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Krankenkassen-Umbau So teuer wird die schwarz-gelbe Gesundheitsreform

Horst Seehofer, Guido Westerwelle und Angela Merkel: Mehr netto durch GesundheitsreformZur Großansicht
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Horst Seehofer, Guido Westerwelle und Angela Merkel: Mehr netto durch Gesundheitsreform

8. Teil: Und was ist mit den Privatversicherten?

Angesichts der gewaltigen Veränderungen, die mal wieder auf die gesetzlichen Kassen und ihre Versicherten zukommen, sehen die privaten Konkurrenten auf den ersten Blick wie die großen Gewinner aus. Zumal Union und FDP im Koalitionsvertrag noch ein echtes Bonbon für Debeka, DKV und Co. untergebracht haben. Schon bald sollen Gutverdiener wieder einfacher von der gesetzlichen zur privaten Krankenkasse wechseln können. Nur könnte es sein, dass kaum ein Besserverdiener die Möglichkeit im neuen System nutzt.

Denn mit der Einführung einer Pauschalprämie würden die gesetzlichen Krankenkassen gegenüber den privaten deutlich attraktiver - zumindest finanziell. Das zeigt eine Beispielrechnung: Wer derzeit oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Krankenversicherung verdient, zahlt allein als Arbeitnehmeranteil fast 300 Euro - ein Doppelverdiener-Ehepaar also maximal 600 Euro. Künftig müsste ein Single aber nur noch 125 Euro zahlen - und ein Ehepaar (mit Kindern) maximal 250 Euro.

Die gesetzlichen Kassen werden gestärkt

Ob die private Konkurrenz da trotz besserer Leistungen noch mithalten kann, ist fraglich. Bei der Debeka, dem Marktführer der Privatversicherungen, müsste ein 30-jähriger Alleinverdiener 160 Euro monatlich als Arbeitnehmeranteil für sich zahlen - und seine ebenfalls berufstätige Frau fast 200 Euro. Rechnet man dann noch den Nachwuchs hinzu, der bei der Debeka 140 Euro im Monat kostet, würden für eine vierköpfige Familie rund 640 Euro fällig - also derzeit nicht viel mehr als bei einer gesetzlichen Kasse. Künftig wären AOK und Barmer aber um knapp 400 Euro günstiger.

"Weil die schwarz-gelbe Pauschalprämie die gesetzliche Versicherung gegenüber der privaten stärkt, kommt die Kopfpauschale der heimlichen Einführung einer Bürgerversicherung gleich, die eigentlich von der politischen Linken gefordert wird", sagt der Gesundheitsökonom Wasem. Es wäre fast schon eine Ironie der Geschichte: Union und FDP könnten mit ihrer Radikalreform zum Totengräber der privaten Krankenversicherungen werden - eines Systems, das sie stets mit aller Macht gegen Angriffe verteidigt haben.

