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Konjunkturstimulierung: US-Notenbankchef hält weitere Geldflutung für möglich

Der US-Arbeitsmarkt steckt in einer tiefen Krise, der Wirtschaft fehlt der Schwung: US-Notenbankchef Bernanke will der Konjunkturerholung womöglich weiter nachhelfen - selbst wenn er dafür noch mehr Milliarden in den Markt pumpen muss.

Fed-Chef Ben Bernanke: Eine weitere geldpolitische Lockerung sei "gewiss möglich" Zur Großansicht
REUTERS

Fed-Chef Ben Bernanke: Eine weitere geldpolitische Lockerung sei "gewiss möglich"

Washington - Die Situation auf dem Arbeitsmarkt in den USA ist prekär: Millionen Amerikaner suchen nach einem Job - im November erreichte die Zahl der Erwerbslosen den höchsten Stand seit April. Und eine Besserung ist bis auf weiteres nicht in Sicht.

Im Gegenteil: Laut Ben Bernanke könnte sich der Zustand noch vier oder fünf Jahre hinziehen. Nun sagte der US-Notenbankchef, er halte daher eine weitere geldpolitische Lockerung für "gewiss möglich". Der Chef der Federal Reserve Bank (Fed) will also wohl noch mehr Geld drucken.

"Das hängt von der Wirksamkeit des (bisherigen) Programms ab", sagte Bernanke in einem am Sonntagabend ausgestrahlten Interview des Senders CBS. "Es hängt von der Inflation ab. Und am Ende hängt es auch davon ab, wie die Wirtschaft aussieht."

Wie Bernanke letztendlich entscheidet, ist also noch nicht klar. Doch sicher ist: Seine Maßnahmen werden nicht nur auf Zustimmung stoßen. Erst im November hatte die Fed den Kauf von Staatsanleihen im Umfang von 600 Milliarden Dollar über acht Monate bekanntgegeben - und damit weltweit Kritik ausgelöst.

Rückfall in die Rezession unwahrscheinlich

Bernanke verteidigte den Schritt in dem Interview unter anderem mit der düsteren Situation auf dem Arbeitsmarkt. Befürchtungen, dass das Fed-Programm Inflation schüren könne, bezeichnete er als "höchst übertrieben".

Als "normale" Arbeitslosenrate nannte Bernanke eine Spanne zwischen fünf und sechs Prozent. Im November war die Quote auf 9,8 Prozent gestiegen. Die US-Wirtschaft ist im dritten Quartal um aufs Jahr hochgerechnet 2,5 Prozent gewachsen. Um die Arbeitslosigkeit in den USA zu drücken, ist nach Einschätzung von Experten aber ein deutlich stärkeres Wachstum nötig.

Der Fed-Chef sieht die Gefahr, dass sich die Wirtschaftserholung ohne stützende Maßnahmen totlaufen könnte. Sie befinde sich "an der Grenze", sagte Bernanke. Einen Rückfall in die Rezession hält Bernanke aber für nicht wahrscheinlich, weil es in Wirtschaftsbereichen wie etwa dem Häusermarkt nicht mehr viel weiter bergab gehen könne.

yes/Reuters/dpa

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1. ...stillhalten?
eikfier 06.12.2010
Zitat von sysopDer US-Arbeitsmarkt steckt in einer tiefen Krise,*der Wirtschaft fehlt der Schwung: US-Notenbankchef Bernanke will der Konjunkturerholung womöglich weiter nachhelfen - selbst wenn er dafür noch mehr Milliarden in den Markt pumpen muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732999,00.html
...warum auch nicht in dieser Situation? Wenn er das mit Augenmaß tut, wird China als größter Dollar-Gläubiger wohl still halten, denke ich...
2. Die US-Notenbankchefs und ihre seltsame Geldpolitik
Roßtäuscher 06.12.2010
Zitat von sysopDer US-Arbeitsmarkt steckt in einer tiefen Krise,*der Wirtschaft fehlt der Schwung: US-Notenbankchef Bernanke will der Konjunkturerholung womöglich weiter nachhelfen - selbst wenn er dafür noch mehr Milliarden in den Markt pumpen muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732999,00.html
Wenn der Herr Greenspan etwas in die Öffentlichkeit nuschelte und merkwürdige Wirtschaftsansichten zur Konjunkturbelebung orakelte, hat man das Resultat zusammen mit dem Einwirken der Bush-Administration gesehen. Schwerste Weltwirtschaftskrise seit 1929. Der jetzige Notenbankchef sieht zwar jünger aus als sein Vorgänger, seine Geldpolitik ist aber nicht besser geworden. Das Dahinwursteln ist geblieben.
3. Lehman Brothers
Eppelein von Gailingen 06.12.2010
Zitat von sysopDer US-Arbeitsmarkt steckt in einer tiefen Krise,*der Wirtschaft fehlt der Schwung: US-Notenbankchef Bernanke will der Konjunkturerholung womöglich weiter nachhelfen - selbst wenn er dafür noch mehr Milliarden in den Markt pumpen muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732999,00.html
Greenspan, das System Madoff, Bernanke wie Meister Panke aus Berlin, die selbstherrlichen Rating-Agenturen und der Rest der USA - die Wahrzeichen der neueren Weltwirtschaftskrise.
4. Spekulationsfond
Michael_Mittermueller 06.12.2010
Seit der ersten Änderung der Geldpolitik gehen auch die Ol-, Benzin- und anderen Rohstoffpreise wieder nach oben. Wer immer hier über Spot- und TerminMärkte spekuliert. Er hat wieder Geld. Die nächsten Blasen wachsen und gefährden die wirtschaftliche Entwicklung. http://www.finanzen.net/nachricht/rohstoffe/COT-Report-Comeback-der-Goldspekulanten-968577 http://www.finanzen.net/nachricht/rohstoffe/Rohoel-und-Gold-Oelpreis-mit-neuem-Zweijahreshoch-972736 http://www.welt.de/finanzen/article4634754/Oel-Spekulanten-haengen-einem-grossen-Irrtum-an.html
5. das Geld bleibt schön im Kreditcasino
schopenstreichler 06.12.2010
Zitat von sysopDer US-Arbeitsmarkt steckt in einer tiefen Krise,*der Wirtschaft fehlt der Schwung: US-Notenbankchef Bernanke will der Konjunkturerholung womöglich weiter nachhelfen - selbst wenn er dafür noch mehr Milliarden in den Markt pumpen muss. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,732999,00.html
Die Einsicht, dass billiges Notenbankgeld garnicht nicht in der Realwirtschaft ankommt, sondern schön im Kreditcasino bleibt, wird wohl nicht mehr rechtzeitig in der Breite ankommen.
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