Von null auf tausend Euro Tausende Krankenhaus-Azubis bekommen erstmals Geld

Bislang mussten sie abends und am Wochenende jobben, um ihre Ausbildung an deutschen Krankenhäusern zu finanzieren. Ab 1. Januar hingegen bekommen angehende Ergotherapeuten und andere endlich Geld.

Symbolbild
Getty Images

Symbolbild


Tausende Auszubildende an Deutschlands Krankenhäusern bekommen vom 1. Januar an durch eine Tarifeinigung erstmals eine Vergütung. "Betroffene jobbten bisher abends oder am Wochenende, um etwas dazuzuverdienen, oder verschuldeten sich, um die Ausbildung machen zu können", sagte der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft Ver.di Frank Bsirske.

"Jetzt haben die Auszubildenden einen Sprung gemacht von null auf 965 Euro im ersten Ausbildungsjahr, 1025 im zweiten Jahr und 1122 im dritten Jahr", so Bsirske. Verdi hatte mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) verhandelt. Betroffen sind der Gewerkschaft zufolge rund 1800 Azubis an Universitätskliniken und 1700 an den kommunalen Krankenhäusern.

Bei den Betroffenen handelt es sich um angehende Diätassistentinnen und -assistenten, Ergotherapeutinnen und -therapeuten, Logopädinnen und Logopäden, medizinisch-technische Assistentinnen und Assistenten sowie Orthoptistinnen und Orthoptisten, die sich um Patienten mit bestimmten Augenerkrankungen kümmern. Diese Auszubildenden seien weit überwiegend junge Frauen.

Zuvor hatten sie laut Ver.di gar keine Ausbildungsvergütung erhalten. "Einige erhielten Schüler-Bafög, andere gar nichts", sagte Bsirske. Ausgangspunkt für die Tarifeinigung sei eine Initiative von Auszubildenden mehrerer Unikliniken gewesen. Mehrere hundert Azubis hätten selbst "eine Tarifkommission gegründet und mit uns Verhandlungen mit den Ländern und Kommunen begonnen."

An diesem Dienstag steht ein weiterer, umfangreicherer Tarifkonflikt im Klinikbereich im Fokus. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund will in Berlin über ihre Tarifforderungen für rund 55.000 Ärztinnen und Ärzte in den bundesweit mehr als 500 kommunalen Krankenhäusern informieren. Am 21. Januar 2019 beginnen die Tarifverhandlungen mit der VKA.

beb/dpa



TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.