Krise am Arbeitsmarkt Reallöhne in Deutschland sinken im zweiten Quartal

Die Mitarbeiter der Metallindustrie leiden besonders unter dem wirtschaftlichen Abschwung. Der Rückgang ihrer Löhne fiel sogar so deutlich aus, dass die Experten des Statistischen Bundesamts für das zweite Quartal einen allgemeinen Rückgang der Reallöhne feststellen mussten.

Warmwalzwerk in Duisburg: Kurzarbeitergeld gleicht Lohnausfall aus
ddp

Warmwalzwerk in Duisburg: Kurzarbeitergeld gleicht Lohnausfall aus


Wiesbaden - Die Hoffnung, sinkende Energiepreise und die geringe Inflation könnten zu einem Anstieg der Reallöhne führen, hat sich nicht erfüllt. Wie das Statistische Bundesamt am Montag in Wiesbaden mitteilte, lag der entsprechende Wert im zweiten Quartal um durchschnittlich 1,2 Prozent niedriger als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang resultiere vor allem aus der Verringerung der nominalen Bruttoverdienste um rund ein Prozent. Die Verbraucherpreise seien im gleichen Zeitraum im 0,3 Prozent gestiegen.

Die Ursache für den Verdienstrückgang im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 sehen die Statistiker vor allem in der Kurzarbeit und den um 9,2 Prozent niedrigeren Sonderzahlungen. Die Bruttomonatsverdienste ohne Sonderzahlungen stiegen im gleichen Zeitraum um 0,9 Prozent.

Die Verdienste sanken der Behörde zufolge nicht auf breiter Front, sondern in wenigen, aber bedeutsamen Branchen. Im Verarbeitenden Gewerbe etwa verringerte sich der Bruttomonatsverdienst im zweiten Quartal aufgrund des verbreiteten Einsatzes von Kurzarbeit um fünf Prozent. Beschäftigte in der Metallerzeugung und -bearbeitung sowie der Autoindustrie waren mit minus zwölf Prozent beziehungsweise 8,8 Prozent am stärksten betroffen. Die Verdiensteinbußen wurden dabei zum Teil durch das staatliche Kurzarbeitergeld ausgeglichen.

In anderen Branchen seien die Verdienste hingegen gestiegen. So erhöhten sich zum Beispiel im Bereich Erziehung und Unterricht die Bruttomonatsverdienste aufgrund wirksam gewordener Tariferhöhungen um fünf Prozent.

mik/ddp

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gbartkowiak 21.04.2009
1.
Zitat von sysopDie Bruttolöhne sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen, doch netto bleibt den Bürgern immer weniger übrig. Was muss sich ändern?
Die Abgabenquote auf Gehälter und Einkommen sollte gesenkt werden. Entsprechende Einkommensausfälle des Staates müssten durch eine rigorose Sparpolitik und Um- und Abbau der Sozialsysteme ausgeglichen werden. Deutschland hat sich seinen Wohlstand in den letzten +30 Jahren auf Kredit finanziert und nicht durch wachsende Wirtschaftsleistungen und muss anfangen diesen Fehler zu korrigieren. Eine Absenkung des allgemeinen Lebensstandarts wird die beinahe zwangsläufige Folge sein . Aber wenn Arbeit in Deutschland wieder bezahlbar ist werden vielleicht wieder Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen statt abgebaut und ein nachhaltig finanzierbares Staatsmodell geschaffen.
kdshp 21.04.2009
2.
Zitat von sysopDie Bruttolöhne sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen, doch netto bleibt den Bürgern immer weniger übrig. Was muss sich ändern?
Hallo, wie muss ? Wer profitiert denn davon das real weniger in der tasche bleibt ? Als wenn die da auf was verzichten würden ! Kommt mir manchmal so vor als wenn zb. die strommonoplisten die priese erhöhen sobald die sehen/mitbekommen : He die haben was mehr netto in der tasche also preise rauf ! Das gehört ja zur umverteilung also die von "unten nach oben" dazu bzw. ist ein teil von diesem verteilsystem. Wo gehen den die mrd gewinne zb. der stromkonzerne hin ?
Rainer Eichberg 21.04.2009
3.
Zitat von sysopDie Bruttolöhne sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen, doch netto bleibt den Bürgern immer weniger übrig. Was muss sich ändern?
Keine Ahnung. Ich versteh's nämlich nicht. Angeblich gab es doch Steuersenkungen, oder? Angeblich sind doch auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung gesenkt worden, oder? Wieso sind die Abzüge vom Brutto-Lohn trotzdem gestiegen? Versteh' ich nicht.
Interessierter0815 21.04.2009
4.
Zitat von sysopDie Bruttolöhne sind im vergangenen Jahr leicht gestiegen, doch netto bleibt den Bürgern immer weniger übrig. Was muss sich ändern?
Siehe startseite verluste von 4 Billionen pseudodollar. Wir haben eine Handfeste Systemkrise, die alle 60-80Jahre zur Katastrophe führt. Aber tolles Thema...
raess2007 21.04.2009
5. nutoo und bretto
Das erklärt es doch sehr gut : http://www.youtube.com/watch?v=6PJk20q6Hns
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