Sozialausgaben Krankenhäuser sind teurer als je zuvor

Die Kosten für Krankenhäuser steigen weiter: Knapp 4000 Euro bezahlten die Krankenkassen im vergangenen Jahr durchschnittlich pro Aufenthalt. Dazu trägt auch die Politik der Bundesregierung bei.

Herzoperation (in Quedlinburg): Die Kosten für Krankenhäuser sind 2011 weiter gestiegen
dapd

Herzoperation (in Quedlinburg): Die Kosten für Krankenhäuser sind 2011 weiter gestiegen


Wiesbaden - Die Krankenhauskosten sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen: Wie das Statistischen Bundesamt am Montag mitteilte, mussten gesetzliche und private Krankenversicherungen 2011 pro stationärem Krankenhausaufenthalt 3960 Euro ausgeben. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die durchschnittlichen Kosten je Fall variierten zwischen den einzelnen Bundesländern stark. Mit 3570 Euro waren sie in Brandenburg am niedrigsten, in Hamburg mit 4628 Euro am höchsten.

Für die gesetzlichen Krankenversicherungen stellen Behandlungen in Krankenhäusern den größten Kostenfaktor dar: 34 Prozent der Ausgaben flossen im ersten Halbjahr 2012 an Kliniken. Die Gesamtkosten der Krankenhäuser beliefen sich 2011 auf 83,4 Milliarden Euro, davon 72,6 Milliarden Euro für stationäre Behandlungen.

Ob die Ausgaben in dieser Höhe angemessen sind, ist umstritten: Während Wirtschaftsforscher trotz der steigenden Ausgaben ein Kliniksterben erwarten, glauben Krankenkassen, dass weniger und zugleich spezialisiertere Häuser eine bessere Versorgung günstiger anbieten könnten. Die Ausgabensteigerung im letzten Jahr dürfte allerdings nicht die letzte gewesen sein: Die schwarz-gelbe Koalition hat erst Mitte 2012 Sparvorgaben für Krankenhäuser gelockert, was die Krankenkassen 350 Millionen Euro kostet..

ade/dpa/apd



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