Konjunkturflaute Frankreich halbiert Wachstumsprognose

Rückschlag für Nicolas Sarkozy zum Wahlkampfauftakt: Frankreichs Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,5 Prozent wachsen - die Regierung hatte mit dem Doppelten gerechnet. Der IWF ist noch pessimistischer.

Arbeiter in einem französischen Alstom-Werk: Reformpause ist "lächerlich"
AFP

Arbeiter in einem französischen Alstom-Werk: Reformpause ist "lächerlich"


Paris - Sparen und trotzdem wachsen: Das soll das Motto des neuen Fiskalpakts sein. Dass es mit dem Wachsen jedoch schwierig werden kann, erlebt Frankreich gerade am eigenen Leib: Die französische Regierung hat ihre Konjunkturprognose für 2012 um die Hälfte nach unten korrigiert.

Das Wirtschaftswachstum im laufenden Jahr werde wahrscheinlich nur 0,5 Prozent betragen und nicht wie zuletzt erwartet 1,0 Prozent, sagte Premierminister François Fillon am Montag in Paris. Die Revision berücksichtige die jüngste Verschlechterung der Wirtschaftslage.

Die schwache Konjunktur gefährdet die Sparziele Frankreichs. Das Land hat sich verpflichtet, sein Haushaltsdefizit bis 2013 auf drei Prozent zurückzufahren. Im vergangenen Jahr betrug es noch rund 5,4 Prozent. In die Staatskasse würden laut der neuen Regierungsprognose fünf Milliarden weniger fließen.

Laut dem Maastricht-Vertrag der EU darf das Defizit eines Mitgliedstaats nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung ausmachen. Unter anderem wegen der hohen Staatsschulden hatte Mitte Januar die Rating-Agentur Standard & Poor's Frankreich die Bestbewertung "AAA" entzogen.

Weitere Sparschritte seien aber nicht nötig, betonte Fillon. Er sei zuversichtlich, dass die Konjunktur zur Jahresmitte wieder anspringen werde. "Die Euro-Zone, und Frankreich im Besonderen, sollte vor dem Ende des Halbjahres wieder wachsen." Mitte vergangenen Jahres hatte Frankreich für 2012 noch ein Wachstum der heimischen Wirtschaft von 2,3 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hingegen rechnet in diesem Jahr nur mit 0,2 Prozent Wachstum in Frankreich.

Fillon wies Kritik an den von Staatschef Nicolas Sarkozy angekündigten Reformen zurück. Die Idee einer Reformpause sei "unmöglich und lächerlich", sagte er. Sarkozy hatte am Sonntag eine Reihe von neuen Schritten angekündigt, darunter eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Einführung einer Finanztransaktionsteuer. Allein mit der neuen Steuer auf Börsengeschäfte will die Regierung bis zum Jahresende 500 Millionen Euro zusätzlich einnehmen.