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insgesamt 1146 Beiträge
semipermeabel 10.11.2009
Reform ist nötig, jedoch nicht so. Ein Schritt wäre, den Pharmakonzernen auf die Finger zu sehen.
Zitat von sysopDie Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat zusätzlich 22 Milliarden kosten würde. Eine nötige Reform? Oder viel zu teuer?
Reform ist nötig, jedoch nicht so. Ein Schritt wäre, den Pharmakonzernen auf die Finger zu sehen.
akrisios 10.11.2009
Die sollten sich lieber mal Gedanken machen warum Deutschland 350 Krankenkassen (Vorstände, Aufsichtsräte, Geschäftsführer, Verwaltungsapparate) mit gleichem Satz braucht und finanziert. Da kann man zwar komödiendramatisch lachen [...]
Die sollten sich lieber mal Gedanken machen warum Deutschland 350 Krankenkassen (Vorstände, Aufsichtsräte, Geschäftsführer, Verwaltungsapparate) mit gleichem Satz braucht und finanziert. Da kann man zwar komödiendramatisch lachen oder weinen. Aber man muss sich keine Gedanken mehr über Korruption und maffiöse Zustände in u.a. Italien machen. ich bin fertig mit unserer, wie wurde es genannt?, ach ja, "Demokratie". Das Wort ist genauso auf den Sinn anwendbar wie "Diät" für Abgeordnetengehälter.
jocurt1 10.11.2009
immer nur wird an der Einnahmenseite geschraubt und dort auch nur bei Lohnempfängern. Ein Unternehmen, dass nur durch Steigern der Produktpreise versucht, sich zu sanieren, geht Pleite. Betriebswirtschaftliches Denken ist [...]
Zitat von sysopDie Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat zusätzlich 22 Milliarden kosten würde. Eine nötige Reform? Oder viel zu teuer?
immer nur wird an der Einnahmenseite geschraubt und dort auch nur bei Lohnempfängern. Ein Unternehmen, dass nur durch Steigern der Produktpreise versucht, sich zu sanieren, geht Pleite. Betriebswirtschaftliches Denken ist Lobbyisten wie Rösler eben fremd.
classico 10.11.2009
Es wird nicht dem Staat 22 Milliarden kosten. denn das Geld wird er sich von den Steuerzahlern holen... natürlich nicht von den einkommen starken Bürgern. Ich mache mir aber noch keine Gedanken darüber, denn das Gesetz wird [...]
Zitat von sysopDie Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat zusätzlich 22 Milliarden kosten würde. Eine nötige Reform? Oder viel zu teuer?
Es wird nicht dem Staat 22 Milliarden kosten. denn das Geld wird er sich von den Steuerzahlern holen... natürlich nicht von den einkommen starken Bürgern. Ich mache mir aber noch keine Gedanken darüber, denn das Gesetz wird nicht kommen, auch nicht nach der NRW Wahl.
querdenker13 10.11.2009
Wenn, wie von der Regierung geplant, der Arbeitgeberanteil eingefroren wird und es ein Beitragssystem geben sollte wo ein gering Verdiener mit monatlich ca. 800 € Netto genauso viel bezahlen soll wie ein Angestellter mit ca. [...]
Zitat von sysopDie Bundesregierung will das Gesundheitssystem durch Prämien finanzieren, die Versicherte unabhängig von den Löhnen zahlen sollen. Jetzt haben Experten ausgerechnet, dass die Reform den Staat zusätzlich 22 Milliarden kosten würde. Eine nötige Reform? Oder viel zu teuer?
Wenn, wie von der Regierung geplant, der Arbeitgeberanteil eingefroren wird und es ein Beitragssystem geben sollte wo ein gering Verdiener mit monatlich ca. 800 € Netto genauso viel bezahlen soll wie ein Angestellter mit ca. 2000 € Netto ist dass von dieser Regierung nur asozial.
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Gesundheitsreform - Top oder Flop?

Union und FDP wollen den Arbeitnehmeranteil in der Krankenversicherung in eine Kopfpauschale überführen. Damit würde jeder Bürger unabhängig von seinem Einkommen den gleichen Beitrag zahlen. Wie finden Sie diesen Plan?

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  • Eher schlecht - das Projekt ist doch unfinanzierbar.
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Die bisherigen Gesundheitsreformen
Es dauert fast drei Jahrzehnte, bis es in der Bundesrepublik zur ersten größeren Gesundheitsreform kommt: Mit dem "Kostendämpfungsgesetz" der sozial-liberalen Koalition versucht die Regierung, die Inanspruchnahme von Leistungen zu steuern: Sie führt Zuzahlungen bei Arznei-, Verbands- und Heilmitteln ein - in Höhe des aus heutiger Sicht niedlichen Betrags von einer Mark pro Medikament.

Schwarz-gelbe Gesundheitspläne
Die Gesundheitspolitik erwies sich als einer der Knackpunkte in den Koalitionsverhandlungen von Union und FDP. Bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenkassen haben sich die künftigen Koalitionäre nun auf eine grundlegende Neuordnung verständigt - ein Überblick.




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