Transparency-Ranking Korruption in Krisenland Spanien nimmt drastisch zu

Spitzenpolitiker nehmen Geld von Baumagnaten, gegen den Schwiegersohn des Königs wird ermittelt: Laut Transparency International ist die Korruption in Spanien auf dem Vormarsch. Im 177 Staaten umfassenden Index bleibt Griechenland Europas Schlusslicht, Deutschland rückt leicht nach vorne.

Proteste in Valencia (im Februar): Wenig Aufmerksamkeit seitens der Regierung
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Proteste in Valencia (im Februar): Wenig Aufmerksamkeit seitens der Regierung


Berlin - Eine Serie von Skandalen in Regierungspartei und Königsfamilie hat Spanien in der weltweiten Rangliste der Korruption einen jähen Absturz beschert. Das Euro-Krisenland fiel dem Jahresbericht von Transparency International (TI) zufolge um zehn Plätze auf Rang 40 zurück. Nur das vom Bürgerkrieg gezeichnete Syrien verzeichnete noch größere Verluste. Insgesamt haben die Experten der Organisation 177 Staaten eingehend untersucht.

Die Korruptionswächter bewerteten Spanien mit nur noch 59 Punkten auf einer Skala von null (hohe Korruptionsrate) bis 100 (sehr wenig Korruption) Punkten. Die Organisation begründete den Absturz Spaniens auch damit, dass die Regierung in Madrid mehreren jüngst aufgedeckten Korruptionsskandalen wenig Aufmerksamkeit gewidmet habe.

Spanien steckt seit fünf Jahren in einer Wirtschaftskrise, die das Land zu drastischen Sparmaßnahmen zwang. Dabei stellte sich heraus, wie sehr die engen Beziehungen zwischen Politikern und Bauunternehmern in der Vergangenheit die Immobilienblase gefördert hatten. Der frühere Schatzmeister der regierenden Volkspartei gab zu, Bargeldgeschenke von Baumagnaten an Spitzenpolitiker weitergeleitet zu haben. Auf seinen Schweizer Konten fanden die Ermittler 48 Millionen Euro. Auch der Schwiegersohn des spanischen Königs wurde dieses Jahr wegen der Veruntreuung von sechs Millionen Euro öffentlicher Gelder angeklagt.

Griechenland bleibt das korrupteste Land Europas

Absolut gesehen ist die Lage in Spanien damit freilich noch wesentlich besser als in anderen Ländern Europas oder in Afghanistan, Nordkorea und Somalia, den korruptesten Staaten der Welt. Die drei Länder belegen gemeinsam den letzten Platz der Rangliste.

Der Corruption Perception Index (CPI) oder kurz Korruptionsindex listet die Nationen nach dem vermuteten Grad der Korruption im öffentlichen Sektor im Land, spiegelt also Bestechlichkeit, Vetternwirtschaft und Käuflichkeit bei Mitgliedern von Regierung, Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen wieder. Er stützt sich auf verschiedene Umfragen und Untersuchungen von neun unabhängigen Institutionen, darunter Weltbank und Weltwirtschaftsforum. Laut TI werden Geschäftsleute sowie Länderanalysten befragt und Umfragen mit Staatsbürgern im In- und Ausland miteinbezogen.

Das korrupteste Land in der EU bleibt Griechenland. Allerdings konnte sich das hoch verschuldete Land deutlich verbessern, es legte vier Punkte zu und kletterte von Rang 94 auf Rang 80. Im Kampf gegen die Schuldenkrise habe das Land Fortschritte gemacht und zum Beispiel einen obersten Korruptionsbekämpfer ernannt, sagte Transparency-Experte Finn Heinrich. Auch für Italien ist Korruption ein deutliches Problem. Es kam mit 43 Punkten auf Platz 69, den es sich mit Kuwait und Rumänien teilt.

Staatszerfall ist Nährboden für Korruption

Insgesamt steht die Euro-Zone im globalen Vergleich aber recht gut da. Deutschland konnte sich in der Rangliste um einen Platz auf Rang zwölf verbessern - verlor allerdings mit nun noch 78 Punkten einen Zähler. Dennoch ist die Bundesrepublik damit Spitzenreiter unter den großen Ländern Europas. Mit 83 Punkten belegen die Niederlande Platz acht, Luxemburg kommt mit 80 Punkten auf Rang elf. Frankreich als zweitgrößte Volkswirtschaft der Euro-Zone erhielt 71 Punkte und findet sich damit auf Platz 22 wieder.

