Konjunktur 2014: Bundesbank prophezeit kräftiges Wachstum

Baustelle in Stuttgart: Billige Zinsen treiben den Wohnungsbau Zur Großansicht
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Baustelle in Stuttgart: Billige Zinsen treiben den Wohnungsbau

Mehr Wirtschaftswachstum, mehr Jobs und keine neuen Schulden: Die Bundesbank sagt Deutschland gute Zeiten voraus. Die Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 1,7 Prozent steigen wird. Als Gefahr sehen sie allerdings den geplanten Mindestlohn.

Berlin - Die deutsche Konjunktur wird nach Einschätzung der Bundesbank weiter an Schwung gewinnen. "Die Wirtschaft erhöht das Expansionstempo", hieß es in einer am Freitag veröffentlichten Mitteilung. Demnach hebt die Bundesbank ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum 2014 von 1,5 auf 1,7 Prozent an. 2015 rechnet sie sogar mit einem Plus von zwei Prozent. Europas größte Volkswirtschaft würde damit viermal so stark wachsen wie im zu Ende gehenden Jahr 2013.

"Die deutsche Volkswirtschaft befindet sich in einem guten Zustand", sagte Bundesbankpräsident Jens Weidmann. "Die Arbeitslosenquote ist niedrig, die Beschäftigung steigt weiter und der Lohnanstieg normalisiert sich." Zudem seien die Zinsen niedrig. "Diese Faktoren stützen den privaten Verbrauch und treiben den Wohnungsbau an." Zumal die Inflationsrate mit 1,3 Prozent im kommenden und 1,5 Prozent im übernächsten Jahr niedrig bleiben dürfte. Die Unternehmen werden der Bundesbank zufolge wieder mehr Geld in Maschinen, Geräte und andere Ausrüstungen investieren.

Die Zahl der Erwerbstätigen wird demnach sowohl in diesem als auch im kommenden Jahr zulegen. Die Zahl der Arbeitslosen soll sich bei 2,9 Millionen einpendeln. Von der guten Konjunktur profitiert auch der Staat. 2015 soll er einen Überschuss von 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erzielen, nachdem der Haushalt im laufenden Jahr ausgeglichen sein soll. Allerdings sind in dieser Prognose die Vereinbarungen aus dem Koalitionsvertrag von Union und SPD noch nicht berücksichtigt.

Die Pläne der Politik stoßen teils auf Kritik. "Einige der in der Koalitionsvereinbarung in Aussicht gestellten Maßnahmen wie der Mindestlohn drohen die Leistungsfähigkeit der Arbeits- und Gütermärkte zu beschädigen, und der fiskalische Kurs soll gelockert werden", sagte Weidmann. Ein weiteres Risiko stelle das außenwirtschaftliche Umfeld dar. Die Auswirkungen der Schuldenkrise im Euro-Gebiet seien zwar eingedämmt und wichtige Reformen eingeleitet worden. "Die hohe Verschuldung und die fortbestehenden Strukturprobleme werden jedoch die Krisenanfälligkeit der europäischen und der globalen Wirtschaft hoch halten", warnte die Bundesbank.

