Klimawandel Peruanischer Bauer scheitert mit Klage gegen RWE

Saúl Lliuya fürchtet um seine Heimat in den Anden, weil der Klimawandel die Gletscher schmelzen lässt. Deshalb hatte der Bauer den Energiekonzern RWE verklagt. Jetzt wurde die Klage vom Landgericht Essen abgewiesen.

Saúl Luciano Lliuya vor dem Landgericht Essen
AFP

Saúl Luciano Lliuya vor dem Landgericht Essen


Ein Landwirt aus Peru ist mit einer Klage gegen den Essener Energieriesen RWE gescheitert. Die Klage werde abgewiesen, erklärte das Landgericht Essen am Donnerstag. Zwar gäbe es einen möglichen naturwissenschaftlichen Zusammenhang zwischen Abgasen aus RWE-Kraftwerken und dem Klimawandel. Rechtlich könne dem Konzern aber keine direkte Verursacher-Rolle nachgewiesen werden

Der Landwirt Saúl Lliuya fordert von RWE 17.000 Euro, um seine Heimatstadt vor Hochwasser zu schützen. Denn in Huarez, etwa 450 Kilometer nördlich der Hauptstadt Lima, auf mehr als 3000 Metern Höhe, schmelzen die Gletscher. Der Spiegel des Palcacocha-Sees ist in den vergangenen Jahren gefährlich angestiegen.

Laut Lliuya ist der Klimawandel Schuld daran. Und nach seiner Argumentation verursache RWE diesen mit seinen Kohlekraftwerken mit. Der Konzern müsse sich deshalb an den Kosten entsprechend seines Anteils am weltweiten Kohlendioxid-Ausstoß beteiligen.

RWE hatte die Forderung zurückgewiesen. Das Unternehmen argumentiert, es gebe viele Ursachen für den Klimawandel - etwa Flugverkehr, Brandrodungen oder intensive Landwirtschaft in vielen Ländern. Man könne Einzelne nicht für globale Phänomene verantwortlich machen, sonst könnten am Ende alle gegen alle klagen.

hej/Reuters//dpa/AFP



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