Schwacher Außenhandel Wirtschaftsforscher senken Prognosen für Deutschland

Deutschlands führende Ökonomen korrigieren ihre Wachstumsprognosen für das laufende Jahr. Die Forscher begründen ihre Skepsis mit einer schwächelnden Außenwirtschaft.

Das Containerschiff "CSCL Indian Ocean" im Hamburger Hafen
DPA

Das Containerschiff "CSCL Indian Ocean" im Hamburger Hafen


Führende Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für Deutschland für 2016 gesenkt. Am stärksten korrigierte das in Essen beheimatete Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) seine Berechnungen. Das RWI rechnet nun mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent. Ende vergangenen Jahres waren die Forscher noch von einem deutlich stärkeren Wachstum von 1,8 Prozent ausgegangen. Gebremst werde die Entwicklung derzeit durch die Außenwirtschaft, sagte RWI-Konjunkturexperte Roland Döhrn.

Das Wirtschaftswachstum werde voraussichtlich allein von der Nachfrage im Inland getragen. Für das kommende Jahr gehen die Forscher von einem wieder etwas stärkeren Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um 1,6 Prozent aus. "Die Dynamik des Welthandels hat sich deutlich verlangsamt, und der Zusammenhalt in der EU hat sich jüngst deutlich verschlechtert", sagte Döhrn. Sollten sich diese Tendenzen fortsetzen, wäre das "Gift" für die deutsche Volkswirtschaft. Als konjunkturelle Stütze habe dagegen der Konsum im Inland gewirkt, darunter die Ausgaben für Flüchtlinge.

Etwas zuversichtlicher für die Konjunktur zeigt sich das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW). Das DIW prognostiziert laut einer Mitteilung trotz des eingetrübten weltwirtschaftlichen Umfelds einen Anstieg des BIP von 1,6 Prozent. Im vergangenen Dezember kamen die Konjunkturforscher auf einen Wert von 1,7 Prozent.

Den größten Optimismus unter den Wirtschaftsexperten zeigt weiterhin das Institut für Weltwirtschaft (IfW). Die Kieler Forscher gehen von einem Anstieg des Bruttoinlandsprodukts im laufenden Jahr von 2,0 Prozent aus. Allerdings hatten auch sie ihre Prognose reduziert. Bislang rechneten sie mit einem Wachstum von 2,2 Prozent.

Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr fiel das BIP nach ersten Berechnungen des Statistischen Bundesamtes um 1,7 Prozent höher aus als 2014.

msc/dpa



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