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04. Januar 2013, 09:19 Uhr

Neue Probleme

Studie warnt vor Koffer-Kollaps am Berliner Flughafen

Dem Berliner Großflughafen droht womöglich das nächste Problem. Die "Bild"-Zeitung zitiert aus einer Studie, derzufolge die Kofferbeförderung auf dem Airport zu Spitzenzeiten kollabieren könnte. Ersatzförderbänder gibt es demnach keine.

Berlin - Es könnte die nächste Folge in der Pannenserie rund um den neuen Großflughafen Berlin Brandenburg sein. Dass das Mega-Projekt den bisherigen Finanzplan sprengt, ist schon lange klar. Zudem gibt es immer wieder Warnungen, dass der Bau möglicherweise zu klein dimensioniert sein könnte. Diese Mahnungen werden laut einem Gutachten nun konkreter.

Ein reibungsloser Betrieb wäre während des Winterflugplans 2013/2014 nur noch unter idealtypischen Bedingungen möglich. Dies berichtet die "Bild"-Zeitung vorab unter Berufung auf eine Studie des Airport Research Center aus Aachen.

Neben Engpässen bei Check-In-Schaltern und Sicherheitskontrollen werde besonders die zu kleine Gepäckausgabe bemängelt. "Am Spitzentag stehen nicht genügend Schalter als Ausfall- und Dispositionsreserve zur Verfügung", heißt es laut "Bild" in dem bisher nicht öffentlichen Papier. Schon beim Ausfall nur eines der acht Gepäckbänder könne es zu massiven Problemen kommen.

Der Flughafenbetreiber weist zwar alle Vorwürfe zurück, das Projekt könnte zu klein geraten sein. Gleichzeitig räumt er aber einen Notfallplan für Spitzenzeiten ein. Ein Sprecher des Flughafens sagte der Zeitung zufolge, Planung und Realisierung zusätzlicher Gepäckausgabebänder könnten nach Eröffnung im Bedarfsfall zeitnah vorgenommen werden. Dies heißt aber auch: Bisher gibt es keine Ersatzförderbänder für Spitzenzeiten.

Sorgen um Kosten und Zeitplan

Neben den Sorgen um die Kosten und die Größe des Airports sorgt auch der Zeitplan für dessen Eröffnung immer wieder für Diskussionen. Mehrfach musste diese verschoben werden. Kurz nach Weihnachten 2012 hatte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) den Eröffnungstermin des Flughafens Berlin Brandenburg erneut in Frage gestellt: "Der Miteigentümer Bund sieht Anzeichen dafür, dass der Eröffnungstermin am 27. Oktober 2013 möglicherweise nicht gehalten werden kann."

Die Inbetriebnahme des Baus in Berlin-Schönefeld wurde wegen Mängeln bei der Bauplanung und technischer Probleme bereits dreimal verschoben. Unter anderem gab es Beanstandungen der Brandschutzanlagen.

Zu den Kosten, die bereits von geplanten zwei auf jetzt 4,3 Milliarden Euro stiegen, sagte Ramsauer: "Es gibt auch Risiken bei den Kosten. Darum muss sich das Management der Flughafengesellschaft kümmern."

jok/Reuters

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