Wirtschaft


ThemaKonjunkturRSS

Alle Artikel und Hintergründe

  • Drucken
  • Senden
  • Feedback
 

Konsumklima-Index Verbraucher misstrauen dem Aufschwung

Konsumenten in der Hamburger Innenstadt: Hoffen auf das WeihnachtsgeschäftZur Großansicht
AP

Konsumenten in der Hamburger Innenstadt: Hoffen auf das Weihnachtsgeschäft

Die deutsche Wirtschaft verbucht das stärkste Wachstum seit eineinhalb Jahren - doch die Angst vor Jobverlust bedrückt viele Verbraucher: Der Konsumklima-Index trübt sich bereits zum zweiten Mal in Folge ein. Trotzdem können Händler auf ein gutes Weihnachtsgeschäft hoffen.

Nürnberg - Die Konjunktur in Deutschland zieht wieder an - doch das löst nicht alle Probleme: Die Stimmung der Verbraucher hat sich zum Jahresende weiter abgekühlt. Zwar zeigen sich die Bürger vor dem Weihnachtsgeschäft in Kauflaune. Sie seien aber skeptisch, was die Aussichten für die Konjunktur betrifft, berichtete die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg. Der sogenannte Konsumklimaindex fiel laut GfK von 4,0 Punkten im November auf 3,7 Zähler für den Monat Dezember. Für den monatlich erhobenen Index werden jeweils rund 2000 Verbraucher zu ihrer Anschaffungsneigung sowie ihren Konjunktur- und Einkommenserwartungen befragt.

Im kommenden Jahr wird der private Konsum nach Einschätzung der GfK stagnieren. "Wir gehen davon aus, dass es keinen Zuwachs geben wird", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. "Für das Konsumklima wird 2010 ein schwierigeres Jahr werden als 2009." Dies liege vor allem daran, dass die Arbeitslosigkeit deutlich zunehmen werde. "Die Situation auf dem Arbeitsmarkt ist eine wichtige Größe für die Verbraucherstimmung."

Auf das gesamte Jahr 2009 gerechnet weist der private Konsum laut GfK noch ein leichtes Plus auf und zeigt sich damit als Stütze der Konjunktur. Trotz der schwersten Rezession seit Jahrzehnten habe sich das Konsumklima 2009 stabil entwickelt und sogar leicht steigende Tendenz gezeigt, sagte Bürkl.

"Man muss nicht schwarzsehen"

"Das Niveau war im langjährigen Vergleich zwar nicht berauschend", schränkte der Konsumforscher ein. Aber angesichts der Wirtschaftskrise wäre eher ein Rückgang zu erwarten gewesen. Stabilisierend hätten sich die geringe Inflation und der noch robuste Arbeitsmarkt ausgewirkt. Positiv bewertete Bürkl die Pläne der Bundesregierung, das Kurzarbeitergeld zu verlängern: "Das ist psychologisch ein gutes Signal." Allerdings könnten die Unternehmen bei mangelnder Auslastung nicht endlos Kurzarbeit fahren.

Für das Weihnachtsgeschäft sei durchaus vorsichtiger Optimismus angebracht, sagte Bürkl. "Man muss nicht schwarzsehen." Die Konsumlaune sei stabil, und die meisten Unternehmen zahlten das Weihnachtsgeld ohne Kürzungen aus. Hinzu komme, dass das Sparen derzeit wegen der niedrigen Zinsen auch nicht besonders attraktiv sei. "Viele Anleger vertrauen außerdem dem Finanzmarkt noch nicht wieder." Deshalb sei es durchaus wahrscheinlich, dass vorhandenes Geld für Anschaffungen hergenommen werde. Im Weihnachtsgeschäft werden nach Bürkls Einschätzung besonders Branchen wie Unterhaltungselektronik und Spielwaren davon profitieren.

Die von der Bundesregierung angekündigten Steuerentlastungen werden nach Ansicht des GfK-Experten die Konsumstimmung 2010 zunächst etwas beflügeln. "Das ist ein gutes Zeichen gerade für Familien", sagte er. Langfristig werde sich eine überbordende Verschuldung aber nachteilig auf die Konsumenten auswirken. "Hohe Zinsen und nachlassende Investitionen wirken sich auf den Arbeitsmarkt aus und schlagen zurück auf die Beschäftigten."

mik/dpa

Diesen Artikel...
Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.

Auf anderen Social Networks posten:

