Berlin - Die deutsche Wirtschaft überrascht alle Seiten gleichermaßen positiv. Sowohl arbeitgeber- als auch gewerkschaftsnahe Forschungsinstitute haben ihre Konjunkturprognose für das laufende und das kommende Jahr jeweils stark angehoben. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) sagt für dieses Jahr ein Wachstum von 3,5 Prozent und für 2011 von 1,9 Prozent voraus. Das arbeitgebernahe Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) geht von einer Steigerung von 3,25 Prozent für 2010 und von etwa zwei Prozent im kommenden Jahr aus. Auch 2011 wird die deutsche Wirtschaft somit im Spitzenfeld der Industriestaaten liegen.
Einig sind sich die Institute auch bei der Ursache für das robuste Wachstum: die Binnennachfrage. Die sinkende Arbeitslosigkeit wecke bei den Verbrauchern die Lust am Einkaufen, schreiben die IW-Forscher, und: "Der Wirtschaftsaufschwung wird also zunehmend nicht mehr nur von der ausländischen Nachfrage getrieben, sondern immer mehr von der inländischen, die sukzessive die Führung übernehmen wird." Die Inlandsnachfrage werde in diesem Jahr um 2,25 Prozent steigen und im kommenden Jahr 1,25 Prozent zulegen. Auch die IMK-Experten gehen davon aus, dass der private Konsum aufgrund höherer Einkommen zunehmen wird.
Das Exportwachstum wird sich im kommenden Jahr zwar deutlich abschwächen, demnach haben sich auch hier die Aussichten im Vergleich zur letzten Prognose positiv verändert. Die Ausfuhren dürften nach Schätzung des IW im laufenden Jahr um 16,75 Prozent zulegen, für 2011 ist ein weiteres Plus von acht Prozent in Sicht. Die schwere Außenhandelskrise 2009 sei damit überwunden: "Aktuell liegen die Warenausfuhren Deutschlands nur noch ganz knapp unter ihrer Höchstmarke vom Sommer 2008", schreiben die IW-Forscher.
Auch für den Arbeitsmarkt sind die Aussichten durchweg gut. Trotz des geringeren Wachstums im kommenden Jahr soll die Arbeitslosigkeit spürbar sinken. Für dieses Jahr erwartet das IMK einen Rückgang um knapp 200.000 auf rund 3,2 Millionen. 2011 werden gut 2,9 Millionen Erwerbslose vorhergesagt.
fdi/Reuters
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