Konsumklima Kauflust der Deutschen steigt

Zum dritten Mal in Folge soll im Juli die Kauflaune der Verbraucher steigen. Die Einkommenserwartung klettert laut GfK-Prognose auf ein Rekordhoch. Die Befragung fand allerdings vor dem Brexit-Votum statt.

Passanten in einem Berliner Einkaufszentrum
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Passanten in einem Berliner Einkaufszentrum


Das Vertrauen der Verbraucher in die deutsche Wirtschaft hält an. Das Barometer für das Konsumklima im Juli stieg unerwartet deutlich um 0,3 auf 10,1 Punkte. Das teilte die Marktforschungsfirma GfK mit und wies zugleich darauf hin, dass die Umfrage bereits vor dem Brexit-Referendum in Großbritannien abgeschlossen war.

Damit würde die Kauflaune der Deutschen zum dritten Mal in Folge steigen. Die Erwartung, wie sich das eigene Einkommen entwickelt, klettert auf einen Höchstwert seit der Wiedervereinigung. Nur die Bereitschaft für größere Einkäufe habe leicht nachgelassen - bleibe allerdings auf hohem Niveau.

Insgesamt werde das gute Konsumklima angeschoben durch die Rekordbeschäftigung, die sehr gute Einkommensentwicklung und die extrem niedrige Inflation, so die GfK.

Allerdings müsse man das Risiko Brexit im Auge behalten und abwarten, wie sich das Votum auf die europäische und die deutsche Wirtschaft auswirke. "Es ist zu erwarten, dass sich die aktuelle Unsicherheit an den Finanzmärkten auch auf die deutschen Verbraucher übertragen wird", sagte Rolf Bürkl von der GfK.

Die Entscheidung der Briten für einen Austritt aus der EU hat jüngst weltweit für Börsenturbulenzen gesorgt. Experten gehen davon aus, dass die Entscheidung die wirtschaftliche Entwicklung in Europa langfristig belasten wird. EZB-Chef Mario Draghi warnte bereits davor, dass das Votum das Wirtschaftswachstum in der Eurozone in den kommenden drei Jahren deutlich bremsen werde. Nach Berechnungen des IMK wirkt sich die Entscheidung auch spürbar auf die deutsche Wirtschaft aus: Das Wirtschaftsinstitut korrigierte die Prognose für 2017 um ein halbes Prozent nach unten.

brk/dpa/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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pinkflood 29.06.2016
1. Dann geht die
Rechnung für Schäuble ja auf. Der Sparer ist einfach zu reich, das geht gar nicht.
mactor2 29.06.2016
2. Genau...
Genau! Wegen dem Brexit Votum vor 4 Tagen kaufen die Deutschen wieder mehr ein. Was für ein Unsinn...
Tante_Frieda 29.06.2016
3. Achterbahn
Auf und nieder,immer wieder - es ist eine wahre Meldungsachterbahn.Und morgen lesen wir "Kauflust der Deutschen sinkt".Was soll's?
lynx2 29.06.2016
4. Die übliche Konsumpropaganda,..
Zitat von Tante_FriedaAuf und nieder,immer wieder - es ist eine wahre Meldungsachterbahn.Und morgen lesen wir "Kauflust der Deutschen sinkt".Was soll's?
... zusammengerührt von der GfK, dem Ifo-Institut. Die sollen mir mal zeigen, wie sie 0,5% Wachstum berechnen.
grumpy53 29.06.2016
5. Die Kauflust im Juli
Wenn ich auf den Kalender sehe, steht da heute der 29. Juni 2016 - aber vielleicht bin ich hoffnungslos vertrottelt. Dann ist die gesteigerte Kauflust im Juli tatsächlich an mir vorbei gegangen. Aber ich kann ja schnell nach GB fahren und mit dem billigen Pfund einkaufen... By the way, ein Artikel auf SPON sagt, die Arbeitslosigkeit steigt steil an, wie sich das mit der gesteigerten Kauflust versteht, kann mir sicher jemand erklären. Bevor mir mit den Regelungen von Hartz IV bei der Arbeitslosigkeit noch das letzte Sparbuch geplündert wird, gebe ich das Geld noch schnell für irgendwas aus. Man sollte am besten keiner Statistik trauen, die man nicht selbst gefälscht hat.
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