Ifo-Index schon wieder gefallen "Der Aufschwung leidet an Altersschwäche"

Der Ifo-Geschäftsklimaindex fällt stärker als erwartet. Damit ist die Stimmung in den Chefetagen der deutschen Wirtschaft so schlecht wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr.

Skyline von Frankfurt am Main (Archiv)
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In den Chefetagen deutscher Konzerne wachsen laut dem neuen Ifo-Geschäftsklimaindex die Sorgen. Der Index sank von 102,0 Punkten im November auf 101,0 Punkte im Dezember, das ist der tiefste Stand seit mehr als zwei Jahren. "In diesem Jahr fällt die Bescherung für die deutsche Wirtschaft mager aus", sagte Ifo-Präsident Clemens Fuest. Vor allem im Dienstleistungssektor und verarbeitenden Gewerbe schätzten die Unternehmen ihre aktuelle Lage schlechter ein als zuletzt.

Die Stimmung trübte sich sowohl im Handel als auch bei den Dienstleistern sowie in der Industrie ein, während sie in der Baubranche stabil blieb. Erstmals seit Mai 2016 schätzten die Industriebetriebe die Aussichten negativ ein. "Entsprechend korrigierten die Firmen ihre Produktionspläne nach unten", sagte Fuest. Experten machen das schwierige Umfeld dafür verantwortlich. "Wir haben vor uns einen Haufen politischer Risiken, angefangen vom Handelsstreit der USA und China über den Brexit und Italiens Defizit sowie neuerdings Frankreichs Abkehr von den Reformen", sagte LBBW-Chefvolkswirt Uwe Burkert.

Die aktuelle Geschäftslage wurde von den befragten Firmenmanagern allerdings noch deutlich besser eingeschätzt als die Aussichten. "Es fehlt derzeit am nötigen Rückenwind für die deutsche Wirtschaft", sagt Thomas Gitzel von der VP Bank. Eine Rezession drohe zwar nicht, "aber der Aufschwung scheint an Altersschwäche zu leiden".

Für den Index befragt das Ifo-Institut monatlich rund 9000 Unternehmen. Dabei werden sie gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate einzuschätzen. Seit August befindet sich der Index im Sinkflug.

beb/dpa/Reuters



insgesamt 3 Beiträge
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davi_ac 18.12.2018
1. Ifo
[Zitat] Für den Index befragt das Ifo-Institut monatlich rund 9000 Unternehmen. Dabei werden sie gebeten, ihre gegenwärtige Geschäftslage zu beurteilen und ihre Erwartungen für die nächsten sechs Monate einzuschätzen.[Zitatende] Das einzig belastbare ist die Aussage der Unternehmer, wie es Ihrem Geschäft gerade geht. Der Rest ist Kaffeesatzleserei, denn _keiner_ weiß, wie es in einem halben Jahr aussieht. Erst recht nicht mit Variablen wie Trump und Co! Und dann gibt es noch Experten, die raten, wie denn die Unternehmer geschätzt haben könnten oder wie erklärt man sich, dass "stärker als erwartet". Oder um Volker Pispers zu zitieren: Die Kaffeesatzleser interviewen die Glaskugelbesitzer... Dass so ein Geschäftsmodell überlebensfähig ist, da kann man nur den Kopf schütteln.
shodanpc 18.12.2018
2. Das schöne:
Die schreiben die Unternehmen nur an. Da sitzt dann aber nicht der Geschäftsführer und geht mal tief in sich.. der hat dafür keine Zeit. Das macht dann die Sekrätärin oder der Prakti zur Not nach kurzer Anweisung.
rainercom 19.12.2018
3. "Der Aufschwung
dieses Wort erinnert mich an das Schulturnen hat man den Aufschwung am Reck endlich geschafft,ging es auch ganz schnell wieder Bergab.
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