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Konjunkturboom: Schwarz-Gelb will Rentenbeitrag 2012 kappen

Der Aufschwung hat die Rentenkasse gefüllt, nach SPIEGEL-Informationen können Beitragszahler jetzt auf Entlastung hoffen. Sollte die Wirtschaft weiter boomen, könnte die Abgabenlast weiter sinken.

Hamburg - Die Bundesregierung plant nach SPIEGEL-Informationen, den Beitrag zur Rentenversicherung von derzeit 19,9 Prozent schon Anfang des nächsten Jahres auf 19,6 Prozent oder weniger zu senken. Die Verringerung der Abgabenlast wird möglich, weil sich die Reserven der Alterssicherung dank der guten Konjunktur und steigender Beschäftigungszahlen zunehmend verbessern.

Die Rücklagen der Alterskasse nähern sich der Grenze von anderthalb Monatsausgaben, ab der der Beitragssatz laut Gesetz sinken muss. Auch in den Folgejahren ist mit noch geringeren Rentenversicherungsbeiträgen zu rechnen, weil sich die wirtschaftliche Entwicklung nach Einschätzung der Bundesregierung auch nach 2012 weiter positiv entwickeln wird. Mittelfristig könne der Beitragssatz auf eine Größenordnung von 19,3 Prozent sinken, heißt es in Berlin.

Der Präsident der Rentenversicherung, Herbert Rische, hatte jüngst eine Verringerung des Beitragssatzes im Bundestagswahljahr 2013 als möglich bezeichnet, allerdings noch nicht auf 19,3 Prozent, sondern auf 19,5 Prozent.

So viel Rente gibt es im Schnitt (in Euro)
Bundesland Männer Frauen
Baden-Württemberg 1055,39 516,05
Bayern 983,41 496,12
Berlin 1039,27 684,06
Brandenburg 1035,67 677,38
Bremen 1044,16 507,53
Hamburg 1069,70 596,02
Hessen 1051,61 493,95
Mecklenburg-Vorpommern 1000,65 652,84
Niedersachsen 1024,05 459,31
Nordrhein-Westfalen 1118,28 457,83
Rheinland-Pfalz 1013,52 429,57
Saarland 1119,18 390,32
Sachsen 1059,04 682,58
Sachsen-Anhalt 1031,79 649,76
Schleswig-Holstein 1017,89 482,99
Thüringen 1030,28 669,74
Bundesdurchschnitt 1049,27 528,23
Quelle: Deutsche Rentenversicherung. Angaben für gesetzl. Altersrenten, Stand: 31.12.2008

suc/Reuters

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1. nie
Gebetsmühle 12.03.2011
Zitat von sysopDer Aufschwung hat die Rentenkasse gefüllt, nach SPIEGEL-Informationen können Beitragszahler jetzt auf Entlastung hoffen. Sollte die Wirtschaft weiter boomen könnte die Abgabenlast weiter sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750547,00.html
wann kommt endlich die meldung, dass schwarz-gelb die diäten kappen will und die einkünfte der politiker an die renten- und einkommensentwicklung der realwelt koppelt?
2. 2012
mis4nthrop 12.03.2011
Zitat von sysopDer Aufschwung hat die Rentenkasse gefüllt, nach SPIEGEL-Informationen können Beitragszahler jetzt auf Entlastung hoffen. Sollte die Wirtschaft weiter boomen könnte die Abgabenlast weiter sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750547,00.html
ist noch lange hin...bis dahin passiert noch einiges. für mich: WAHLKAMPFGESCHWAFEL
3. interessanter Vergleich
weltbetrachter 12.03.2011
Merkwürdig ist der Vergleich der neuen Bundesländern z.B. mit Bayern. Das boomende Land Bayern ist in der Statistik niedriger angesetzt als die neuen Bundssländer. Haben die Bürger dort nach der Wiedervereinigung so viel Geld nachträglich in das System eingezahlt oder machen sich die Anrechnungszeiten - ohne Beitragszahlungen - aus der DDR-Vergangenheit so stark bemerkbar? . Da kann doch was nicht mit rechten Dingen zugehen.
4. -
Mulharste, 12.03.2011
Zitat von weltbetrachterMerkwürdig ist der Vergleich der neuen Bundesländern z.B. mit Bayern. Das boomende Land Bayern ist in der Statistik niedriger angesetzt als die neuen Bundssländer. Haben die Bürger dort nach der Wiedervereinigung so viel Geld nachträglich in das System eingezahlt oder machen sich die Anrechnungszeiten - ohne Beitragszahlungen - aus der DDR-Vergangenheit so stark bemerkbar? . Da kann doch was nicht mit rechten Dingen zugehen.
genau...wir bescheissen Sie, ganz besonders SIE persönlich. So wie am ersten das Geld kommt, und am 15ten der Soli, bescheissen wir Sie auch noch bei der Rente. NEidisch, gell. BTW: Die Rente ist ein Umlageverfahren ;-)
5. ...
vogelsteller 12.03.2011
Zitat von sysopDer Aufschwung hat die Rentenkasse gefüllt, nach SPIEGEL-Informationen können Beitragszahler jetzt auf Entlastung hoffen. Sollte die Wirtschaft weiter boomen könnte die Abgabenlast weiter sinken. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,750547,00.html
welch ein süßer traum. was für ein stoff wird denn da geraucht.
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Rentengarantie
ddp
Die Rentengarantie wurde 2009 von der Großen Koalition beschlossen. Die Schutzklausel sieht vor, dass Rentenkürzungen in wirtschaftlich schwachen Zeiten ausgeschlossen sind. Mit der gesetzlichen Garantie wird sichergestellt, dass die Renten in Deutschland auch dann stabil bleiben, wenn die Löhne sinken sollten. Rentner werden somit vor sinkenden Altersbezügen geschützt.

