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Krim-Krise: Investoren ziehen massenhaft Geld aus Russland ab

Russischer Präsident Putin: Geschäftsschädigende Landnahme Zur Großansicht
AFP

Russischer Präsident Putin: Geschäftsschädigende Landnahme

Die Krim-Krise schreckt die Investoren auf: Russlands Regierung erwartet allein im ersten Quartal Kapitalabflüsse von knapp 70 Milliarden Dollar - mehr als im gesamten vergangenen Jahr. Vor allem deutsche Firmen ziehen offenbar ihr Geld ab.

Hamburg - In Russland verdüstert sich das Geschäftsklima. Er erwarte, dass allein im ersten Quartal des laufenden Jahres knapp 70 Milliarden Dollar Kapital abgeflossen seien, sagte Vizewirtschaftsminister Andrej Klepach am Montagabend in Moskau. Es wäre ein steiler Anstieg: Im gesamten vergangenen Jahr seien nur 63 Milliarden Dollar abgeflossen, berichten die Nachrichtenagentur Reuters und die "Financial Times" ("FT").

Hauptgrund für die Kapitalabflüsse ist das unsichere politische Klima in Russland. Seit Wladimir Putins Landnahme auf der Krim ist Russlands Verhältnis zu Europa und den USA stark angespannt. Die weltgrößten Wirtschaftsnationen halten die Annexion für völkerrechtswidrig und haben ihre diplomatischen Beziehungen zu Moskau auf ein Minimum begrenzt. Einen Wirtschaftsgipfel im russischen Sotschi sagten sie ab, zudem drohen Europa und die USA mit härteren Sanktionen.

Klepach betonte, die bisherigen Sanktionen gegen Russland hätten keine direkte ökonomische Wirkung gehabt. Die Kapitalabflüsse seien bereits vor der Krim-Krise höher gewesen als im vergangenen Jahr. Er räumte jedoch ein, dass "wachsende Spannungen und abkühlende diplomatische Beziehungen" diesen Trend noch einmal deutlich verstärkt hätten.

Ökonomen teilen Klepachs Analyse. Die bisherigen Sanktionen seien eher harmlos gewesen, sagte Chris Weafer vom Moskauer Wirtschaftsberatungsunternehmen MacroAdvisory der "FT". Das nächste Sanktionspaket aber dürfte Wirtschaft und Handel treffen. Das sei derzeit die Hauptsorge der Investoren.

Tatsächlich könnten die Unternehmen in der EU wohl schärfere Sanktionen gegen Russland verkraften. Vor allem in Deutschland läuft die Wirtschaft so gut, dass ein verstärkter Handelsboykott keine größeren Probleme machen dürfte. Und Deutschland kommt als größter Volkswirtschaft Europas und als drittgrößter Handelsnation der Welt eine prominente Rolle zu. Der Export nach Russland summiert sich auf 38 Milliarden Euro.

Nach Angaben der Wirtschaftsberatung KPMG schaffen derzeit auch viele deutsche Unternehmen ihr Geld zurück in die Heimat. Bisher seien die Firmen aus der Bundesrepublik eine der größten Quellen für Direktinvestitionen gewesen. Laut Bundesbankstatistiken haben deutsche Firmen gut 20 Milliarden Euro in Russland investiert. Über Jahre hätten die Firmen auf Wachstum gesetzt und ihre Einnahmen aus dem Russlandgeschäft weitgehend für neue Investitionen in dem Schwellenland genutzt, konstatiert KPMG. Nun zögen viele ihr Kapital ab. Und: "Wenn das Geld einmal weg ist, ist es sehr schwer zurückzuholen."

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insgesamt 156 Beiträge
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1. Gut so!
divStar 25.03.2014
Mal sehen wie lange Russland sich über "Wirtschaftssanktionen" noch lustig machen wird. Ich jedenfalls bin sehr gespannt.
2. So isses richtig!
munich-music 25.03.2014
PUTIN gaaanz langsam abwürgen! Jede Wioche ein kleines BISSCHEN!
3. Klaro
Meckerliese 25.03.2014
Uns wird ja täglich in den Medien eingehämmert wie böse Russland ist. USA sind die Erzengel dagegen. Ich lach mich weg. Die Leute haben anscheinend kein Gehirn mehr selbstständig zu denken und lassen sich alles von USA / EU vorschreiben. Man könnte nur noch kotzen.
4. das ist die eine Seite...
knabe11 25.03.2014
die andere Seite ist, das andere sich die Pfründe in Russland holen werden...das ganze Theater weil man eine Putschregierung als Salonfähig erachtet und die USA unbedingt bei ihren globalen Vorhaben unterstützen will..es wird uns niemand danken...die Merkel verkalkuliert sich auf der ganzen Linie...und das zu unseren Schaden..als ob sich Russland die Krim durch die NATO wegnehmen lassen würde...das reagiert man eben schneller
5. Dax Stürzt ab
klarvoraus 25.03.2014
Der Deutsche Aktien Index (DAX) stürzt heute 25-3-14 ab auf 9188.
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