Kampf gegen Klimawandel Weltbank will Milliarden in Afrika investieren

Waldschutz, Solarkraft und umweltfreundliche Landwirtschaft: Die Weltbank will mit mehr als 15 Milliarden Euro die Folgen der Erderwärmung in Afrika bremsen. Die Organisation befürchtet dort besonders schlimme Katastrophen.

Junger Südafrikaner in einem Armenviertel: Milliarden für Afrika
DPA

Junger Südafrikaner in einem Armenviertel: Milliarden für Afrika


Wenige Tage vor dem Beginn des Uno-Klimagipfels in Paris hat die Weltbank einen Aktionsplan für den Kampf gegen die Erderwärmung in Afrika angekündigt. Für die Finanzierung des Programms veranschlagt die Organisation 16,1 Milliarden Dollar (15,1 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2020. 5,7 Milliarden Dollar will sie über ihre Internationale Entwicklungsorganisation (IDA) aufbringen, den Rest der Summe sollen Entwicklungsorganisationen, Staaten und private Partner beisteuern.

Der Plan sieht unter anderem die Förderung umweltfreundlicher Landwirtschaftsprojekte, Maßnahmen zum Schutz der Wälder und die Entwicklung von Solarenergie und Geothermie vor. Das Programm soll beim Weltklimagipfel vorgestellt werden, der vom 30. November bis 11. Dezember in Paris stattfindet. Die Weltbank-Experten sehen für Afrika durch den Klimawandel die Gefahr einer deutlichen Erhöhung der Lebensmittelpreise mit verheerenden Auswirkungen für die dort in extremer Armut lebenden Menschen.

Erst Anfang November hatte die Weltbank vor einem Scheitern der globalen Klimapolitik gewarnt: Sollte die Erderwärmung nicht gestoppt werden, könnte sich die Zahl der in extremer Armut lebenden Menschen bis zum Jahr 2030 um weitere hundert Millionen erhöhen. Besonders stark würde Afrika betroffen sein, hieß es in einem Bericht.

"Ein sehr harter Schlag für die Region"

Im Dezember werden sich Vertreter aus 195 Staaten in Paris zum Uno-Klimagipfel treffen. Sie wollen ein neues weltweites Klimaabkommen zur Reduzierung von Treibhausgasen aushandeln. Dabei sollen sich zum ersten Mal auch die Schwellen- und Entwicklungsländer zur Reduzierung ihres Kohlendioxidausstoßes verpflichten. Das Abkommen soll von 2020 an das Kyoto-Protokoll ablösen.

Bei Vorverhandlungen in Bonn hatte die Weltgemeinschaft Ende Oktober ein gemeinsam beschlossenes Dokument verabschiedet, das als Grundlage für einen Weltklimavertrag dienen kann. Doch in dem Schreiben gab es zahlreiche Widersprüche, Streitereien waren die Folge.

Die Weltbank appellierte daher zuletzt eindringlich an die Teilnehmerstaaten, sich auf dem Uno-Gipfel einig zu werden - auch, weil der Klimawandel zu einer deutlichen Erhöhung der Lebensmittelpreise führen könne. Da in Afrika die ärmsten Haushalte 60 Prozent ihrer Ausgaben für Lebensmittel aufbringen, würde dies "einen sehr harten Schlag für die Region" bedeuten.

Erklärtes Ziel der Weltgemeinschaft ist es, die globale Erwärmung auf zwei Grad über dem Temperaturdurchschnitt vorindustrieller Zeit begrenzen. Andernfalls droht ein Schmelzen der Gletscher, ein Anstieg der Meeresspiegel sowie eine Zunahme von Stürmen und anderer extremer Wetterphänomene.

Geplante Selbstverpflichtungen der Staaten

mxw/AFP



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insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 25.11.2015
1. Bringt nix...
...das Geld wandert nur in die Taschen von irgendwelchen Korrupties. Dauerhaft hilft nur ein Bewässerungsplan per Pipeline in die Trockengebiete....nur wer will das stemmen? vielleicht auch noch über Grenzen hinweg. Nur mit Wasser kann man anbauen...die "traditionellen" Nomadenvölker müssen zur Aufgabe gezwungen werden (was natürlich gar nicht geht) da ihre Viehherden keinen Nutzen für die Bevölkerung bringen. Afrika könnte der größte Nahrungsmittelexporteur der Welt sein, sich damit dumm und dämlich verdienen und die Bevölkerung könnte westlichen Lebensstandard haben...aber das wird nie passieren...egal wieviel Geld da reingesteckt wird...wer mal in Afrika war und die Arbeitsmoral und Einstellungen der Menschen kennen gelernt hat kann da nur mit den Schultern zucken.
sebastian.teichert 25.11.2015
2. Na ist doch prima!
Alle bezahlen, was zum Großteil China da verzapft. Naja, eigentlich ja dann auch wie immer. -.-
dantheman77 25.11.2015
3. achso, fatherted98...
Afrika, oder "der Afrikaner" ist halt selbst schuld, kann man nichts machen. Na dann können wir uns ja ganz entspannt zurücklehnen. Ist aber auch ein schön einfaches Weltbild! :))
Wicked 25.11.2015
4. Richtig müsste die Überschrift heißen:
Weltbank will Milliarden in Afrika versenken (oder verbrennen) Den "Faild States" ist nicht mehr zu helfen. Jedes Engagement, egal ob finanziell oder militärisch ist reinste Zeit und Geldverschwendung. (das gilt nicht nur für die Afrikanische Saaten)
auf.ein.wort 25.11.2015
5. Lasst doch den Dingen einfach mal ihren Lauf...
Nach dreißig Jahren des vergeblichen Bemühens das Klimaproblem in den Griff zu bekommen, frage ich mich inzwischen allen Ernstes, ob es nicht gescheiter wäre, der Entwicklung ihren natürlichen Lauf zu lassen. Dort, wo der Mensch bislang regulierend eingegriffen hat, verschlimmbesserte er die Situation bloß. Nirgends, wirklich nirgends sehe ich die Entwicklung auf einem guten Weg. Selbst bei kleineren Dingen wird deutlich, wie absurd der Mensch vorgeht: Man will den CO2-Ausstoß reduzieren und findet sich zu Mammutveranstaltungen ein, bei denen Tausende von Personen per Flugzeug anreisen, einer Fortbewegungsart, die an Umweltschädlichkeit kaum zu überbieten ist! Und erarbeitet werden dort sodann Verträge, die kaum das Papier wert sind, auf das man sie gedruckt hat. Wie gesagt, ich hielte es mittlerweile nicht mal für das Verkehrteste, auch wenn es zynisch klingen mag, wenn die selbsternannten politischen Klimaretter-Chargen mal eine Zeitlang die Finger von ihren nutzlosen Bestrebungen ließen.
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