Korruption Schmiergeld brachte keinen Job - Beamter klagt

Mit einem üppigen Schmiergeld wollte ein Beamter in Kambodscha seine Karriere beschleunigen. Sein Verbindungsmann kassierte zwar das Geld, die versprochene Beförderung blieb allerdings aus. Das wollte der verhinderte Vizegouverneur nicht einfach hinnehmen - er klagte die Leistung vor Gericht ein.


Phnom Penh - Weil er trotz mehrerer tausend US-Dollar Schmiergeld nicht den versprochenen Job bekam, ist ein Beamter in Kambodscha vor Gericht gezogen. Der Empfänger des Schmiergelds wurde daraufhin wegen Korruption angeklagt. Der Schmiergeldzahler selbst wird dagegen straffrei bleiben.

Der machthungrige Beamte wollte Vizegouverneur einer Provinz werden und schmierte dafür einen Mitarbeiter des kambodschanischen Innenministeriums mit 30.000 US-Dollar (24.400 Euro). Den erhofften Posten erhielt er jedoch nicht. Empört verklagte der verhinderte Gouverneur den geschmierten Beamten. Der wiederum verteidigte sich: Er habe nur 27.000 Dollar erhalten. Nun aber muss er sich wegen Korruption vor Gericht verantworten. Der Schmiergeldzahler jedoch kam ohne Anklage davon.

Kambodscha gilt als einer der korruptesten Staaten der Welt. Bestechung gehört zum Alltag: Auf dem Internationalen Korruptionsindex der unabhängigen Organisation Transparency International belegt das Land in Südostasien mit Platz 158 von 180 einen der oberen Plätze.

das/dpa

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