Etwas weniger als 2017 Krankenkassen erzielen Überschuss von zwei Milliarden Euro

Die Rücklagen der gesetzlichen Krankenkassen wachsen weiter. Im vergangenen Jahr überstiegen die Einnahmen die Ausgaben um zwei Milliarden Euro. Gesundheitsminister Spahn will die Beitragszahler entlasten.

DPA


Die gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) haben 2018 einen Überschuss von zwei Milliarden Euro erzielt. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium mit. Ausgaben von 239,4 Milliarden Euro standen Einnahmen in Höhe von 241,4 Milliarden Euro gegenüber. Die Anzahl der gesetzlich Versicherten ist um 0,8 Prozent gestiegen.

Da die Ausgaben um 3,9 Prozent, die Einnahmen aber "nur" um 3,3 Prozent gestiegen seien, lag das Plus unter dem Vorjahreswert von drei Milliarden Euro. Trotzdem sind die Rücklagen weiter gewachsen, sie betrugen Ende Dezember mit 21 Milliarden Euro mehr als das Vierfache des gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Auch für 2019 wird ein Überschuss erwartet.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die gute Wirtschaftslage helfe den Kassen. "Beitragsgelder sind aber keine Sparanlagen, sondern sie sind dafür da, die Versorgung besser zu machen", so Spahn. Kassen mit besonders hohen Reserven müssten ihre Rücklagen ab 2020 binnen drei Jahren unter die gesetzliche Obergrenze von einer Monatsausgabe absenken. "Dann haben die Beitragszahler auch etwas von der guten Finanzlage", sagte Spahn.

Spielraum für Entlastungen gäbe es unter anderem durch eine Senkung von Zusatzbeiträgen. Obwohl einige Kassen dies bereits veranlasst haben, liege der durchschnittlich erhobene Zusatzbeitrag bei 1,0 Prozent des Bruttolohns, obwohl das Gesundheitsministerium 0,9 Prozent als Orientierungswert vorgegeben hatte.

Der GKV-Spitzenverbands bewertete den erzielten Überschuss als "ein gutes Ergebnis, aber auch kein Grund für Euphorie oder gar für Vorwürfe". Der Verband betonte, dass die Kassen seriös und zuverlässig mit den Beitragsgeldern umgingen.

mmm/dpa/afp



insgesamt 10 Beiträge
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skeptiker53 08.03.2019
1. Ist doch schön...
Das ist doch schön, dass es den Krankenkasseb so gut geht. Dafür habe ich (als niedergelassenen Hausarzt in eigener Einzelpraxis) gerade eine offizielle Mitteilung bekommen (seitens das amtliche Zentralinstitut ZIPP), dass mein Jahreseinkommen in 2017 einen Stundenlohn (vor Steuern) entspricht von....18,92 Euro. Alles haargenau errechnet und gelistet. Immerhin deutlich besser als dem Mindestlohn, so dass es noch Spielraum nach unten gibt um in den nächsten Jahren die Ertragssituation der armen Krankenkassen allmählich zu verbessern. Schade nur, dass die junge Generation der Ärzte das nicht mehr so attraktiv findet. Die wollen alle nur noch einen festen Gehalt als Angestellter statt Selbstständigkeit in eigener Praxis. Warum nur ? Kann ich nicht verstehen....
RGK20 08.03.2019
2. Doppelverbeitragung der Direktversicherungen
für Rentner wieder abschaffen. Seit dem GMG 2004, von SPD und Grüne beschlossen, müssen Rentner "doppelte KK-Beiträge" abführen, weil es damals der KK ja so schlecht ging (Ulla Schmidt). Vielleicht kann die SPD diese Bestrafung für Rentner ja mal wieder zurücknehmen. UND: ausserdem sind abgeschlossene "Kapital LVverträge" eindeutig überhaupt KEINE "Rentenverträge". Dass SPD und Grüne diese gesetzestechnisch kurzerhand einfach auch "als Rentenverträge gleichgestellt" umgewidmet haben, nur um den Rentnern noch mehr Geld aus der Asche zu ziehe, ist schon eine politische Unverfrorenheit. Und was ist das Ergebnis dieser Rentnerenteignung: die KK haben Geld im Überfluss - und die Rentner müssen Grundrente aufgestockt bekommen. Sensationelles Ergebnis grandioser SPD-Grüne Politik.
exxilist 08.03.2019
3. Besser Nägel mit Köpfen machen
Wieder mal so ein Herumschwadronieren und rumdoktorn. Das Gesundheitssystem gehört von unten is oben neu aufgestellt. Aber dafür braucht man Eier. Lieber Herr Spahn, packen Sie doch bitte einmal die wichtigen Sachen an. Schluss mit dieser PKV und gefühlten 3500 Krankenkassen, die nur Verwaltungsgeld verbraten. Machen Sie Berufe wie Landarzt, Pfleger, etc. wieder interessant. Schluss mit profitorientierten Krankenhäusern die von Aktienkonzernen "geführt?" werden und nicht von Medizinern. Gesundheit DARF nicht vom Geld abhängig sein. SOLIDARGEMEINSCHAFT Der Pharmaindustrie einen Riegel vorschreiben. Warum sind die gleichen Medikamente in anderen Ländern viel preiswerter? Drastisch unsinnige OP's verhindern. Stichwort Bandscheibe. 85% vollkommen unnötig. Auch hier mal in andere Länder schauen. Bandscheiben OP'S pro 100 000 Einwohner in Deutschland 450, Frankreich 250, England 100. Ich kann mir bei bestem Willen nicht vorstellen, das dier englische Rücken 4,5 mal gesünder sein soll. Interessant ist, das da wo das Geld vorhanden ist, z.B. in München die Bandscheibenquote auf 1000 hochgeht. DAS sind die Sachen, die hier wirklich jeden stören und angegangen werden müssen.
haarer.15 08.03.2019
4. Viel Handlungsbedarf
Nun, dann handeln Sie doch Herr Spahn ! Oberste Priorität wäre die Revidierung der doppelten KK-Beiträge bei den Betriebsrentnern. Das ist nunmal nicht hinnehmbar, es schreit nach einer Korrektur. Bitte handeln - sonst gewinnen Sie garantiert keinen Blumentopf !
rainer-rau 08.03.2019
5.
Der Überschuss wundert mich überhaupt nicht, wenn ich sehe, wie viele wichtige und wirksame Heilmittel bei mir nicht erstattet werden. Die Verteilung erfolgt genauso wie sonst in der Industrie: Nur für die Großen, die ohnehin schon total überfressen sind.
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