"Sonne statt Kohle" Greenpeace-Aktivisten färben Straßen um die Siegessäule gelb

Mit einer spektakulären Aktion haben Klimaschützer für ein schnelles Ende des Kohlestroms demonstriert. In Berlin verteilten sie zum Auftakt der Kohlekommission der Regierung Tausende Liter Farbe auf der Straße.

Greenpeace Germany/dpa

Anlässlich des ersten Treffens der Kohlekommission der Bundesregierung haben Greenpeace-Aktivisten mit einer ungewöhnlichen Protestaktion für Aufsehen gesorgt. Rund um die Berliner Siegessäule färbten sie die Straßen mit Tausenden Litern gelber Farbe ein, sodass diese aus der Luft wie eine Sonne aussehen.

Unter dem Motto "Sonne statt Kohle" forderte Greenpeace so einen konsequenten Klimaschutz. "Der verschleppte Kohleausstieg ruiniert Deutschlands Klimabilanz und bremst die Modernisierung unseres Energiesystems hin zu Solar und Windkraft", sagte Greenpeace-Sprecher Christoph von Lieven. Nach eigenen Angaben verwendeten die Aktivisten 3500 Liter ökologisch abwaschbarer und umweltfreundlicher Farbe.

Auch die CDU-Ministerpräsidenten der beiden Braunkohle-Länder Sachsen und Nordrhein-Westfalen haben bereits im Vorfeld Druck auf die Mitglieder ausgeübt. Sie forderten, den Kohleausstieg nicht ganz so schnell umzusetzen. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" schrieben Michael Kretschmer und Armin Laschet, es gehe "um eine nationale Frage von vitaler Bedeutung für den Industriestandort. Es geht um die Basis unseres Wohlstands".

Video: Umweltaktivisten gegen Braunkohle-Abbau

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Die neue Kohlekommission der Bundesregierung soll bis Ende des Jahres unter anderem ein Datum für den Ausstieg aus der Stromgewinnung aus Kohle, einen Ausstiegspfad sowie Perspektiven für neue Jobs in den Kohleregionen wie der Lausitz vorschlagen. Außerdem geht es um Maßnahmen, mit denen die Lücke zu Klimaschutzzielen schneller geschlossen werden kann.

In der Kommission mit dem Namen "Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung" sitzen Vertreter von Wirtschaft, Gewerkschaften, Umweltverbänden, Wissenschaft, Politik und betroffenen Regionen. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier steht wegen der Arbeit der Kommission in der Kritik. Das Gremium war zuletzt immer größer geworden.

Farbe tropft aus einem Lkw
REUTERS

Farbe tropft aus einem Lkw

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apr/dpa

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