Kosten für Kinderbetreuung 2520 Euro für einen Kitaplatz

Es ist eine gute Nachricht für Familien: Die Kinderbetreuung wird in Deutschland billiger. Im Schnitt müssen Eltern rund 16 Prozent weniger für einen Kitaplatz zahlen als zwei Jahre zuvor. Allerdings gibt es eklatante Unterschiede - SPIEGEL ONLINE nennt die teuersten Städte.

Kindertagesstätte in Berlin: Im Süden billiger als im Norden
ddp

Kindertagesstätte in Berlin: Im Süden billiger als im Norden


Köln - Die Gebühren für den Kindergarten sind in den 100 größten Städten Deutschlands im Schnitt gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft in Köln, die am Montag von der Zeitschrift "Eltern" und der arbeitgebernahen Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Berlin vorgestellt wurde.

Demnach musste eine Modellfamilie mit einem mittleren Brutto-Einkommen (45.000 Euro) im Kindergartenjahr 2009/2010 durchschnittlich 16 Prozent weniger zahlen als zwei Jahre zuvor. Für sie betragen die Jahresgebühren für ein vierjähriges Kind aktuell im Mittel 814 Euro und für zwei Kinder im Alter von 3,5 und 5,5 Jahren 935 Euro (siehe Tabellen unten).

Für Familien mit gehobenem Einkommen (80.000 Euro) liegen die Werte bei 1280 und 1468 Euro - ein Minus von 13 beziehungsweise 12 Prozent. Die Gebührenhöhe bezieht sich auf die jeweilige Mindestbetreuungszeit, in der Regel eine Halbtagsbetreuung. Besonders teuer ist die Betreuung in Duisburg: Hier muss eine Familie mit gehobenem Einkommen und einem Kind 2520 Euro für den Kitaplatz zahlen.

Ein Grund für den durchschnittlichen Rückgang der Kosten ist der Studie zufolge, dass eine wachsende Zahl von Kommunen beitragsfreie Kindergartenjahre anbietet. So sei in neun von 16 Bundesländern mittlerweile das letzte Jahr kostenlos - im Zeitraum 2007/2008 galt das erst für fünf Länder. In neun der 100 untersuchten Städte fallen nach jüngsten Daten für keines der drei Kindergartenjahre Beiträge an. In der vorangegangenen Untersuchung war das erst in einer Stadt der Fall.

Allerdings gilt diese gute Nachricht nicht für alle Regionen Deutschlands. Denn angesichts der knappen Kassen in den öffentlichen Haushalten haben einige Kommunen die Gebühren erhöht. Auch zeichne sich ein Nord-Süd-Gefälle bei den Kosten für den Kindergarten ab, heißt es in der Studie: Im Süden Deutschlands zahlen die untersuchten Modellfamilien weniger für den Kindergarten als im Norden. Die höchsten Beiträge müssen Eltern in Bremen, Cottbus und Tübingen zahlen. Außerdem sind die Betreuungskosten in den 14 untersuchten Städten in Ostdeutschland im Schnitt höher als in den alten Ländern. Generell sind die Kindergartenkosten der Studie zufolge von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich: Von 0 bis 3696 Euro im Jahr reichen die Gebühren, die ein und dieselbe Modellfamilie je nach Region zahlen muss.

· Tabelle 1: Kita-Kosten für Normalverdiener mit einem Kind
· Tabelle 2: Kita-Kosten für Normalverdiener mit zwei Kindern
· Tabelle 3: Kita-Kosten für Gutverdiener mit einem Kind
· Tabelle 4: Kita-Kosten für Gutverdiener mit zwei Kindern