Den ersten Platz auf der Rangliste teilen sich mit jeweils 91 Punkten Dänemark und Neuseeland, dicht gefolgt von Finnland und Schweden mit je 89 Punkten. Ebenfalls in der Spitzengruppe mit mindestens 80 Punkten finden sich zudem Norwegen, Singapur und die Schweiz sowie Australien und Kanada. Zu den Ländern, die im Jahresvergleich besonders stark abgerutscht sind, zählen die Krisenstaaten Syrien (168), Libyen (172) und Mali (127). Korruption und Staatszerfall seien eng miteinander verknüpft, sagte Heinrich

Den gesamten Bericht finden Sie hier.

Korruptionsindex 2013 (Auszüge)

Land/Gebiet Rang 2013 Rang 2012
Dänemark 1 1
Neuseeland 1 1
Finnland 3 1
Schweden 3 4
Norwegen 5 7
Singapur 5 5
(...) (...) (...)
Deutschland 12 13
(...) (...) (...)
USA 19 19
Frankreich 22 22
(...) (...) (...)
Spanien 40 30
(...) (...) (...)
Italien 69 69
(...) (...) (...)
China 80 80
Griechenland 80 94
(...) (...) (...)
Südsudan 173 170
Sudan 174 172
Afghanistan 175 174
Nordkorea 175 174
Somalia 175 174

Quelle: Transparency International Deutschland e.V.

fdi/Reuters/AFP



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insgesamt 53 Beiträge
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Seite 1
theodorheuss 03.12.2013
1. Man kann
Zitat von sysopREUTERSSpitzenpolitiker nehmen Geld von Baumagnaten, der Königssohn veruntreut öffentliche Gelder: Laut Transparency International ist die Korruption in Spanien auf dem Vormarsch. Im 177 Staaten umfassenden Index bleibt Griechenland Europas Schlusslicht, Deutschland verbessert sich in dem Vergleich leicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/korruption-spanien-stuerzt-in-transparency-international-index-ab-a-936877.html
über Deutsche Politiker und Beamte lästern, schimpfen und sie verfluchen; aber korrupt? Nein! hab ich in meinen 50 Jahren Leben niemals kennengelernt. In D kann man ganz sicher keinen Polizisten kaufen, keinen Paßangestellten oder Grenzbeamten. Ich würde nicht einmal auf die Idee kommen einem Deutschen Beamten Geld zuzuschieben für eine Gegenleistung. Nö, Deutsche Beamte sind ganz sicher nicht korrupt! Ja ja es gibt den einen oder anderen Kriminellen auch in dieser Klientel, ist schon klar, aber das sind die absoluten Ausnahmen die sich im Promillebereich wiederfinden. Ich vertraue unseren Staatsdienern!
wurzelbär 03.12.2013
2. Wieso heißt es in Spanien
Korruption und in Deutschland so schön Lobbyismus? Haben beide nicht den selben Stellenwert ? Man muß eben den Menschen eine Basis für Ihre "eigene" Meinung geben. Dann klappt es auch mit dem Denken, was man wie immer mit dem "GLAUBEN" verwechselt.
mischamai 03.12.2013
3. träumt schön weiter..
So lange sich Deutschland noch immer einem Antikorruptionsabkommen verweigert traue ich der Aussage nicht.Alles was hier hinter verschlossenen Türen passiert wird von höchster Ebene gedeckt und kommt somit niemals ans Tageslicht.Als kleines Beispiel die die zahlreichen Verbeamtungen der ausscheidenden FDP Mitglieder die mal schnell gepuscht wurden....
RobinSeyin 03.12.2013
4.
Zitat von sysopREUTERSSpitzenpolitiker nehmen Geld von Baumagnaten, der Königssohn veruntreut öffentliche Gelder: Laut Transparency International ist die Korruption in Spanien auf dem Vormarsch. Im 177 Staaten umfassenden Index bleibt Griechenland Europas Schlusslicht, Deutschland verbessert sich in dem Vergleich leicht. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/korruption-spanien-stuerzt-in-transparency-international-index-ab-a-936877.html
Die übelste Korruption wird bei uns doch überhaupt nicht gemessen bzw. ist ja schlichtweg legal, weil sich CDU/CSU/FDP aus für sie gutem Grund verweigerten, sie zu verbieten. http://www.youtube.com/watch?v=JA1AWIq7pMg Schon allein deswegen dürfte niemand bei Verstand CDU/CSU wählen.
ChristianWild 03.12.2013
5. Korruption
in Spanien, Italien und Griechenland ist normal, da es offensichtlich und für fast jeden erkennbar ist. In Deutschland, man beweiräuchert sich selbst, gibt es keine oder nur wenig Korruption. Stimmt so nicht wirklich. Sie können es nur besser verschleiern. Viele glauben das Korruption nur mit Geld zu tun hat. Vielmehr sind die Vergabe von Posten das Hauptproblem. Eine Hand wäscht die andere. Siehe SPD Führung.
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