Korruption in China Beamte schmuggelten riesige Geldsummen aus dem Land

Ein geheimer Bericht sorgt für massive Empörung in China: Nach Angaben der Notenbank schmuggelten korrupte Regierungsbeamte binnen 15 Jahren rund 123 Milliarden Dollar aus dem Land - oft in die USA. Das Dokument entlarvt auch die beliebtesten Tricks der Betrüger.

Skyline von Hongkong: Umschlagplatz für chinesische Geldschleuser
DPA

Skyline von Hongkong: Umschlagplatz für chinesische Geldschleuser


Hamburg - Chinas Regierung bezeichnet Korruption bisweilen als Staatsfeind Nummer eins. Nun ist ein geheimer Bericht aufgetaucht, der eine Vorstellung ermöglicht, wie gewaltig das Problem tatsächlich ist. Er stammt von der chinesischen Zentralbank - und sorgte nach seiner Veröffentlichung für massive Empörung in der Volksrepublik.

Rund 800 Milliarden Yuan sollen korrupte chinesische Regierungsbeamte aus dem Land geschmuggelt haben, umgerechnet gut 123,6 Milliarden Dollar. Ausgeschleust worden sei das Geld über einen Zeitraum von rund 15 Jahren: Mitte der neunziger Jahre bis 2008. Schätzungen zufolge sollen in diesem Zeitraum 16.000 bis 18.000 Beamte und Angestellte staatlicher Unternehmen aus dem Land getürmt sein - teils mit beträchtlichen Summen Geld.

Der Bericht datiere auf Mitte Juni 2008, schreibt die britische "Financial Times". Er sei aber erst diese Woche auf der Web-Seite der Geldwäscheabteilung der chinesischen Notenbank aufgetaucht. Die Veröffentlichung sorgte für empörte Berichte in chinesischen Zeitungen, kritisch äußerte sich unter anderem "Shanghai Daily". Kurz nachdem die ersten negativen Berichte erschienen waren, sei der 67 Seiten lange Bericht wieder von der Seite der Notenbank verschwunden, berichtet das "Wall Street Journal". Das Dokument kursiere jedoch weiter im Internet. Die chinesische Zentralbank kommentierte den Vorgang zunächst nicht.

Das Dokument ist den Angaben zufolge in zwei Teile gegliedert. Im ersten wird benannt, welche Beamten in welche Länder geflohen sind. Hochrangige Staatsangestellte habe es besonders oft in die USA gezogen. Auch Kanada, Australien und die Niederlande seien beliebt gewesen. Niedrigrangige Beamte, die nicht so schnell an entsprechende Visa kommen, seien oft über Hongkong in westliche Länder geflohen, heißt es den Angaben zufolge in dem Bericht. Oder sie hätten sich in Chinas Nachbarländern niedergelassen, beispielsweise in Thailand, Malaysia oder Russland.

Der zweite Teil des Dokuments benennt, mit welchen Tricks Geld aus China herausgeschmuggelt wurde - und nennt aufgeflogene Schleuser beim Namen:

  • So habe ein früherer Angestellter des Finanzministeriums rund eine Million Yuan auf das Konto seines Sohns überwiesen, der im Ausland studiert.
  • Ein Top-Politiker habe Geld über das Konto einer Geliebten in Hongkong ins Ausland geschafft.
  • Ein hochrangiges Mitglied der Kommunistischen Partei habe Geld in Kasinos geschleust, die sich in der Sonderverwaltungszone Macao befinden.
  • Wieder andere Personen hätten Geld in Auslandsinvestitionen gesteckt oder große Mengen Luxusgüter per Kreditkarte bezahlt. Später seien die Ausgaben über schwarze Kassen ausgeglichen worden.

Der Bericht der Notenbank schließt den Angaben zufolge mit einer Warnung: Korruption sei eine ernsthafte Bedrohung für die Kommunistische Partei. Laut "Wall Street Journal" kündigt die Zentralbank zudem an, enger mit ausländischen Behörden zusammenzuarbeiten, um den Geldschmuggel künftig zu begrenzen.

ssu



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insgesamt 93 Beiträge
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Seite 1
Rooo 17.06.2011
1. Die beste Nachricht des Tages
Mal sehen, wie lange es mit diesem Staat noch aufwärts geht? :-)
janne2109 17.06.2011
2. warum
soll auch nur der Reissack umkippen? Sorry- ist blöd, aber doch kein einmaliges Wunder auf der Welt.
lynx2 17.06.2011
3. Da bewegen sich die ...
Zitat von sysopEin geheimer Bericht sorgt für massive Empörung in China: Nach Angaben der Notenbank schmuggelten korrupte Regierungsbeamte binnen 15 Jahren rund 123 Milliarden Dollar aus dem Land - oft in die USA. Das Dokument*entlarvt auch die beliebtesten Tricks der Betrüger. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,768891,00.html
... 6 Mrd. $, die den Amis im Irak 'abhanden' gekommen sind, fast noch im peanuts-Bereich. Das Geld ist nicht weg, es ist bloß woanders.
firem 17.06.2011
4. Geheimer Bericht....
und wurde veröffentlicht. Logische Inkompatibilität. Zwei Aussagen, die sich ausschliessen. Armer Spiegel-online. Fällt aber auf jede lancierte Meldung von US-Seite herein.
spiekla 17.06.2011
5. Korrupt wie alle aber mit harten Strafen
Ganz genau das unterscheidet China von anderen korrupten Gesellschaften = 99% aller Gesellschaften - die stecken Ihre Betrüger für sehr lange ins Gefängnis oder machen kurzen Prozess. Die Korruption ist eine menschliche Eigenschaft, die im Kleinen beginnt und insofern nicht vom Staat initiert wird - bestenfalls zu leicht gemacht. Wenn man in China so leicht davonkäme wie in anderen Ländern, wäre deren Aufstieg nicht möglich gewesen.
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