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Krisenjahr 2009 Mini-Leitzins schmälert Bundesbank-Gewinn

Bundesbank-Chef Weber: "Niedrigere Zinserträge"Zur Großansicht
DDP

Bundesbank-Chef Weber: "Niedrigere Zinserträge"

Der Gewinn von Deutschlands Zentralbank ist 2009 um ein Drittel gesunken. Das Institut erzielte rund vier Milliarden Euro Überschuss. Für den Bund sind das schlechte Nachrichten: Er bekommt das Gros der Bundesbank-Einnahmen - und sein Defizit hat sich im vergangenen Jahr verdreifacht.

Frankfurt am Main - Die Deutsche Bundesbank spürt die Finanzkrise: Zwar hat sie 2009 einen Überschuss von 4,1 Milliarden Euro gemacht - im Vorjahr hatte das Plus allerdings noch bei 6,3 Milliarden Euro gelegen. "Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf niedrigere Zinserträge in Euro zurückzuführen. Grund hierfür waren die in der Euro-Zone historisch niedrigen Leitzinsen", erklärte Bundesbankpräsident Axel Weber in einer Mitteilung. Der Leitzins verharrt seit Mai 2009 auf dem Rekordtief von einem Prozent.

Die Zinserträge als wichtigste Quelle für den Bundesbankgewinn gingen insgesamt zurück: Der Nettozinsertrag halbierte sich binnen Jahresfrist von 8,4 Milliarden auf 4,2 Milliarden Euro. Zudem habe sich die Lage an den Finanzmärkten entspannt, so dass sich der Bedarf der Geschäftsbanken nach frischem Geld von den Zentralbanken verringert habe. Mit Blick auf die weitere konjunkturelle Entwicklung weltweit zeigte sich Weber vorsichtig optimistisch.

Der Bundesbankgewinn wurde in voller Höhe an den Bund abgeführt. 3,5 Milliarden Euro stehen dem Bundeshaushalt als laufende Einnahmequelle und zur Verringerung neuer Schulden zur Verfügung. Mit dem Rest der Summe werden Schulden getilgt. Das Plus der Zentralbank ist seit Jahrzehnten eine wichtige Einnahmequelle für den Bundeshaushalt. Mit Ausnahme weniger Jahre konnten die Frankfurter Währungshüter stets große Summen an den Bund überweisen.

Doch der Anteil des Überschusses, der in den Etat wandert, wird in den kommenden Jahren immer kleiner werden. Dies liegt an den beiden Konjunkturprogrammen der Bundesregierung. Die dadurch entstandenen Schulden sollen möglichst schnell getilgt werden - und zwar mit Hilfe der Erträge der Bundesbank.

Defizit des Bundes verdreifacht

Der Anteil der Schuldentilgung steigt dann in den kommenden Jahren deutlich. Ab 2012 sind jährlich nur noch 2,5 Milliarden Euro aus dem Bundesbankgewinn für aktuelle ausgaben reserviert, der Rest wandert Jahr für Jahr in den Schuldendienst, so lange bis diese vollständig getilgt sind.

Für den Bund wird damit der Spielraum wesentlich enger. Sinkende Steuereinnahmen und steigende Ausgaben haben das Defizit im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht. Im Kernhaushalt des Bundes - er umfasst alle Ausgaben und Einnahmen, die nicht in Extrahaushalten geführt werden - klaffte eine Lücke von 37,2 Milliarden Euro. Das sind 25,4 Milliarden mehr als 2008. Dabei seien die mit der Finanz- und Wirtschaftskrise verbundenen Belastungen wie der Finanzmarktstabilisierungsfonds noch gar nicht eingerechnet, berichtete das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag. Zahlen über die Extrahaushalte gibt es erst Ende März.

Die Ausgaben im Kernhaushalt des Bundes stiegen im vergangenen Jahr um fünf Prozent auf 319,8 Milliarden Euro, während die Einnahmen um 3,5 Prozent auf 282,6 Milliarden Euro sanken. Hauptgrund für den Rückgang waren nach Angaben der Statistiker stark rückläufige Einnahmen bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer.