Die damalige Bundesregierung hatte für 2010 und die Folgejahre keine Lohnsenkungen erwartet. Die Rentengarantie war daher eine reine Vorsichtsmaßnahme. Das Gesetz war eine Reaktion auf eine Debatte über mögliche Rentenkürzungen im Jahr 2010.


Die Berechnung der Rentensteigerung
Lohn der Arbeitnehmer
Das Prinzip der dynamischen Rente besagt, dass die Rentner vom steigenden Wohlstand der Arbeitnehmer proftieren sollen. Deshalb steigen die Bezüge der älteren Generation grundsätzlich um den gleichen Prozentsatz, mit dem sich auch der Durchschnittslohn je Arbeitnehmer im Vorjahr erhöht. Vereinfacht gesagt: Verdient ein durchschnittlicher Arbeitnehmer dank Lohnererhöhungen zwei Prozent mehr, erhöht sich auch die Rente entsprechend. Allerdings wurden in den vergangenen Jahren zwei Faktoren eingeführt, die den Rentenanstieg bremsen.
Riester-Faktor
Der Riester-Faktor wurde 2001 eingeführt. Der Abzug von der sich rechnerisch ergebenden Rentenerhöhung soll den erhöhten Aufwendungen der Arbeitnehmer für die private Altersvorsorge (Riester-Rente) Rechnung tragen. Der Sonderfaktor hat den Rentenanstieg in den vergangenen Jahren um 0,5 bis 0,6 Prozent jährlich gedämpft. Allerdings wurde er für die Jahre 2008 und 2009 ausgesetzt. Das damals fällige Minus soll allerdings 2012 und 2013 nachgeholt werden.
Nachhaltigkeitsfaktor
Der Nachhaltigkeitsfaktor wurde im Rahmen der Rentenreform des Jahres 2004 eingeführt. Er soll sicherstellen, dass die Renten dann weniger stark steigen, wenn die Zahl der Beitragszahler sinkt. Weil es künftig immer mehr Rentner und immer weniger Arbeitnehmer geben wird, führt er mit großer Wahrscheinlichkeit in den kommenden Jahren regelmäßig zu geringeren Rentensteigerungen. Auch in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit dämpft der Sonderfaktor das Plus bei den Renten.
Rentengarantie
Die Rentengarantie wurde 2009 beschlossen. Sie soll sicherstellen, dass die Altersbezüge auch dann nicht niedriger ausfallen, wenn die Lohnsumme sinkt. Allerdings soll die ausgefallene Rentenkürzung in besseren Zeiten nachgeholt werden. Dann steigen die Altersbezüge nur halb so viel wie rechnerisch möglich.
Die Säulen des Sozialsystems
Arbeitslosenversicherung
Jeder Arbeitnehmer in Deutschland ist Pflichtmitglied der Arbeitslosenversicherung. Die Hauptleistung der Versicherung ist das Arbeitslosengeld I (ALG I), das einen Teil des ehemaligen Nettoeinkommens ersetzt und bis zu ein Jahr nach Verlust einer Stelle gezahlt wird. Für ältere Arbeitslose gelten Ausnahmen. Läuft die Zahlung des ALG I aus, ohne dass eine neue Stelle gefunden wurde, wird anschließend Arbeitslosengeld II (ALG II) gezahlt. Das Instrument - auch bekannt als Hartz IV - wurde im Jahr 2005 geschaffen, als die ehemalige Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammengelegt wurden. Der Beitragssatz zur Arbeitslosenversicherung beträgt derzeit 3,0 Prozent des Bruttolohns. Arbeitgeber zahlen diesen Satz auch für jeden Beschäftigten.
Krankenversicherung
Es gibt zwei Arten von Krankenversicherungen - die Gesetzliche (GKV) und die Private (PKV). Rund 90 Prozent der Erwerbstätigen sind in der GKV pflichtversichert. Der Beitragssatz beträgt aktuell 15,5 Prozent für alle Versicherten. Zusätzlich können die Krankenkassen vom Einkommen unabhängige Beiträge erheben. Seit Anfang 2009 fließen alle Beiträge in einen Gesundheitsfonds, aus dem sie an die Kassen verteilt werden. Der Zugang zur PKV steht nur Selbstständigen und Arbeitnehmern oberhalb einer Einkommensgrenze offen.
Rentenversicherung
Die Beiträge werden durch ein Umlageverfahren finanziert, bei dem die Berufstätigen die Leistungen der Rentner zahlen. Anhand der eingezahlten Beiträge wird die künftige Rentenhöhe errechnet. Zurzeit liegt der Beitragssatz bei 19,6 Prozent. Im Januar 2013 sinkt der Beitrag auf 18,9 Prozent. Das gesetzliche Renteneintrittsalter wird derzeit stufenweise von 65 Jahren auf 67 Jahre heraufgesetzt.
Pflegeversicherung
Die Pflegeversicherung ist die jüngste der Sozialversicherungen in Deutschland. Sie ist eine Grundversicherung, die einen Teil der Pflegekosten abdeckt.


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