Hannover - Die Dunkelziffer bei diesen Erkrankungen ist sehr hoch, doch die Diagnosen Depressionen oder Burnout häufen sich. Laut einer Auswertung der Krankenkasse KKH-Allianz fehlen Arbeitnehmer in Deutschland häufiger aufgrund psychischer Erkrankungen und wegen Verhaltensstörungen.
Demnach stieg der Anteil von Krankheiten wie Depressionen oder Burnout bei Krankschreibungen von 13 Prozent im Jahr 2009 auf 14,3 Prozent im ersten Halbjahr 2011.
Deutliche Unterschiede bei den Fehlzeiten gab es zwischen den Bundesländern, teilte die KKH-Allianz mit. Den höchsten Krankenstand verzeichnete im ersten Halbjahr 2011 mit durchschnittlich zehn Tagen Berlin. In Bayern fehlten die Beschäftigten hingegen an nur 6,6 Tagen im Beruf. Bundesweit blieben Arbeitnehmer zwischen Januar und Ende Juni durchschnittlich an 8,1 Tagen wegen Krankschreibungen zu Hause.
Politiker und Manager klagen über Schlafmangel
Experten zufolge trifft die Diagnose Burnout vor allem ehrgeizige Leistungsträger. Dass für solche Menschen Stress ein großes Thema ist, zeigt eine Umfrage des Wirtschaftsmagazins "Capital". Demnach schlafen Manager und Politiker zu wenig. Die meisten Top-Entscheider kommen im Schnitt nur auf sechs Stunden und zehn Minuten Schlaf pro Nacht, ergab eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach. Es befragte 519 Spitzenpolitiker, Unternehmenschefs und Behördenleiter.
Der Dauerstress hat auch im Beruf Folgen: 57 Prozent der Befragten haben schon einmal erlebt, dass Verhandlungen von der Müdigkeit einzelner Teilnehmer beeinflusst wurden - etwa durch plötzliche Zugeständnisse.
Besonders akut ist der Schlafmangel demnach bei Spitzenpolitikern: 31 Prozent von ihnen schlafen pro Nacht nur fünf Stunden oder weniger. In der Wirtschaft sind es 18 Prozent. Die Mehrheit der Befragten klagte laut Befragung, sie sei häufig unausgeschlafen.
mmq/dapd
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