Die Kernhaushalte der Länder wiesen 2009 ein Defizit von 25,8 Milliarden Euro auf - 2008 hatten die Länder noch einen leichten Überschuss von 0,6 Milliarden Euro verzeichnet. Die Ausgaben der Länder stiegen auf 285,6 Milliarden Euro; Hauptgrund für den Anstieg um 4,3 Prozent war der Statistik zufolge die Rettung der Bayerischen Landesbank durch das Land Bayern. Auch die Länder verzeichneten einen starken Rückgang ihrer Einnahmen - vor allem bei der Einkommen- und Körperschaftsteuer - um 5,4 Prozent auf 259,7 Milliarden Euro.

ssu/dpa/Reuters

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insgesamt 958 Beiträge
Rainer Daeschler 15.10.2009
Sparen, das ist die Kunst, den Pöbel den Gürtel enger schnallen zu lassen! Einigen hundert Sonnenkönigen unter der Reichtagskuppel wird da sicher noch was dazu einfallen
Zitat von sysopNoch nie war die Lage des Bundeshaushalts so schlecht. Deshalb muss die künftige Regierung sparen. Aber wo sollte sie das tun?
Sparen, das ist die Kunst, den Pöbel den Gürtel enger schnallen zu lassen! Einigen hundert Sonnenkönigen unter der Reichtagskuppel wird da sicher noch was dazu einfallen
lupenrein 15.10.2009
Sparen, indem man zunächst einmal die Interessen der eigenen Bevölkerung verfolgen würde und nicht ständig die sog. internationelen, historischen und humanitären Verpflichtungen uferlos erweitern würde. Deutschland muss [...]
Sparen, indem man zunächst einmal die Interessen der eigenen Bevölkerung verfolgen würde und nicht ständig die sog. internationelen, historischen und humanitären Verpflichtungen uferlos erweitern würde. Deutschland muss endlich aufhören, weltweit den ersten Zahlmeister und Wohltäter zu spielen und das alles auf Pump. Nur ein Lump oder Gauner gibt ständig mehr Geld aus als er wirklich hat ujd gleichzeitig weiss, dass er es niemals mehr zurück zahlen kann.
Emil Peisker 15.10.2009
Allerdings erst, wenn der neue deutsche "Arbeiterführer" in Düsseldorf seine Landtagswahl gewonnen hat.:-))
Zitat von Rainer DaeschlerSparen, das ist die Kunst, den Pöbel den Gürtel enger schnallen zu lassen! Einigen hundert Sonnenkönigen unter der Reichtagskuppel wird da sicher noch was dazu einfallen
Allerdings erst, wenn der neue deutsche "Arbeiterführer" in Düsseldorf seine Landtagswahl gewonnen hat.:-))
stanis laus 15.10.2009
Sparen: Immer beim anderen, nie bei einem selbst. Damit wäre dieser ganze Thread abgehandelt. Nun könnte man noch ein wenig über den Gürtel des Herzogs räsonieren und über Dejavues einen Gruß vom Murmeltier ausrichten.
Sparen: Immer beim anderen, nie bei einem selbst. Damit wäre dieser ganze Thread abgehandelt. Nun könnte man noch ein wenig über den Gürtel des Herzogs räsonieren und über Dejavues einen Gruß vom Murmeltier ausrichten.
Phantom 15.10.2009
Schwarz-Gelb ist nicht in der Lage zu sparen, das deutet sich jetzt schon an: Bisher wurden nur Massnahmen getroffen, die Geld kosten. Es wird auf eine Erhöhung der Sozialbeiträge und mehr Schulden hinauslaufen.
Schwarz-Gelb ist nicht in der Lage zu sparen, das deutet sich jetzt schon an: Bisher wurden nur Massnahmen getroffen, die Geld kosten. Es wird auf eine Erhöhung der Sozialbeiträge und mehr Schulden hinauslaufen.
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Einnahmen der Bundesbank
Auf die Entwicklung ihres Gewinns hat die Bundesbank nur einen sehr begrenzten Einfluss. Die erste wichtige Ertragsquelle sind die staatlichen Gold- und Währungsreserven. Sie ist vom Preis für Gold ebenso abhängig wie von den Schwankungen an den Devisenmärkten und vom Zinsniveau in den Vereinigten Staaten. Die Bundesbank hält den größten Teil ihrer Währungsreserven als verzinsliche US-Wertpapiere. Die zweite große Einnahmequelle der Bundesbank ist ihr Anteil an der Refinanzierung der Banken in der Euro-Zone.






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