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Konjunktur in Deutschland: Wirtschaftsweise erwarten 2015 kaum Wachstum

Die Wirtschaftsweisen sind skeptisch: Deutschlands Wirtschaft werde 2015 nur noch um 1,0 Prozent wachsen, schreiben sie in ihrem Jahresgutachten. Auch für das laufende Jahr senken sie laut "Süddeutscher Zeitung" ihre Prognose.

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Rangierbahnhof Seelze: Düstere Aussichten für die deutsche Wirtschaft

Berlin - Sie sind noch pessimistischer als die Bundesregierung: Die fünf Wirtschaftsweisen erwarten, dass die Konjunktur in Deutschland noch stärker abkühlen wird als bislang gedacht. 2015 rechnen sie nur noch mit einem Wachstum von 1,0 Prozent. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" unter Berufung auf das neue Jahresgutachten, das die Professoren am Mittwoch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Berlin übergeben.

Auch die Regierung hatte ihre Vorhersagen vor kurzem deutlich reduziert, für das kommende Jahr rechnet sie aber immerhin noch mit einem Plus von 1,3 Prozent.

Der Sachverständigenrat veröffentlicht sein Jahresgutachten meist im November und aktualisiert dies dann im Frühjahr. Der Jahresstart 2014 hatte die fünf Wissenschaftler zuversichtlich gestimmt. Jetzt wollen sie ihre Prognose für das laufende Jahr von 1,9 Prozent auf 1,2 Prozent senken. Verantwortlich für die enttäuschenden Zahlen seien unter anderem die weltwirtschaftlichen Krisen und die schleppende Erholung im Euroraum, so die Experten. Sie sehen aber auch Fehler bei der großen Koalition: Der eingeschlagene Kurs in der Energiepolitik und in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik könne sich negativ ausgewirkt haben.

Um zusätzliche Wachstumsimpulse auszulösen, will Schwarz-Rot nun ein zehn Milliarden Euro umfassendes Investitionsprogramm auflegen - ohne dafür neue Schulden machen zu müssen. Das hatte Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in der vorigen Woche angekündigt. Das Ziel eines ausgeglichenen Bundeshaushalts will Schäuble dennoch erreichen.

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt laut dem Gutachten auf Rekordniveau: 2014 rechnen die Wirtschaftsweisen mit 42,641 Millionen Erwerbstätigen, 2015 mit 42,795 Millionen. Die Arbeitslosenquote werde in beiden Jahren konstant bei 6,7 Prozent liegen.

Auch die führenden deutschen Wirtschaftsforschungsinstitute hatten zuletzt von deutlich trüberen Aussichten für die Wirtschaft gesprochen - und das, obwohl deutsche Unternehmen im September so viel ins Ausland verkauft haben wie nie zuvor in einem Monat.

Dem Exporterfolg stehen allerdings schwache Zahlen bei der Industrieproduktion gegenüber. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag rechnet schon damit, dass Betriebe demnächst wieder zu Kurzarbeit gezwungen werden könnten.

vet/dpa

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