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Laufzeitverlängerung für Stromfresser: Der Nachtspeicher-Irrsinn

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AKW Grafenrheinfeld: Absurde Nachspeicher-Regelung Zur Großansicht
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AKW Grafenrheinfeld: Absurde Nachspeicher-Regelung

Nachtspeicherheizungen sollten abgeschafft werden. Nun dürfen sie unbegrenzt weiterbetrieben werden, und Schwarz-Gelb deklariert die Stromfresser auch noch zum Baustein der Energiewende. Tatsächlich ist die Entscheidung ein weiterer Sargnagel für die Klimapolitik.

Nachtspeicherheizungen sind zu Recht als teure Stromfresser verpönt. Nach Greenpeace-Berechnungen erzeugen sie dreimal mehr Klimagase als Gas-Brennwertkessel und zehnmal mehr als Holzpelletheizungen. Die klobigen Öfen passen nicht mehr zu einer klimabewussten Energiepolitik. Aus diesem Grund hatte die große Koalition beschlossen, dass die meisten der noch rund 1,5 Millionen aktiven Geräte in Deutschland bis zum Jahr 2019 eingemottet werden.

Nun die Kehrtwende der Bundesregierung: Nachtspeicherheizungen sollen auch im kommenden Jahrzehnt betrieben werden können. Verkauft wird das ganze als Baustein der Energiewende. Die Öfen sollen mit moderner Regeltechnik aufgemotzt werden und künftig als eine Art dezentraler Energiespeicher dienen, der die schwankende Energieversorgung durch Solar- und Windanlagen ausgleicht. Smart Grid lautet das Stichwort, schlaues Stromnetz.

Klingt hübsch, ist aber irrwitzig. Erstens setzt die Regierung in puncto Speicher auf die denkbar schlechteste Technik. Und zweites werden die Nachtspeicherheizungen - wenn sie denn tatsächlich zu Schwarmstrom-Speichern umfunktioniert werden können - die Energiewende nicht beschleunigen, sondern bremsen.

Es gibt bereits viele gute Ideen, wie sich überflüssiger Wind- oder Solarstrom speichern lässt, um ihn bei bedecktem Himmel oder Flaute wieder abzurufen: Im Großen können Pumpspeicherkraftwerke gebaut werden und im Kleinen Elektroautos als flexible, miteinander vernetze Speicher eingesetzt werden. Um Bedarfsspitzen abzufedern, können Kühlhäuser mit voller Kraft arbeiten, wenn das Stromangebot besonders hoch ist. Sinkt das Angebot, können sie sich eine Weile abschalten und Energie sparen. Alles gute Ideen.

Nachtspeicher-Verlängerung bremst Umstellung auf Ökostrom

Aber wie um alles in der Welt sollen Nachtspeicherheizungen in dieses Smart Grid passen, ins intelligente Stromnetz der Zukunft? Die Uralt-Klötze müssten ja erst einmal mit moderner Kommunikationstechnik aufgerüstet werden, ehe man sie fürs Smart Grid gebrauchen kann. Das kostet viel Geld - und wird sich für den Verbraucher nur rechnen, wenn das Ganze mit neuen Förderprogrammen der Regierung bezuschusst wird. Am Ende zahlt so der Steuerzahler für eine überholte Technik mit einem im Vergleich zu anderen Lösungen miesen Wirkungsgrad.

Die Endstufe des Irrsinns wäre dann erreicht, wenn der mit Steuergeld nachgerüstete Nachtspeicherofen hinter der ebenfalls mit Steuergeld gedämmten Fassade vor sich hinbollert - und deren Einsparungseffekt wieder zunichtemacht.

Am schlimmsten aber ist, dass der Nachtspeicher-Irrsinn die Energiewende nicht nur teurer als nötig macht - sondern die Umstellung auf Ökostrom sogar bremsen kann. Denn wenn beim derzeitigen Kraftwerksmix in Zeiten der Stromüberproduktion die überschüssige Energie einfach in Stromspeicher weggedrückt werden kann, dann begünstigt das vor allem schmutzige Kohlekraftwerke, die ihren billigen, aber klimafeindlichen Strom auch weiterhin loswerden.

Die Regierung hat ja nicht umsonst beschlossen, dass Ökostrom in den Netzen Vorfahrt hat - also abgenommen werden muss, ehe Atom- oder Kohlekraftwerke ihre Elektrizität loswerden. Das soll dazu führen, dass der wachsende Anteil an Ökostrom CO2-Dreckschleudern allmählich unrentabel werden lässt. Im Unterschied zum Beispiel zu wesentlich klimafreundlicheren Gaskraftwerken, die ihre Stromproduktion schnell an die schwankende Nachfrage anpassen.

Würden nun tatsächlich bald massenhaft Nachtspeicherheizungen umgerüstet, täte die Bundesregierung vor allem den großen Energiekonzernen einen Gefallen, die mit ihren Uralt-Kohlekraftwerken noch ein bisschen länger Geld verdienen könnten. Der Anreiz, in moderne Gaskraftwerke zu investieren, würde hingegen noch ein bisschen kleiner, als er ohnehin schon ist. Ein echter Schuss in den Nachtspeicherofen.