stk/Reuters/dpa

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insgesamt 50 Beiträge
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1. Dass solche Traumtänzer mit Statistikjongleuren Notenbanken betreiben können,...
Gerdtrader50 06.12.2013
ist mindestens so verkehrt als die ganzen Statistiklügenverbreiter der politischen Szene dieses Landes dieds können. Die Gefahren liegen ganz woanders. 1.) Existenzunfähige Währung, 2.) Transferunion, 3. ) Italiener feuert mit Zentralbankgeld die Banken und verhindert die Implosion des nicht zusammen gehörigen Konglomerates unterschiedlichster Staaten mit eigenen Konjunkturen, Politiken, Leistungsfähigkeiten, Im- und Exportratenunterschieden. Ebenso musste die EZB ein rundes Dutzend Programme zur Stützung der Staats- und Wirtschaftsfinanzierungen über anderslautende Ziele in die nationalen Notenbanken übergeben. Die BuBa selbst stützt den maroden Geesamtwirtschaftsraum mit cirka 700 Milliarden Euro Target 2 Saldo. Rechnen die damit, dass dass je irgenwer ausgeleicht ? Dazu kommen die exorbitant fehlerhaften (extra natürlich) AL-Statistiken. 2,9 Mio ALG-1-Empfänger, 1 Mio statistisch weggelogen, sind 3,9 plus 4 Mio echte Arbeitslose im H-4 Bereich, dazu 7 Mio prekär Beschäftigte mit Minilöhnen, dazu 3 Mio Armutsrentner, ein rundes Drittel der Arbeitnehmer sind bettelarm. Würden die sich mal um ihre zentralen Aufgaben kümmern, die sie seit Kohl sträflich vernachlässigt haben, hätten sie genug zu tun und bräuchten sich nicht über 8,50 Euro lächerliche aufzuregen. Schuster, bleib bei deinem Leisten. Noch nicht den Leisten können sie bedienen, aber politisch unzulässig rumjaulen.
2. Jo
Progressor 06.12.2013
Da die Wirtschaftsentwicklung viel davon abhängt wie die Wirtschaftssubjekte die Zukunftsaussichten bewerten, ist jeder der in der Öffentlichkeit steht dazu aufgefordert ständig positive Signale zu senden. Ansonsten hätte er seinen Job verfehlt. Deshalb nur mal unter uns: Woher die positive Entwicklung im nächsten Jahr kommen soll, weiss der Teufel. Wobei wir gesehen haben, dass in der Eurozone schnell mal so manches möglich ist (Aushebelung der Non-Bail-Out-Klausel, monetäre Staatsfinanzierung, OMP-Ankündigung). Also harren wir mal was passiert. Ganz nebenbei: Dass unsere Leistungsbilanz schon in unserem eigenen Interesse ausgeglichen werden muss, interessiert Weidmann nicht. Deshalb hat er auch keine Ahnung davon, dass der Mindestlohn dazu ein geeignetes Instrument wäre.
3. Das einzige was in Deutschland noch steigen kann sind vor allem
doytom 06.12.2013
Zitat von sysopMehr Wirtschaftswachstum, mehr Jobs und keine neuen Schulden: Die Bundesbank sagt Deutschland gute Zeiten voraus. Die Experten erwarten, dass das Bruttoinlandsprodukt im kommenden Jahr um 1,7 Prozent steigen wird. Als Gefahr sehen sie allerdings den geplanten Mindestlohn. Konjunktur: Bundesbank prophezeit kräftiges Wachstum für 2014 - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/konjunktur-bundesbank-prophezeit-kraeftiges-wachstum-fuer-2014-a-937540.html)
Das einzige was in Deutschland noch steigen kann sind vor allem: - die Zahl der Arbeitslosen da die Auslagerung der Produktion in Billiglohnlder China und Indien weiter voranschreitet - die Zahl der 'verdeckten Arbeitslosigkeit' die dreimal über der offiziellen Arbeitslosenstatistik liegt - die Anzahl der Hartz4 Empfänger und Empfänger von Transferleistungen da sie sich mit dem jetzigen Gehalt keinen Lebensunterhalt leisten können. - die Zahl der Zeitarbeiter oder sonstigen prekären Arbeitsverhältnisse da das Modell des 'normal versicherungspflichtigen Arbeitsplatzes' zunehmend zur Fata Morgana wird Aufgrund wirtschaftlichen Drucks - die Zahl der Ghettos und No-Go-Areas in deutschen Städten aufgrund unkontrollierter Migration aus allen Teilen der Welt zunimmt Das ist das Deutschland von Morgen in der 3te Welt Liga
4. Gewinn versus Lohn
ullibulli09 06.12.2013
Es ist wieder mal das übliche Spiel. Wenn Unternehmen höhere Löhne zahlen müssen, drohen sie mit Arbeitsplatzabbau. Aktuell ist es so, dass der Steuerzahler, also wir alle, die Arbeitskräfte in Unternehmen bezahlen, durch die Aufstockung des Lohnes mit Steuermitteln. Davon profitieren nur die Unternehmen durch höhere Gewinne, sonst niemand. Der Arbeitnehmer hat nicht mehr Geld und der Staat keine höheren Einnahmen. Und wer behauptet, dass die Unternehmen dadurch höhere Gewinne machen und dadurch mehr Steuern zahlen, der unterschätzt die Möglichkeiten der Steuertricks.
5. Ortsangabe Berlin?
Herzbubi 06.12.2013
ist die Bundesbank umgezogen?
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