, komme man auf etwas mehr als 70 Milliarden Dollar. Der Zeitung zufolge ist nicht ersichtlich, wie man die Finanzierung bis 2020 auf die vereinbarten Summe steigern kann. Prognosen für die kommenden Jahre fehlen demnach in dem Bericht.

Immerhin seien die Investitionen für Klimaschutz in den Entwicklungsländern im Vergleich zum Jahr 2015 um 20 Prozent gestiegen, schreibt die "FT" weiter. Christiana Figueres, die ehemalige Generalsekretärin des Sekretariats der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen, sagte der Zeitung, sie sei zuversichtlich, dass man das 100-Milliarden-Dollar-Ziel erreichen werde. "Wir sind auf Kurs", teilte sie mit.

Das 100-Milliarden-Dollar-Ziel dürfte ein großes Thema bei der Klimakonferenz sein, die am 3. Dezember in der polnischen Stadt Katowice beginnt. "Es gibt eine sehr große Debatte über die Mobilisierung von Finanzierung", sagte Polens Energieminister Michal Kurtyka der "FT".

Im Video: Fünf Wege die Welt zu retten

ssu

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insgesamt 14 Beiträge
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jojack 23.11.2018
1. Halte nichts davon
Die Dritte-Welt Staaten werden diese Finanzhilfen absehbar nicht für den Klimaschutz ausgeben. Nach Jahrzehnten fehlgeschlagener Entwicklungshilfe sollte man endlich mit solchen unverantwortlichen Finanztransfers aufhören. Das Geld versickert in der örtlichen Korruption.
Ökofred 23.11.2018
2. ach so..
Zitat von jojackDie Dritte-Welt Staaten werden diese Finanzhilfen absehbar nicht für den Klimaschutz ausgeben. Nach Jahrzehnten fehlgeschlagener Entwicklungshilfe sollte man endlich mit solchen unverantwortlichen Finanztransfers aufhören. Das Geld versickert in der örtlichen Korruption.
Merkwürdig, denn von direkten Hilfen steht doch gar nichts im Text? Es geht um Projekte und Investitionen, die bspw Konzerne oder Banken tätigen, für Kraftwerke etc.
Beat Adler 23.11.2018
3. 100 Milliaerdchen sind ein Troepfchen auf einen brandheissen Stein!
100 Milliaerdchen sind ein Troepfchen auf einen brandheissen Stein! Wir Menschen haben bereits soviel CO2 ZUSAETZLICH in die Athmosphaere gepustet, dabei soviele Schwellenwerte unumkehrbar ueberschritten, dass wir uns nun an eine Welt von 4 Grad plus, verglichen mit der vorindustriellen Zeit, ANPASSEN muessen. Ein Kind, das heute geboren wird, erlebt diese Welt mit grosser Wahrscheinlichkeit. Die Kosten dieser Anpassung in der 3., 2., und 1. Welt uebersteigen 1000 Milliaerdchen pro Jahr bei weitem! Alleine das Beseitigen der Schaeden von Extremwetterereignissen kostet schon deutlich ueber 1000 Milliaerdchen pro Jahr. Heute! Mittelfristig, in 10 bis 25 Jahren, wird das zusaetzliche Ausstossen von einer Tonne CO2 in die Athmosphaere solche Folgekosten verursachen, die schlicht nicht mehr zu bezahlen sind. Das Gute an der Diskussion zur Anpassung an diese neue Welt von 4 Grad plus ist, dass damit sehr viel Geld zu vedienen ist: Kompletter Umbau der Versorgung mit Energie, Neugestaltung des Transportwesens, des Recyclings, Bauten zum Kuestenschutz, der Nahrungsmittelproduktion, etc. etc. Wer Profite erzielen will, stuerzt sich auf diese Aufgaben! mfG Beat
sting111 23.11.2018
4. In 2017 waren die Trump Gegner alarmiert:
"Wir werden alles tun, was Amerika getan hätte, wenn es sich an das Abkommen gehalten hätte", sagte Michael Bloomberg, der frühere New Yorker Bürgermeister, der die Gruppe koordiniert. " https://www.zeit.de/politik/ausland/2017-06/klimavertrag-usa-donald-trump-buergermeister-widerstand-un Die Presse hatte aber nie gefragt, ob diese Schoenredner auch die Finanzhilfen fuer Empfaengerlaender uebernehmen wuerden/wollen. Der Presse ging es nur um die Hervorhebung der "Anklage".
karlsiegfried 23.11.2018
5. Alles zwecklos
Das Klima (und auch der Planet Erde) lässt sich nicht kaufen. Auch nicht mit 1.000 Milliarden Klimaschutzhilfe. Der Mensch. aus Sicht der Erde nicht mehr als ein Regenwurm und weniger wert, macht was es will. eit Milliarden von Jahren. Selbstverständlich reagiert die Erde auch auf die von den Regenwürmern Mensch erzeugten Ereignisse, wie Industrialisierung, 2 Weltkriege, massenhafte Atombombentest, Millionen von Autos, Milliarden von Menschen mit steigender Zahl und so weiter und so weiterer. Das ist wie beinem Alkoholiker. Die Sucht nach immer mehr, wlelche zu Ausfallerscheinungen des Körpers führt, wie zur irreparablen Zerstörung von Hirnzellen, der Leber und anderer Organe. Jetzt hilft nur noch beten. Beten dafür, dass man seine eigene Lebenszeit so gut wie möglich übersteht. Die Welt von morgen wird für ihre menschlichen Regenwürmer nur noch eine Katastrophe sein. Die glückliche Hochzeit der Welt, zumindest für die Menschheit ist vorbei. So ist das menschliche Leben. Die Erde und das Klima stört das nicht. Diese machn weiter wie seit Milliarden von Jahren. Das steht fest.
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