vks/dpa/Reuters/dapd

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Gerdtrader50 30.01.2012
1. Seminare belegen oder der Untergang der Politclowns ist gewiss !
Zitat von sysopRückschlag für Nicolas*Sarkozy zum Wahlkampf-Auftakt:*Frankreichs Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,5 Prozent wachsen - die Regierung hatte mit dem Doppelten gerechnet. Der IWF ist noch pessimistischer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,812290,00.html
"Die schwache Konjunktur gefährdet die Sparziele Frankreichs. Das Land hat sich verpflichtet, sein Haushaltsdefizit bis 2013 auf drei Prozent zurückzufahren. Im vergangenen Jahr betrug es noch rund 5,4 Prozent. In die Staatskasse würden laut der neuen Regierungsprognose fünf Milliarden weniger fließen." Diese Fakten belegen ganz klar das geringfügige Wirtschaftswissen der stetigen Sparschreihälse in der Währungsunion. Mit den Hausmütterchenrezepten kann man keine Staatshaushalte führen. Also: Euroland ist abgebrannt. Es geht der Reihe nach: Griechenland, Portugal, Italien, Frankreich und noch ein paar kleine, am Schluss dann die Euroerfinder mit ihrer BRD. Empfehle Seminare in Sachen Wirtschaft und Finanzen, antizyklische Geldpolitik und ihre Wirkungen auf rezessive Märkte. Dazugehörige Einflüsse aus Devisenwechselkursen, Leitzinshöhen, national optimal gestaltet, Geldmengenberechnung, national optimal gestaltet, etc, p.p. Viel Spass beim Lernen, überbezahlte Nichtskönner.
doc 123 30.01.2012
2. Wie lange noch?
Zitat von sysopRückschlag für Nicolas*Sarkozy zum Wahlkampf-Auftakt:*Frankreichs Wirtschaft wird in diesem Jahr voraussichtlich nur um 0,5 Prozent wachsen - die Regierung hatte mit dem Doppelten gerechnet. Der IWF ist noch pessimistischer. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,812290,00.html
Muss man derartigen Volksverdummenden-Unsinn noch lesen, der auf Merkels-Mist gewachsen ist "Sparen und trotzdem wachsen: Das soll das Motto des neuen Fiskalpakts sein." Dass ein Wirtschaftswachstum NUR mit immer neuen Schulden und ausschließlich auf Pump funktioneren kann, sollte mittlerweile selbst dem Aller-größten Ignoranten mittlerweile wohl klar sein!
tromsø 30.01.2012
3. Ah ja?
Zitat von doc 123Muss man derartigen Volksverdummenden-Unsinn noch lesen, der auf Merkels-Mist gewachsen ist "Sparen und trotzdem wachsen: Das soll das Motto des neuen Fiskalpakts sein." Dass ein Wirtschaftswachstum NUR mit immer neuen Schulden und ausschließlich auf Pump funktioneren kann, sollte mittlerweile selbst dem Aller-größten Ignoranten mittlerweile wohl klar sein!
Andere Länder wachsen aber auch ohne neue Schulden. Nehmen wie mal Schweden: 1992 kurz vor dem Kollaps (über 10% Neuverschuldung pro Jahr, anschliessend Sparorgien ohne Ende, ohne nennenswerte Steuererhöhungen. Ab 1995 wieder Wachstum. 2011 4.x Wachstum, Reduzierung der Staatsschulden um ca. 7 Mrd. Euro. Gesamtschulden unter 40% des BIP Aber klar, Nur die grössten Ignoranten glauben, dass sich Land nur mit neuen Schulden wachsen kann. Und nur die grössten Deppen bezweifeln das göttliche Mana des Euro. Ironie aus
doc 123 30.01.2012
4. Verschuldung im privaten Bereich!
Zitat von tromsøAndere Länder wachsen aber auch ohne neue Schulden. Nehmen wie mal Schweden: 1992 kurz vor dem Kollaps (über 10% Neuverschuldung pro Jahr, anschliessend Sparorgien ohne Ende, ohne nennenswerte Steuererhöhungen. Ab 1995 wieder Wachstum. 2011 4.x Wachstum, Reduzierung der Staatsschulden um ca. 7 Mrd. Euro. Gesamtschulden unter 40% des BIP Aber klar, Nur die grössten Ignoranten glauben, dass sich Land nur mit neuen Schulden wachsen kann. Und nur die grössten Deppen bezweifeln das göttliche Mana des Euro. Ironie aus
Schweden ist ja nun einmal ein ganz schlechtes Beispiel, zumal dieses Land immer noch seine eigene Währung besitzt. Das Wachstum der letzten Jahre entstand dabei in Schweden jedoch auch durch Verschuldung und zwar überwiegend durch eine deutliche Erhöhung der Ausgaben im privaten Bereich meist mit geliehenem Geld, damit einer zunehmenden Verschuldung im privaten Bereich sowie fehlenden privaten Reserven.
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