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Konjunktur: Starker Export beschleunigt deutsches Wachstum

Dank der Nachfrage aus dem Ausland ist das vergangene Jahr für die deutsche Wirtschaft versöhnlich zu Ende gegangen. Das Bruttoinlandsprodukt legte überraschend deutlich um 0,4 Prozent zu. Die Konsumausgaben dagegen schrumpfen.

Autos im Hafen von Emden: Export erneut wichtigste Stütze der Konjunktur Zur Großansicht
REUTERS

Autos im Hafen von Emden: Export erneut wichtigste Stütze der Konjunktur

Berlin - Die deutsche Wirtschaft hat das Jahr 2013 erfreulich gut abgeschlossen. Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Oktober und Dezember um 0,4 Prozent zu, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte.

In einer ersten Schätzung waren die Statistiker Mitte Januar von etwa einem Viertel Prozent Wachstum im Vergleich zum Vorquartal ausgegangen. Für das gesamte Jahr 2013 bestätigte die Behörde ein BIP-Plus von 0,4 Prozent.

Nach der auch witterungsbedingten Stagnation im ersten Quartal 2013 war die deutsche Wirtschaft im vergangenen Jahr stetig, aber moderat gewachsen. Das Plus von 0,7 Prozent zum Vorquartal von April bis Juni war auch mit Nachholeffekten begründet worden, im dritten Vierteljahr ging es um 0,3 Prozent bergauf.

Anders als zuletzt kamen die positiven Impulse zum Jahresende vor allem vom Außenhandel. Nach den vorläufigen Berechnungen stiegen die Exporte von Oktober bis Dezember sehr viel stärker als die Importe, berichteten die Statistiker. Dagegen verharrten die staatlichen Konsumausgaben auf dem Niveau des Vorquartals, während die privaten Ausgaben sogar leicht zurückgingen.

Erfreulich entwickelten sich erneut die Anlageinvestitionen: Sowohl in Ausrüstungen als auch in Bauten wurde deutlich mehr investiert als im dritten Quartal 2013. Damit zogen die Investitionen im Quartalsvergleich zum dritten Mal seit dem Frühjahr an. Der von der Euro-Schuldenkrise ausgelöste Investitionsstau scheint damit überwunden. Zuvor hatten verunsicherte Unternehmer ihre Investitionen in Maschinen und Anlagen lange Zeit zurückgestellt.

Starker Aufschwung für 2014 erwartet

Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich das Wirtschaftswachstum im Verlauf des Jahres 2013 beschleunigt, wie das Statistische Bundesamt erklärte: Das preisbereinigte BIP stieg im Schlussquartal um 1,3 Prozent nach plus 1,1 Prozent im dritten und plus 0,9 Prozent im zweiten Vierteljahr 2013.

Im Gesamtjahr war nach bisherigen Angaben der Statistiker die Binnennachfrage der wichtigste Wachstumsmotor der deutschen Wirtschaft - insbesondere der private Konsum bewahrte die Konjunktur vor einem Absturz. Der sonst so robuste deutsche Außenhandel bremste den Aufschwung im Gesamtjahr hingegen.

Inzwischen dürfte das Konjunkturtal durchschritten sein. Rein rechnerisch wird die deutsche Wirtschaftsleistung 2014 schon dann um 0,6 Prozent steigen, wenn das saison- und kalenderbereinigte BIP im Gesamtjahr auf dem Niveau des vierten Quartals 2013 verbleiben würde, erklärten die Statistiker.

Experten rechnen aber bereits mit einem deutlich stärkeren Aufschwung. Die Regierung erwartet für das laufende Jahr ein Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte am Mittwoch erklärt: "Die deutsche Wirtschaft ist auf einen stabilen und breit angelegten Erholungskurs eingeschwenkt."

Auch die französische Wirtschaft ist im vierten Quartal etwas schneller gewachsen als erwartet. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von Oktober bis Dezember um 0,3 Prozent, wie das Statistikamt Insee mitteilte. Im dritten Quartal hatte es eine Stagnation gegeben. 2013 wuchs die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft damit um 0,3 Prozent. Für 2014 rechnet die Notenbank mit einem Wachstum von 0,9 Prozent.

mik/dpa/Reuters

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