mik/dpa/ddp

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 58 Beiträge
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Seite 1
travelfox42 17.05.2010
1. Komplette Liste?
Kann man die komplette Liste irgendwo bekommen? In Frechen (bei Köln) zahlen wir 2820 EUR für einen Ganztagesplatz - das ist schon ziemlich teuer. Soll ich jetzt nach Düsseldorf ziehen, um dort 0 EUR zu zahlen?
prenzberger 17.05.2010
2. soso
Aus Sicht eines Hamburger Vaters ist das jedenfalls tolles Beispiel dafür, was man mit Statistiken anstellen kann. Wen interessiert denn schon ein Halbtagesplatz? Wer auf den Kindergarten wirklich angewiesen ist (um arbeiten zu gehen), der braucht einen 6- oder 8-Stunden-Platz. Und da zahlt man in Hamburg (auch ohne zu den "Reichen" zu gehören) schnell mal 400€ im Monat (!!!). Damit liegt Hamburg an der Spitze! Und erhote Essensgebühren fließen in die Statistik natürlich auch nicht ein...? Am Freitag ist die nächste Demo gegen die Kita-Gebühren-Erhöhung (am Hafen, in Sichtweite der Elbphilharmonie) und die ganze Sache wird sich vermutlich auch auf die Volksabstimmung zur Schulreform auswirken, letztlich könnte es das Ende von Schwarz-Grün in Hamburg sein. Ein Schelm ist, wer böses dabei denkt, wenn der Hamburger Spiegel nun den Eindruck erwecken will, Hamburg gehöre nicht zu den teuersten Kita-Städten, indem hier eine Studie völlig kritiklos wiedergegeben wird, die von einer CDU-nahen Organisation in Auftrag gegeben wurde. So ein paar Zahlen zu hinterfragen kann doch nicht so schwer sein.
lodermulch 17.05.2010
3. das wäre ja noch in ordnung
pfff..... wo hat SPON denn diese zahlen her? selbst die als "hoch" bezeichneten kita-tarife sind derartig günstig, dass wir uns daran innerhalb kurzer zeit reich sparen könnten. ich kenne aus unserem bekanntenkreis zahlen aus 5 oder 6 städten, und NIRGENDS ist die betreuung für so wenig geld zu haben. mein persönliches beispiel: 2 kinder, eins davon im kindergarten, jahresbrutto bei ca. 70T€, macht im schönen hangelar (das ist ein kaff bei sankt augustin (das ist ein kaff bei bonn (das ist ein kaff bei köln))) 283€ /monat kiga plus 40€ "trägerbeitrag" (...weil die REIN städtischen kitas auf 3 jahre hinweg vorausgebucht rappelvoll sind - vielleicht sind da ja die ganzen hessischen kinder drin? ;) ) plus 43€ essensgeld =366€ / monat -> man beachte die korrelation zum kindergeld =4.392€ / jahr ab 75T€ jahresbrutto legt die stadt auch noch mal eine schippe obendrauf und die nächste abkocherstufe (ca. +80€/monat) wird gezündet. ...womit wir allerdings in der ecke köln/bonn noch im unteren drittel der gebühren liegen. bei freunden in siegburg (noch so ein kaff bei köln) geht das GESAMTE NETTOEINKOMMEN einer 30h assistenzarzt-stelle der ehefrau (langsam wieder rein in die arbeit nach dem zweiten kind) i.h.v. ca. 1600,- für die kita-gebühren der beiden kleinen monster drauf. die einzigen leute, die sich mittlerweile noch einen kita-platz leisten können, sind selbständige handwerker mit mittelgroßem betrieb, chefärzte und hartz IV'ler. (ach ja: PRIVATE kindergärten in bonn und umgebung kosten pro kind und monat ca. 1000-1500€ - das dann allerdings unabhängig vom einkommen ;) ) es ist, ehrlich gesagt, ziemlich zum kotzen - das geld für eine absenkung der gebühren wäre m.e. hundertfach vorhanden, wenn die deutschen gemeinden nicht flächendeckend ihre von inkompetenten idioten eingefädelten §$%§$% cross-border-leasing katastrophen von kurz nach der jahrtausendwende refinanzieren müssten.... *seufz* ah, was solls - polemik aus, portemonnaie auf - wie immer. danke, CDU, SPD und MÖ-FDP.
Laotse, 17.05.2010
4. Auf dem Boden bleiben mit den Zahlenspielen!
Zitat von sysopEs ist eine gute Nachricht für Familien: Die Kinderbetreuung wird in Deutschland billiger. Im Schnitt müssen Eltern rund 16 Prozent weniger für einen Kitaplatz zahlen als zwei Jahre zuvor. Allerdings gibt es eklatante Unterschiede - SPIEGEL ONLINE nennt die teuersten Städte. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,695146,00.html
In Karlsruhe zahle ich für die Halbtagesbetreuung von zwei Kindern 2+5 genau 318,- Euro - *im Monat*. Kürzlich waren es sogar noch 338,- Euro, aber -zugegeben- der städtische KiGa-Zuschuss fällt 2010 "dramatisch" höher aus. Daneben unterrichtet die Grundschule im ehemaligen Bundesland Baden auf Landesregierungsbeschluss "aus Stuttgart" hin kein Englisch mehr - da werden dann noch zusätzliche private Sprachkurskosten auf uns zukommen. Politiks aller Art hingegen schicken -im Gegensatz zu anderen gebührenbefreit- ihre Kinder an die "Europaschule". Für die anderen gilt: man ist die KiGa-gebühr schon gewohnt und es darf doch immer noch ein bisschen mehr sein oder?
Hellbunt 17.05.2010
5. Was sind das für Zahlen?
Im Beitrag steht, dass man in Leipzig knapp 500 Euro für einen Halbtags-Kita-Platz bezahlen müsse. Das mag vielleicht für private Kitas stimmen. Davon gibt es vielleicht 10 in Leipzig. Die Mehrheit der Leipziger Kindergarten-Kinder geht in eine der 250 Kitas, die von der Kommune oder freien Trägern betrieben werden. Und da kostet der 9(!)-Stunden-Platz im Monat 96,50 Euro (http://www.leipzig.de/de/buerger/jugend/betreuung/kitas/index.aspx). Würde mich interessieren, wie die Zahlen dieser Studie zustande gekommen sind...
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