September-Umfrage Verbraucher bleiben unerschütterlich optimistisch

Diesel-Krise, Kriegsgefahr, Verwüstungen durch Mega-Hurrikans - es gäbe genug Gründe, mit Skepsis in die Zukunft zu schauen. Trotzdem bleiben die Verbraucher in Deutschland zuversichtlich.

Kölner Innenstadt
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Kölner Innenstadt


Die Verbraucher in Deutschland sehen die Konjunktur auf einem soliden Wachstumskurs, gehen weiterhin davon aus, dass ihr Einkommen zulegen wird und bleiben in bester Kauflaune. Das von der GfK in Nürnberg prognostizierte Konsumklima für Oktober bleibt quasi stabil, wie die Marktforscher am Donnerstag mitteilten. Gegenüber September sinkt es geringfügig um 0,1 Punkte auf 10,8 Punkte. Die Konsumstimmung bleibe damit "in überaus guter Form".

Für die leichten Abschwung machen die Konsumforscher die zuletzt gestiegenen Benzinkosten verantwortlich. Diese spielten für viele Pendler eine Rolle, sagte Studienleiter Rolf Bürkl. "Zusammen mit den Nahrungsmitteln ist das eine Art Signalpreis für die Konsumenten."

Die Konjunkturerwartung der Verbraucher legte nach Einbußen im August im September wieder zu, wie die GfK mitteilte. Die Deutschen sehen ihre Wirtschaft demnach nach wie vor im Aufwind. Vor allem vom Arbeitsmarkt kämen "regelmäßig positive Nachrichten".

Daher gehen die Verbraucher auch davon aus, dass sie weiterhin "deutliche" Einkommenszuwächse verzeichnen werden, wie die Marktforscher erklärten. Sie verwiesen auf den Zuwachs beim Reallohn in Höhe von 1,2 Prozent von April bis Juni, den kürzlich das Statistische Bundesamt gemeldet hatte.

Die Bereitschaft, für größere Anschaffungen Geld auszugeben, behaupte ihr "sehr gutes Niveau" im September, teilten die GfK-Forscher mit. Sehr wenige Beschäftigte müssten derzeit um ihren Job fürchten, dies führe zu Planungssicherheit.

Die Konsumklimastudie des Marktforschungsunternehmens GfK wird seit 1980 erhoben. Sie basiert auf monatlich rund 2000 Interviews mit Verbrauchern.

Dass die Zuversicht der Verbraucher nicht ganz unbegründet ist, zeigt auch das Herbstgutachten, dass die Wirtschaftsweisen am Donnerstag im Laufe des Vormittags vorlegen. Erwartet wird dank der guten Entwicklung, dass sie ihre Prognose anheben. In ihrem Frühjahrsgutachten hatten die Forscher für 2017 ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent vorhergesagt und für das kommende Jahr um 1,8 Prozent. Die Forscher äußern sich zu Konsumausgaben, Investitionen und Exporten, geben einen Ausblick auf die Entwicklung am Arbeitsmarkt und prognostizieren die Preisentwicklung.

mik/AFP



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