  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • deli.cio.us
  • Xing
  • Digg
  • Google Bookmarks
  • reddit
  • Windows Live
insgesamt 131 Beiträge
Hartmut Dresia 15.10.2009
Eine Verbesserung der Prognosen sind das eine, man muss bedenken, dass der bisherige Absturz sehr tief war: Produktion um 1,5% gestiegen (gegenüber Juli 2009) und um 18,0% gesunken (gegenüber August 2008) [...]
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Eine Verbesserung der Prognosen sind das eine, man muss bedenken, dass der bisherige Absturz sehr tief war: Produktion um 1,5% gestiegen (gegenüber Juli 2009) und um 18,0% gesunken (gegenüber August 2008) (http://www.plantor.de/). Gefordert ist jetzt entschlossene Wirtschaftspolitik, die das Stabilitätsgesetz wieder ins Zentrum rückt. Ob diese Koalition dazu die Kraft findet, wird man erst sehen.
meslier 15.10.2009
Ich weiß, wie man sie nicht in den Griff bekommt. Durch Steuer-Milliarden, die man den Banken zum Zocken gab. http://www.wiwo.de/finanzen/wer-den-kursaufschwung-an-den-boersen-antreibt-410451/
Zitat von sysopMit einer deutlich nach oben korrigierten Prognose haben die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute ihr Herbstgutachten vorgelegt. Trotzdem warnen Experten eindringlich: Die Krise ist noch nicht vorüber, besonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren. Wie bekommt man diese Folgen in den Griff?
Ich weiß, wie man sie nicht in den Griff bekommt. Durch Steuer-Milliarden, die man den Banken zum Zocken gab. http://www.wiwo.de/finanzen/wer-den-kursaufschwung-an-den-boersen-antreibt-410451/
spax73 15.10.2009
Na dann ist doch alles gut, wozu sich aufregen :-) Für die 2% der deutschen Bevölkerung, für die in diesem Lande Politik gemacht wird, ist die Krise also vorüber, für den Rest wird's noch so richtig gemütlich werden. Ich [...]
Zitat von sysopbesonders Arbeitnehmer werden die Folgen noch spüren.
Na dann ist doch alles gut, wozu sich aufregen :-) Für die 2% der deutschen Bevölkerung, für die in diesem Lande Politik gemacht wird, ist die Krise also vorüber, für den Rest wird's noch so richtig gemütlich werden. Ich schlage vor, SPO ändert nun nach Krisenticker-->Tagesticker noch Tagesticker in "Boomticker". ...und der Spitzensteuersatz muß auch noch unbedingt auf höchstens 25% gesenkt werden, dann ist die Welt perfekt.
rempfi 15.10.2009
Stuttgart - Die Zahlen sind alarmierend: um mehr als 20 Prozent haben die Anfragen in der Schuldnerberatung Stuttgart im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, und dieser Trend hält unvermindert auch noch zum [...]
Stuttgart - Die Zahlen sind alarmierend: um mehr als 20 Prozent haben die Anfragen in der Schuldnerberatung Stuttgart im ersten Quartal 2009 im Vergleich zum Vorjahr zugenommen, und dieser Trend hält unvermindert auch noch zum Jahresende an. Deutlich gestiegen ist dabei vor allem der Anteil der Erwerbstätigen, also von Menschen, die eine Arbeit haben - denen das Geld aber dennoch hinten und vorne nicht reicht. Trotz Beschäftigung hilfsbedürftig Arm trotz Arbeit - mit diesem Phänomen müssen sich nicht nur die Stuttgarter Schuldenberater immer öfter auseinandersetzen. Gradmesser sind die sogenannten Hartz-IV-Aufstocker, also Erwerbstätige, die trotz Arbeit hilfsbedürftig bleiben, weil der Lohn nicht zum Leben reicht. Mehr als eine Million Menschen sind bundesweit davon betroffen, in Baden-Württemberg erhalten nach Schätzungen der Wohlfahrtsverbände 100.000 Menschen Sozialleistungen, obwohl sie einer Arbeit nachgehen. Um auf die Situation aufmerksam zu machen, veranstaltet die Liga der Wohlfahrtsverbände wie Caritas, Diakonie und Arbeiterwohlfahrt am Donnerstag einen landesweiten Aktionstag (siehe "Wohlfahrtsverbände warnen"), der bei seiner sechsten Auflage unter dem Motto "Arm trotz Arbeit" steht. Mehr als 30 Prozent der "Aufstocker" hätten einen Stundenlohn von unter fünf Euro, sagt Ewald Wietschorke vom Caritasverband der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Deutschland sei zum Niedriglohnland mit einer signifikant hohen Entwicklung bei der Einkommenungleichheit geworden. Zahl der Überschuldungen steigt Kritisiert wird von den Verbänden zudem die Höhe der Sozialabgaben, die gerade bei den unteren Einkommen eine immense Abgabenlast darstellten, so Frieder Claus vom Diakonischen Werk Württemberg. Progressive Abgaben, ähnlich der Steuer, könnten kleine Einkommen ganz wesentlich entlasten, betont der Armutsexperte, der die momentane Entwicklung mit Sorgen verfolgt: "Unsere Klientel wechselt vom Wohnsitzlosen zum Normalbürger." Für Schuldenberater Schrankenmüller ist dabei auffallend, wie rasant der soziale Abstieg durch die Krise im Vergleich zu früheren Konjuktureinbrüchen vonstattengeht. Rund 45.000 Menschen, die in die Überschuldung gerutscht sind, wurden 2008 in Stuttgart registriert. "Dieses Jahr steht uns ein deutlicher Anstieg bevor." .... mehr braucht man nicht mehr zu sagen....
Albedo4k8 15.10.2009
radikales Umdenke in unserem Wertesystem und dadurch das die Medien endlich mit ihrer FUD-Taktik aufhoeren.
radikales Umdenke in unserem Wertesystem und dadurch das die Medien endlich mit ihrer FUD-Taktik aufhoeren.
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Wirtschaft
alles aus der Rubrik Staat & Soziales
alles zum Thema Konjunktur

© SPIEGEL ONLINE 2009
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



DPA
Was sind CDOs? Wer bezahlt Rating-Agenturen? Und wodurch wurde die Finanzkrise überhaupt ausgelöst? Testen Sie auf SPIEGEL ONLINE Ihre Krisenkenntnisse!






TOP



TOP