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Kritik am Koalitionsvertrag Ökonomen zerpflücken Steuerversprechen

Foto: SPIEGEL TV

6. Teil: Unternehmensteuer - Hilfe für den Mittelstand

Schwarz-Gelb stellt vor allem Steuererleichterungen für die Bürger in den Vordergrund. Die direkten Zugeständnisse, die die Regierung für die Unternehmen plant, hat der Ex-Kanzleramtschef und künftige Innenminister Thomas de Mazière (CDU) vor Abschluss des Koalitionsvertrags in internen Gesprächen bisweilen auf 1,5 Milliarden Euro taxiert. FDP-Chef Guido Westerwelle dagegen geht davon aus, dass es bis zu 2,5 Milliarden Euro werden.

Unter anderem wird die von der großen Koalition eingeführte Zinsschranke für Unternehmen ab Januar 2010 bei drei Millionen Euro verankert. Unternehmen gibt das mehr Planungssicherheit - sie können ihre Zinszahlungen für Schulden künftig dauerhaft bis zu diesem Betrag von der Steuer absetzen. Diese Regelung entlastet vor allem den Mittelstand. Denn Konzerne haben oft weit höhere Schulden.

IW-Ökonom Ralph Brügelmann geht die beschlossene Regelung daher nicht weit genug. Er fordert, die Zinsschranke "grundlegend zu überdenken". Tatsächlich sind viele Wirtschaftsexperten der Meinung, dass sie letztlich vielleicht ganz abgeschafft werden könnte. Ursprünglich sollte sie dazu dienen, dass Unternehmen kein Geld an ausländische Töchter überweisen, es sich von ihnen gegen Zinsen zurückleihen - und diese Zinsen dann in Deutschland von der Steuer absetzen. Die Verluste, die dem Staat durch solche Finanzkniffe entstehen, sind allerdings womöglich viel geringer als die Nachteile der jetzigen Regelung.

Als positiv bewertet Brügelmann die Neuregelung der sogenannten Verlustabzugsbeschränkungen, die sich ebenfalls im Koalitionsvertrag findet. Unternehmen können durch sie künftig verschuldete Firmen kaufen und ihre Verluste besser steuerlich absetzen. "Das steigert die Chance, dass sich für mehr strauchelnde Firmen eine privatwirtschaftliche Rettung finden lässt", sagt der Ökonom - "und somit seltener der Staat in Verlegenheit gerät, eventuell einzuspringen."

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insgesamt 1702 Beiträge
spitzbube 24.10.2009
Eines Tages muß die Zeche bezahlt werden. Ich bin nicht mehr der Jüngste, vielleicht trifft es mich ja nicht mehr. Aber die Jungen, die können einem schon leid tun! Warum nicht sparen? Am Wehretat z.B., schließlich sind wir [...]
Eines Tages muß die Zeche bezahlt werden. Ich bin nicht mehr der Jüngste, vielleicht trifft es mich ja nicht mehr. Aber die Jungen, die können einem schon leid tun! Warum nicht sparen? Am Wehretat z.B., schließlich sind wir nicht gerade von Feinden umgeben.
winfried ugi 24.10.2009
Diese Frage ist doch völlig überflüssig, da die FDP doch vor der Wahl den Zusammenhang genau erklärt hat: 1. Steuern um mindestens 35 Mrd € runter. 2. Durch die Steuerentlastung springt die Wirtschaft wieder an [...]
Zitat von sysopSteuergeschenke wurden vor der Wahl dem Wähler avisiert, jetzt sollen sie realisiert werden. Die Finanzierung solcher Genüsse freilich stößt auf Probleme. Soll der Staat die Steuern auf Pump senken?
Diese Frage ist doch völlig überflüssig, da die FDP doch vor der Wahl den Zusammenhang genau erklärt hat: 1. Steuern um mindestens 35 Mrd € runter. 2. Durch die Steuerentlastung springt die Wirtschaft wieder an (Leistungsträger leisten wieder und so..) 3. Durch die angesprungene Wirtschaft sprudeln die Steuern wieder und es kommt mehr herein als vorher. 4. Allen geht es viel besser als vorher und jeder kann sich seinen Strandurlaub wieder leisten, den die bösen Sozis etc. uns gestohlen hatten... Wahrscheinlich habe ich das alles falsch verstanden und die Ähnlichkeit mit der wundersamen Geldvermehrung durch die Finanzindustrie (Derivatisierung von Derivat-Derivaten) nicht gesehen.
Diagen 24.10.2009
Nein.
Zitat von sysopSoll der Staat die Steuern auf Pump senken?
Nein.
Palmstroem 24.10.2009
Die Frage ist absolut unlogisch. Man kann nur Ausgaben auf Pump machen. Und Einnahmen sind nun mal keine Ausgaben. Ja, es kann durchaus sein, daß geänderte Steuersätze sogar zu Mehreinnahmen führen, die aber nur dann weniger [...]
Zitat von sysopSteuergeschenke wurden vor der Wahl dem Wähler avisiert, jetzt sollen sie realisiert werden. Die Finanzierung solcher Genüsse freilich stößt auf Probleme. Soll der Staat die Steuern auf Pump senken?
Die Frage ist absolut unlogisch. Man kann nur Ausgaben auf Pump machen. Und Einnahmen sind nun mal keine Ausgaben. Ja, es kann durchaus sein, daß geänderte Steuersätze sogar zu Mehreinnahmen führen, die aber nur dann weniger Pump erforden, wenn die Ausgaben nicht weiter stärker steigen, als die Einnahmen.
frubi 24.10.2009
Ich bin Jahrgang 86 und mache mir eher Sorgen wie meine Kinder mal mit den Schulden umgehen werden. Die werden ja nicht weniger. Im Gegenteil. Die Schulden die meine Generation zu schultern hat ist nichts im Vergleich zu dem was [...]
Zitat von spitzbubeEines Tages muß die Zeche bezahlt werden. Ich bin nicht mehr der Jüngste, vielleicht trifft es mich ja nicht mehr. Aber die Jungen, die können einem schon leid tun! Warum nicht sparen? Am Wehretat z.B., schließlich sind wir nicht gerade von Feinden umgeben.
Ich bin Jahrgang 86 und mache mir eher Sorgen wie meine Kinder mal mit den Schulden umgehen werden. Die werden ja nicht weniger. Im Gegenteil. Die Schulden die meine Generation zu schultern hat ist nichts im Vergleich zu dem was die kommenden Generationen tragen müssen. Die Politiker müssen verdammt nochmal gesetzlich dazu verpflichtet werden keine neuen Schulden mehr machen zu dürfen. Was passiert denn, wenn wir neue Schulden für Wachstum ausgeben? Wer garantiert uns den Wachstum? Keiner. Mal eine ganz andere Frage: Bei wem haben wir überhaupt Schulden? Wo leihen wir uns das Geld? Aus einer Quelle oder aus vielen kleinen Quellen? Kann man das irgendwo nachlesen? Da bitte ich doch um eine private Nachricht. Zum Verteidigungsetat: Den könnten wir wirklich kürzen. Sollten wir aber, wie geplant, mehr Soldaten nach Afghanistan schicken und dazu noch eventuell schweres Gerät dann steigen die Aussgaben. Da haben wir Bürger leider keinen Einfluss drauf. Nur wir als Büger werden von der afghanischen Bevölkerung für den Einsatz verantwortlich gemacht bzw. Deutschland als Ganzes.
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