Minus im vierten Quartal Euro-Zone rutscht tiefer in die Rezession

Der Abschwung in der Euro-Zone hat sich Ende 2012 drastisch verschärft. Im vierten Quartal brach die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent ein. Experten erwarten eine Fortsetzung des Abwärtstrends - rechnen aber für den Jahresbeginn mit einem deutlich kleineren Minus.

Hamburger Hafen: Wirtschaft in der Euro-Zone schrumpft deutlich
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Hamburger Hafen: Wirtschaft in der Euro-Zone schrumpft deutlich


Luxemburg/Brüssel - Die Euro-Zone bleibt tief in der Krise: Im vierten Quartal 2012 ist die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent eingebrochen, teilte das Europäische Statistikamt Eurostat am Mittwoch mit. Damit rutscht der gemeinsame Währungsraum weiter in die Rezession - und zwar mit wachsender Geschwindigkeit. Noch im Sommerquartal hatte es lediglich ein Minus von 0,1 Prozent gegeben.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Schlussquartal des vergangenen Jahres um 0,9 Prozent zurück. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte schrumpften um 0,4 Prozent, die Bruttoanlageinvestitionen um 1,1 Prozent. Die Ausfuhren gaben um 0,9 Prozent nach. Die Einfuhren gingen ebenfalls um 0,9 Prozent zurück.

Allerdings dürfte sich die Talfahrt Anfang dieses Jahres etwas abschwächen. Das Markit-Institut rechnet mit einem leichten Abflauen der Wirtschaftskrise in der Euro-Zone. Demnach wird das Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal mit 0,2 Prozent deutlich langsamer sinken. Die Kluft zwischen den Euro-Staaten wird aber immer größer.

Dass Deutschland und Frankreich momentan so weit auseinander driften wie nie zuvor in der 15-jährigen Umfragegeschichte sei "besorgniserregend", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson. Deutschland ist auf dem besten Weg zum stärksten Quartalswachstum seit Frühjahr 2011, Frankreichs Wirtschaft schrumpft hingegen so zügig wie seit vier Jahren nicht mehr.

fdi/dpa-AFX/Reuters



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insgesamt 6 Beiträge
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seine-et-marnais 06.03.2013
1. Lesen im Kaffeesatz
Zitat von sysopREUTERSDer Abschwung in der Euro-Zone hat sich Ende 2012 drastisch verschärft. Im vierten Quartal brach die Wirtschaftsleistung um 0,6 Prozent ein. Experten erwarten eine Fortsetzung des Abwärtstrends - rechnen aber für den Jahresbeginn mit einem deutlich kleineren Minus. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/konjunktur-wirtschaft-in-der-euro-zone-schrumpft-im-vierten-quartal-a-887191.html
Ein typischer 'Durchhalteartikel'. im 4 Quartal war immerhin das deutsche Minus höher als das französische. Auch interessant dass die Nichteuroländer zwischenzeitlich besser da stehen. Warum dann Lettland in die Euro-Zone will ist rätselhaft, vor allem da die Mehrheit der Letten dagegen ist.
dr_ix 06.03.2013
2. Der Wechselkursausgleich fehlt
So wie von den Eurokritikern vor Einführung massiv gewarnt, zeigt sich immer mehr, dass ohne Abwertungsmöglichkeit des Währungskurses wirtschaftlich schwache Länder sich nicht mehr erholen können und die starken Länder (hier also eigentlich nur Deutschland) immer mehr dazu gewinnen. Klingt zumindest für uns auf den ersten Blick nicht so schlimm, aber denkt man weiter wird klar, dass wir auch ein ganz großes Interesse an einem wirtschaftlich halbwegs ausgeglichenem Europa haben müssen. Denn kommt der Wohlstand nicht in die anderen Länder, kommen die Menschen dort irgendwann alle zu uns. Das was der Euro einst sicherstellen sollte, die Einheit und den Frieden in Europa, wird durch die von ihm verursachten Unruhen nun in Frage gestellt. Ein trauriges Absurdum.
seneca55 06.03.2013
3. 2013 verschärft sich die Rezession in EURO-Land?
In Spanien und Griechenland geht die Arbeitslosenquote gegen 30% und in Italien gegen 14% wie ebenso in Frankreich. Dank Agenda-2010 und Merlkels EU-Politik darf der Deutsche Steuerzahler die EU-Staatsdefizite/Verschuldungsquoten mit seinen abgepressten Milliarden mit den Holländern-Österreichern-Luxemburger und Finnen an die Boni-Banken ausgleichen. Danke Kanzlerin Merkel und Alt-Kanzler Schröder!
dapmr75 06.03.2013
4. Gute Nachrichten; kommt jetzt DAX 10.000?
Die Zentralbanken scheinen die Kapitalmärkte erfolgreich von der Realität entkoppelt haben, somit können die Anleger trotz der miesen Lage weiter gutes "Geld" verdienen. Ich frage mich, wann der EZB und den entfesselten Politikern ein Licht aufgehen wird, dass sie es nicht besser sondern immer schlimmer machen mit ihrer stetigen und erzwungenen Falschallokation von Kapital.
semaphil 06.03.2013
5. Wieso?
Zitat von seine-et-marnaisEin typischer 'Durchhalteartikel'. im 4 Quartal war immerhin das deutsche Minus höher als das französische. Auch interessant dass die Nichteuroländer zwischenzeitlich besser da stehen. Warum dann Lettland in die Euro-Zone will ist rätselhaft, vor allem da die Mehrheit der Letten dagegen ist.
Jedes Land, das in die Eurozone aufgenommen wird, kann endlich seine Banker und Politiker angemessen bezahlen. Da ist einfach viel abzugreifen. Wen interessiert schon, was 8 Jahre später ist?
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