Wirtschaft


Wahljahr 2013: Knappe Kassen - Kliniken planen Kampagne

Die deutschen Krankenhäuser klagen über massive Finanzprobleme. Im Wahljahr wollen sie daher mit einer großangelegten Kampagne für mehr Geld werben. Laut einem Zeitungsbericht sollen Abgeordnete den Mangel vor Ort erleben.

Uni-Klinikum Hamburg: Krankenhäuser wollen auf Finanzlage aufmerksam machenZur Großansicht
DPA

Uni-Klinikum Hamburg: Krankenhäuser wollen auf Finanzlage aufmerksam machen

Hamburg - Die deutschen Krankenhäuser bereiten eine Kampagne für das kommende Wahljahr 2013 vor. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) plant laut "Süddeutscher Zeitung", lautstark auf die Finanzprobleme aufmerksam zu machen. Bis 2014 werden den Kliniken laut DKG 2,1 Milliarden Euro gestrichen, bereits das kommende Jahr werde jedes zweite Krankenhaus Verluste verbuchen.

Im Frühjahr planen die Klinken deshalb großangelegte Plakataktionen in Berlin und in den Landeshauptstädten. Das erfuhr SPIEGEL ONLINE aus DKG-Kreisen. Im Februar soll es zudem einen Protestgipfel geben, auf dem die Krankenhäuser auf ihre angespannte Finanzlage aufmerksam machen wollen.

Die "SZ" berichtet zudem, dass die Kliniken sich auch direkt an Bundestagskandidaten und Landtagsabgeordnete wenden wollen. Ziel der Kampagne sei es, "die Interessen der Krankenhäuser bei der Politik bekannt zu machen und durchzusetzen". Dafür sollen Politiker eingeladen werden, um den Mangel direkt am Krankenbett zu erleben. Ein DKG-Sprecher wollte die Informationen weder bestätigen noch dementieren.

Auch das Personal soll der Zeitung zufolge eingespannt werden. Es sei geplant, dass Schwestern, Pfleger und Ärzte für die Aktion werben sollen. Sie seien "wichtige Multiplikatoren und Meinungsträger".

cte

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insgesamt 64 Beiträge
gog-magog 20.12.2012
Das ist eine gute Idee: Abgeordnete sollen den Mangel vor Ort erleben. Was hindert also Ärzte daran, Politiker wie normale Kassler zu behandeln? Vielleicht erkennen sie dann ihren eigenen Dilettantismus.
Zitat von sysopDie deutschen Krankenhäuser klagen über massive Finanzprobleme. Im Wahljahr wollen sie daher mit einer großangelegten Kampagne für mehr Geld werben. Laut einem Zeitungsbericht sollen Abgeordnete den Mangel vor Ort erleben. Kliniken planen Kampagne im Wahljahr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kliniken-planen-kampagne-im-wahljahr-a-873989.html)
Das ist eine gute Idee: Abgeordnete sollen den Mangel vor Ort erleben. Was hindert also Ärzte daran, Politiker wie normale Kassler zu behandeln? Vielleicht erkennen sie dann ihren eigenen Dilettantismus.
alpha0711 20.12.2012
Bei den oberen 10% staut sich das Geld und der Rest geht allmählich kaputt.In Krankenhäuser werden Abgänger oft nicht mehr ersetzt und das Personal ist zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Hauptsache die Rendite stimmt. [...]
Zitat von sysopDie deutschen Krankenhäuser klagen über massive Finanzprobleme. Im Wahljahr wollen sie daher mit einer großangelegten Kampagne für mehr Geld werben. Laut einem Zeitungsbericht sollen Abgeordnete den Mangel vor Ort erleben. Kliniken planen Kampagne im Wahljahr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kliniken-planen-kampagne-im-wahljahr-a-873989.html)
Bei den oberen 10% staut sich das Geld und der Rest geht allmählich kaputt.In Krankenhäuser werden Abgänger oft nicht mehr ersetzt und das Personal ist zusätzlichen Belastungen ausgesetzt. Hauptsache die Rendite stimmt. Bei Medikamenten gibt es wohl auch Engpässe. Irgendwann kippt die Stimmung in der breiten Masse der Bevölkerung dann auch mal in D und was dann passiert wird man sehen .... Das jetzige System taugt überhaupt nichts.Es ist zu einem System der Ausbeutung verkommen. Haben unsere Politiker schon mal darüber nachgedacht wie es weiter gehen soll ? Es ist nicht fünf vor sondern kurz vor Zwölf. Wenn man den Bogen so überspannt darf man sich nicht wundern wenn der Bogen bricht.
marin 20.12.2012
Nun ja. Man muss auch nicht immer Panik verbreiten. Die deutschen Krankenhäuser sind insgesamt sehr gut. Das Probelm: Durch die Fallpauschalen werden jene Häuser belohnt, die maximal kurze Liegezeiten haben. Während man früher bei [...]
Nun ja. Man muss auch nicht immer Panik verbreiten. Die deutschen Krankenhäuser sind insgesamt sehr gut. Das Probelm: Durch die Fallpauschalen werden jene Häuser belohnt, die maximal kurze Liegezeiten haben. Während man früher bei bestimmten Symptomen auch mal ein paar Tage warten konnte (z.B. Migräne) wird jetzt sofort ein MRT gemacht. Das MRT kostet viel Geld und dieses Geld wird beim Personal gespart. Diesen Teufelskreis kann man nur durchbrechen in dem man weg kommmt von den Fallpauschalen, oder sie zumindest modifiziert und dafür sorgt, dass Pfleger, Schwestern und Ärzte sich wieder der guten, gründlichen und verantwortungsvollen klinischen Medizin zuwenden könnnen.
lebenslang 20.12.2012
solange man das geld u.a. für teure teils unsinnige verwaltungs- und ablaufs (care) manager verheizt wird sich kaum etwas ändern. in manchen krankenhäusern ist es bereits soweit, dass zwei dieser teuren manager den [...]
Zitat von sysopDie deutschen Krankenhäuser klagen über massive Finanzprobleme. Im Wahljahr wollen sie daher mit einer großangelegten Kampagne für mehr Geld werben. Laut einem Zeitungsbericht sollen Abgeordnete den Mangel vor Ort erleben. Kliniken planen Kampagne im Wahljahr - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kliniken-planen-kampagne-im-wahljahr-a-873989.html)
solange man das geld u.a. für teure teils unsinnige verwaltungs- und ablaufs (care) manager verheizt wird sich kaum etwas ändern. in manchen krankenhäusern ist es bereits soweit, dass zwei dieser teuren manager den arbeitsablauf einer krankenschwester organisieren und versuchen zu optimieren, bis die krankenschwester tot umfällt (ok, etwas übertrieben). das problem ist die bevorzugung teurer theoretischer optimierungsversuche vor tatsächlicher pflege am patienten.
marin 20.12.2012
Genau!
Zitat von lebenslangsolange man das geld u.a. für teure teils unsinnige verwaltungs- und ablaufs (care) manager verheizt wird sich kaum etwas ändern. in manchen krankenhäusern ist es bereits soweit, dass zwei dieser teuren manager den arbeitsablauf einer krankenschwester organisieren und versuchen zu optimieren, bis die krankenschwester tot umfällt (ok, etwas übertrieben). das problem ist die bevorzugung teurer theoretischer optimierungsversuche vor tatsächlicher pflege am patienten.
Genau!
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  • Donnerstag, 20.12.2012 – 09:55 Uhr
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