Abschlagsfreie Rente mit 63 Krankenkassen könnten Datenlücke schließen

Diese Entdeckung könnte Arbeitsministerin Nahles von einem Problem bei der Umsetzung der Rentenreform befreien: In den Speichern der Krankenkassen liegen offenbar wichtige Daten vor, um den Rentenanspruch mit 63 zu prüfen. Der Rentenversicherung fehlen bislang die nötigen Aufzeichnungen.

Sozialministerin Nahles: Problem bei Renten-Umsetzung womöglich gelöst
AP/dpa

Sozialministerin Nahles: Problem bei Renten-Umsetzung womöglich gelöst


Berlin - Eine Lücke in den Daten der Rentenversicherung drohte zum Hindernis für die abschlagsfreie Rente mit 63 zu werden. Der Institution fehlen offenbar genaue Informationen zum Bezug von Arbeitslosenhilfe. Diese könnten jedoch laut einem Bericht der Zeitung "Handelsblatt" von anderer Stelle hinzugezogen werden: Aus den Datenspeichern der Krankenkassen.

Zigtausende Arbeitnehmer sollen laut Plänen von Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) in den nächsten Jahren abschlagsfrei mit 63 in Rente gehen können - auch wenn sie fünf Jahre oder sogar länger Arbeitslosengeld bezogen haben. Für den Bezug von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe gilt die Regelung allerdings nicht.

Die Datensätze der Rentenversicherung enthalten diese Unterscheidung allerdings nicht - oder zumindest nicht für alle Versicherten im gesamten Zeitraum. "Der Nachweis für das Vorliegen der entsprechenden Anspruchsvoraussetzungen wäre deshalb vom Versicherten zu erbringen", hieß es zunächst in einer Stellungnahme der Behörde. Ihrer Einschätzung nach werde es "häufig der Fall sein", dass Versicherte über keine Unterlagen mehr verfügen würden, mit denen sie die Art der bezogenen Leistungen nachweisen könnten.

Das Problem scheint nun jedoch gelöst: Laut "Handelsblatt" verfügen die Krankenkassen über die Information, ob Versicherte Arbeitslosengeld oder Arbeitslosenhilfe erhalten haben. Die Daten würden auch regelmäßig 30 Jahre vorgehalten, teilte eine Sprecherin des Spitzenverbands der Gesetzlichen Krankenkassen dem Blatt mit.

Ob das genügt um die gesamte Datenlücke zu schließen, blieb jedoch zunächst unklar: Womöglich reicht die Datenlücke bis 1978 zurück - also mehr als 30 Jahre. Ebenfalls zu klären bleibt, inwiefern eine problemlose Übernahme der Daten möglich ist.

usp

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zudummzumzum 27.02.2014
1. Die spinnen, die Deutschen ...
Zitat von sysopAP/dpaDiese Entdeckung könnte Arbeitsministerin Nahles von einem Problem bei der Umsetzung der Rentenreform befreien: In den Speichern der Krankenkassen liegen offenbar wichtige Daten vor, um den Rentenanspruch mit 63 zu prüfen. Der Rentenversicherung fehlen bislang die nötigen Aufzeichnungen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/krankenkassen-koennten-datenluecke-fuer-rente-mit-63-schliessen-a-955884.html
Mal abgesehen von der Sinnhaftigkeit der 63er Regelung! Warum, zur Hölle, heben die Krankenkassen (!!!) 30 Jahre lang Beitragsdaten auf? Damit werden doch alle, die jemals irgend etwas über Datensparsamkeit oder -vermeidung gesagt haben, geradezu verhöhnt! Was dieser Unfung alleine schon wieder kostet ... Nach spätestens 5 Jahren müssten diese Daten gelöscht sein! Und was soll die Paranoia, dass möglicherweise jemand, der vor x Jahren mal Langzeit-Arbeitslos war, sich dann doch ein paar Monate zu früh in die Rente verabschiedet? Es geht doch nur darum, irgendwelchen betrieblichen "Überbrückungsmodellen" einen Riegel vorzuschieben und Konstruktionen vorzubauen, wonach sich jemand noch schnell einen Arbeitnehmer-Job besorgt, um dann unter die Fittiche der GRV schlüpfen zu können. Dazu reicht aber die 5-jährige Rückschau auch locker aus. Wenn jemandem die Rente mit 63 ausreicht, weil sie trotz Langzeit-Arbeitslosigkeit hoch genug ist, dann kann man ihn auch lassen. Mit ihrer Aneinanderreihung intellektueller Tiefstleistungen übertrifft Frau Nahles locker meine finstersten Befürchtungen um ein Vielfaches. Und das nach nur 1/2 Jahr. Welcher Murks kommt dann noch in der laufenden Legislatur?
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