Korruption in der EU Betrugsbekämpfer bekommen Rekordzahl an Hinweisen

Das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf) hat mehr Arbeit als je zuvor. Im vergangenen Jahr reichten Behörden und Privatpersonen 1417 Hinweise auf vermuteten Betrug ein - so viel wie nie zuvor.

Geldübergabe (Symbolbild): 1417 Hinweise auf vermuteten Betrug in einem Jahr
DPA

Geldübergabe (Symbolbild): 1417 Hinweise auf vermuteten Betrug in einem Jahr


2014 war ein Rekordjahr für das Europäische Amt für Betrugsbekämpfung (Olaf). 1417 Hinweise auf vermuteten Betrug gingen bei den Betrugsbekämpfern ein, wie Amtschef Giovanni Kessler am Dienstag in Brüssel berichtete. 234 Ermittlungsverfahren wurden neu eröffnet.

"Wir haben uns auf die Fälle konzentriert, in denen der größte Handlungsbedarf bestand und bei denen wir mit unserem Eingreifen wirklich etwas bewegen konnten", kommentierte Kessler. Dies seien Untersuchungen in Bereichen wie Zigarettenschmuggel, Strukturfonds, Zoll, Außenhandel und Außenhilfe gewesen.

Olaf betonte, dass die Rekordzahl an Hinweisen nicht unbedingt gleichbedeutend mit einer steigenden Zahl von Betrugsdelikten in Europa sei. Sie könne vielmehr auch Ausdruck des gestiegenen Vertrauens in die Untersuchungskapazitäten des Amtes sein, hieß es.

Das Amt empfahl nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr, 901 Millionen Euro zurückzufordern. Das Geld soll in den EU-Haushalt zurückfließen. Insgesamt sprachen die EU-Betrugsbekämpfer im vergangenen Jahr 397 Handlungsempfehlungen aus - zum Beispiel für nationale Strafverfolgungsbehörden. Olaf kann selbst keine Sanktionen verhängen. Dies ist Einrichtungen wie Gerichten überlassen.

ssu/dpa-AFX

Mehr zum Thema


© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.