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1. Nationale Wenden
Liberalitärer 17.05.2013
Zitat von sysopDPANachtspeicherheizungen sollten abgeschafft werden. Nun dürfen sie unbegrenzt weiterbetrieben werden, und Schwarz-Gelb deklariert die Stromfresser auch noch zum Baustein der Energiewende. Tatsächlich ist die Entscheidung ein weiterer Sargnagel für die Klimapolitik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kommentar-es-ist-falsch-das-verbot-fuer-nachtspeicher-oefen-aufzuheben-a-900566.html
Kann man so, sehen, ist aber nationale Politik und nicht europakompatibel. Wer den Euro will, der muss den Binnenmarkt wollen und darf nicht in kleinräumigen, dezentralen Abgründen deutscher Energierpolitik herumwurschteln. Selbstverständlich setzen andere EU Staaten nach wie vor auf Heizungen auf Strom und es sollte ohne nationale Subventionitis dem mündigen europäischen Verbraucher obliegen zu bestimmen, welche Energierart er bevorzugt. Ansonsten muss man das Problem Energiewende europäisch angehen, mit allen Konsequenzen für die nationalistische Energiewende in D.
2. Na ja, schwarz-gelb eben ....
vgo 17.05.2013
… wer erwartet von der Mövenpick-Clique und den Scheinheiligen schon etwas anderes. Aber zum Trost: Elektrische Nachtspeicherheizung ist mittlerweile ein sehr teures Unnterfangen. Ich habe einen Nachbarn, der eine derartige Heizung 1987 – auf Anraten der Energieversorgungsunternehmen – eingebaut hat. 2009 hat er dann eine Wärmepumpe eingebaut, die ich schon seit 1985 habe und die bei mir nicht nur die Heizung, sondern auch das warme Wasser versorgt. Obwohl ich ca. 5-mal weniger an Primär-Energie (hier: elektrische Energie) benötigt habe, war meine Kostenersparnis in den 80er und 90er Jahren nur um einen Faktor 2 geringer als die meines Nachbarn – das Verhältnis hat sich dann aber im neuen Millennium – infolge des rasanten Anstiegs der Kosten für die elektrische Energie – schnell verändert. Wer also heute noch mit einer elektrischen Nachtspeicherheizung arbeitet, ist nicht ganz von Sinnen. Das Problem erledigt sich an den Kosten.
3. Und sie wissen es nicht nicht besser
MiniDragon 17.05.2013
Zitat von sysopDPANachtspeicherheizungen sollten abgeschafft werden. Nun dürfen sie unbegrenzt weiterbetrieben werden, und Schwarz-Gelb deklariert die Stromfresser auch noch zum Baustein der Energiewende. Tatsächlich ist die Entscheidung ein weiterer Sargnagel für die Klimapolitik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kommentar-es-ist-falsch-das-verbot-fuer-nachtspeicher-oefen-aufzuheben-a-900566.html
Stefan Schultz, Jahrgang 1980, studierte Medienkultur, Politik und Britische Literatur in Hamburg und Lissabon (M.A.). Praktika und freie Mitarbeit bei "Hamburger Abendblatt Online", "Prinz", "Hamburg LIVE" und der portugiesischen Tageszeitung "24 Horas". Entwicklungsredakteur und Crossmedia-Beauftragter für die Print- und TV-Ausgabe von "Deutschland International". Seit Juni 2007 Volontär bei SPIEGEL ONLINE, seit Dezember 2008 Redakteur im Ressort Wirtschaft. Trotzdem sollte er wissen, dass auch in manchen Nächten soviel Wind weht, dass schon heute so viel Windmühlenstrom erzeugt wird, dass der momentane Strombedarf überschritten wird. Die einzige sonstige Möglichkeit, die überflüssige Energie nicht abzufackeln wäre, sie in Tiefkühlanlagen zu nutzen.
4. Der Nachtspeicherofen produziert keine Klimagase,
tutnet 17.05.2013
schon garnicht, wenn er mit überschüssigem und billigem Windstrom aufgeheizt wird.
5. die energiewende der koalition ist glatter betrug.
blitzunddonner 17.05.2013
Zitat von sysopDPANachtspeicherheizungen sollten abgeschafft werden. Nun dürfen sie unbegrenzt weiterbetrieben werden, und Schwarz-Gelb deklariert die Stromfresser auch noch zum Baustein der Energiewende. Tatsächlich ist die Entscheidung ein weiterer Sargnagel für die Klimapolitik. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kommentar-es-ist-falsch-das-verbot-fuer-nachtspeicher-oefen-aufzuheben-a-900566.html
die energiewende der koalition ist glatter betrug. solarförderungen wurden gekürzt, erforschung und praxistests notwendiger innovationen eingeschränkt. auch an diesem beispiel wird klar: die nur zum schein verprellte energieindustrie hat weiterhin das sagen und jeder versuch, durch dezentralisierung die oligopolartigen vermarktungsstrukturen aufzuweichen, wird knallhart unterbunden. tatsächlich werden stromspeicher benötigt. aber eben nicht wärmespeicher. was kommt in frage? dezentral ist das vorallem batteriestrom für kleine unterversorgungszeiten, umwandlung in gas. regional könnten kleine speicherseen hilfe schaffen oder umfangreichere gaslager, zum beispiel bei den energiebauern mit den biogasanlagen. das haupthindernis ist der fast gleichbleibende strompreis. egal, ob tag oder nacht, hitze- oder kältewelle, überangebot oder nachfrage, der preis ist gleich. die biogasbauern lassen deshalb ihre gasmotoren auf konstantem dauerniveau laufen. obwohl sie geradezu prädistiniert wären, beim speichherproblem mitzuhelfen. wenn z.b. bei hohem strombedarf der abnahmepreis emporschnellt, könnten sie auch die produktion hochfahren. bei zu niedrigem preis drosseln. aber so? so steht im vordergrund, dass die motoren möglichst gleichförmig laufen, wegen der lebensdauer und wartungsanfälligkeit. auf betrieb mit wechselnder leistung sind sie nämlich noch nicht augelegt. auf den endverbraucher müsste der schwankende erzeugerpreis übrigens keine negativeen auswirkungen haben. der moderne haushalt produziert auch strom. mal muss er zukaufen, mal kann er abgeben.
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