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OECD-Studie: Staaten fördern Öl, Gas und Kohle statt Klimaschutz

Braunkohlekraftwerke dampfen weiter: Statt den Klimaschutz mit zu fördern, stecken viele Staaten weiterhin Milliarden in fossile Energien. Zur Großansicht
DPA

Braunkohlekraftwerke dampfen weiter: Statt den Klimaschutz mit zu fördern, stecken viele Staaten weiterhin Milliarden in fossile Energien.

Der Klimaschutz steht hinten an: International subventionieren die Staaten weiterhin fossile Energien - dabei könnten sie das Geld viel besser für den Klimaschutz verwenden. Das geht aus einer Studie der OECD hervor.

"Wir müssen den Kurs ändern", sagte Angel Gurriá, Generalsekretär der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa (OECD), am Montag in Paris. Bis zu 178 Milliarden Euro steckten die Staaten jährlich noch immer in Kohle, Erdgas und Erdöl. Doch statt weiterhin fossile Energieträger zu subventionieren, bräuchten die Staaten das Geld im Kampf gegen den Klimawandel. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der OECD.

"Wenn wir die Subventionen stoppen, werden wir die Ressourcen haben, die wir brauchen", sagte Gurriá weiter. Den Staaten scheint dies mittlerweile bewusst zu sein: "Die internationale Gemeinschaft ruft dazu auf, bis 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar (89 Milliarden Euro) zu mobilisieren." Mit dieser Summe wollen Industriestaaten die Entwicklungsländer von 2020 an bei Maßnahmen zum Klimaschutz unterstützen.

Es ist ein erster Schritt. Doch dass viele Staaten die fossilen Energieträger noch immer stark subventionieren, sei eine "überholte Politik", sagte Gurriá. Es sei nun die Zeit für Reformen gekommen.

Von 2010 bis 2014 gaben die 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländer der Studie zufolge zwischen 142 und 178 Milliarden Euro für Kohle, Erdgas und Erdöl aus. Das ist das Ergebnis der OECD-Studie. Allerdings: Die Organisation gab auch an, dass die Subventionen rückläufig seien.

Gründe seien der Studie zufolge der immer weiter fallende Ölpreis - und die Bemühungen vieler Staaten, sich zu reformieren: International strebten die meisten Länder nach einer ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigeren Politik.

Vor allem die Reformen Mexikos spielen dabei laut OECD eine große Rolle: Während das Land 2012 fossile Energien noch mit 16,4 Milliarden Euro subventionierte, waren es 2014 lediglich 2,2 Milliarden Euro. Auch Indiens Subventionen gingen der OECD-Studie zufolge zurück. So reduzierte das Schwellenland beispielsweise die Förderung des Diesel-Verbrauchs.

Auch Deutschland fördert weiterhin fossile Energien, vor allem den Steinkohleabbau in Nordrhein-Westfalen. Doch auch hierzulande nahm die Subvention von 4,8 Milliarden Euro im Jahr 1998 auf 1,5 Milliarden Euro im vergangenen Jahr ab. Bis 2018 will Deutschland die Förderung des Steinkohlebergbaus vollständig einstellen.

Doch die Subventionierung von Kohle ist laut der Studie nur der kleinste Anteil: Auf sie entfällt acht Prozent. Das meiste Geld stecken die Länder demnach in Rohöl und Erdölprodukte: Auf sie entfielen insgesamt 82 Prozent aller Subventionen. In Erdgas würden die Staaten zehn Prozent des Geldes investieren.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes war an einer Stelle irrtümlich von Millionen statt Milliarden Euro die Rede. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

tbw/dpa

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insgesamt 16 Beiträge
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1. Die Bürger
felisconcolor 21.09.2015
sind ja auch selbst schuld wenn sie günstige Energie wollen. Alles für den Klub alles für den Klimaschutz und Abends sitzen wir im Dunkeln. Hurra
2. Millionen oder Milliarden?
günter1934 21.09.2015
Zitat: "Von 2010 bis 2014 gaben die 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländer der Studie zufolge zwischen 142 und 178 Millionen Euro für Kohle, Erdgas und Erdöl aus." Aber egal, in Deutschland gibt es keine Subventionen für fossile Energien, lediglich für Kumpel, die durch die billigen Kohlepreise auf dem Weltmarkt arbeitslos würden. Für den "Klimaschutz" werden in D über 20 Milliarden Euro (nicht Millionen) pro Jahr ausgegeben, leider ergebnislos, da der CO2-Ausstoss sich trotzdem nicht verringert hat. Und als I-Tüpfelchen kommt noch hinzu, dass bis heute nicht bewiesen ist, ob CO2 überhaupt einen Einfluss auf das Klima hat. Auf jeden Fall hat trotz rapid steigender CO2-Emissionen die globale Temperatur seit 18 Jahren nicht mehr zugenommen.
3. Fakten, Fakten, Fakten
faktenfuchs 21.09.2015
Es ist nun kein Geheimnis, dass sich, seit übrigens mehr als 18 Jahren, wie Studien belegen, die Temperaturen, wegen der Erderwärmung, in Europa erhöhen. Wie Prof. Dr.Gokehl bereits letztes Jahr in Fachzeitschriften veröffentlicht hat, wird die Wetterlage immer extremer auf Grundlage der Polkappentheorie. mfg FaktenFuchs
4. Fehler im Artikel: Milliarden statt Millionen
DerDifferenzierteBlick 21.09.2015
Es muss offensichtlich heißen, dass die 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländer von 2010 bis 2014 zwischen 142 und 178 MILLIARDEN Euro für fossile Energieträger ausgegeben haben. Schließlich hat allein Mexiko in nur einem Jahr 16,4 Milliarden Euro ausgegeben.
5. Milliarden, nicht Millionen
tatsache2011 21.09.2015
Zitat von günter1934Zitat: "Von 2010 bis 2014 gaben die 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländer der Studie zufolge zwischen 142 und 178 Millionen Euro für Kohle, Erdgas und Erdöl aus." Aber egal, in Deutschland gibt es keine Subventionen für fossile Energien, lediglich für Kumpel, die durch die billigen Kohlepreise auf dem Weltmarkt arbeitslos würden. Für den "Klimaschutz" werden in D über 20 Milliarden Euro (nicht Millionen) pro Jahr ausgegeben, leider ergebnislos, da der CO2-Ausstoss sich trotzdem nicht verringert hat. Und als I-Tüpfelchen kommt noch hinzu, dass bis heute nicht bewiesen ist, ob CO2 überhaupt einen Einfluss auf das Klima hat. Auf jeden Fall hat trotz rapid steigender CO2-Emissionen die globale Temperatur seit 18 Jahren nicht mehr zugenommen.
Focus schreibt "Von 2010 bis 2014 wurden laut OECD Kohle, Erdgas und Erdöl jährlich mit zwischen 142 bis 178 Milliarden Euro in 34 OECD-Staaten und sechs Schwellenländern subventioniert." Warum subventionieren andere Länder fossile Energie?
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