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Kritik an Klinikbetreibern: CDU-Politiker fordert Zweibettzimmer für alle

Die CDU geht auf Konfrontationskurs zu den Krankenhausverbänden. Der Gesundheitspolitiker Spahn verlangt, Vierbettzimmer in den Kliniken abzuschaffen - und die Zahl von Infektionen zu veröffentlichen. Auch Fachärzte sollen Kassenpatienten schneller und besser versorgen.

Krankenhaus: Abgeordneter fordert bessere Versorgung von Kassenpatienten Zur Großansicht
DPA

Krankenhaus: Abgeordneter fordert bessere Versorgung von Kassenpatienten

München - Die Union kümmert sich um die Kassenpatienten - das ist der Eindruck, den der Gesundheitspolitiker Jens Spahn vermitteln möchte. Der CDU-Abgeordnete verspricht in der "Süddeutschen Zeitung", die nächste Gesundheitsreform werde deutliche Verbesserungen für Patienten bringen.

So solle es in Krankenhäusern für gesetzlich Versicherte nur noch Zweibettzimmer geben. Dass sie häufig noch zu viert in einem Zimmer liegen müssten, werde "den Bedürfnissen der Menschen einfach nicht mehr gerecht". Das sei "etwa für einen Krebskranken eine ziemliche Zumutung".

In den vergangenen zehn Jahren sei die durchschnittliche Dauer von Klinikaufenthalten deutlich gesunken, sagt Spahn. Deshalb könnten die meisten Krankenhäuser "ohne Probleme auf Zweibettzimmer umstellen".

Wie er das anstellen will? Spahn spricht von Anreizen für die Klinikbetreiber. Im Klartext: Wer weiterhin auf Viertbettzimmer setze, bekomme weniger Geld.

Bislang ist es gang und gäbe, dass die Betreiber Zweibettzimmer für Privatpatienten blocken - weil deren Versicherungen dafür kräftige Aufschläge zahlen. Mit Blick auf die erwartbare Kritik von Krankenhausseite sagt Spahn, es gehe "nicht darum, wer am lautesten schreit".

Dabei verlangt der CDU-Mann noch mehr von den Kliniken: Sie sollen sich künftig verpflichten, die Zahl der durch Krankenhauskeime entstanden Infektionen zu veröffentlichen. Notwendig sei eine Art Keimregister mit einem allseits verständlichen Benotungssystem.

"Mehr als drei Wochen Wartezeit sind inakzeptabel"

Auch bei den niedergelassenen Medizinern müsse der Service deutlich besser werden, sagte der CDU-Politiker der "SZ". So sollten Fachärzte Termine mit ihren Patienten verbindlich absprechen - und sie nicht allzu lange warten lassen: "Mehr als zwei, drei Wochen Wartezeit sind inakzeptabel."

Die Versicherten müssten auch in anderen Bereichen vom geplanten Versorgungsgesetz profitieren, sagte Spahn. Kliniken und Ärzte hätten in den vergangenen zwei Jahren insgesamt 8,5 Milliarden Euro zusätzlich bekommen. "Das ist eine Riesensumme, und die muss sich jetzt in einer besseren Versorgung bemerkbar machen."

Erste Eckpunkte für die Gesundheitsreform sollen bis Ostern vorliegen. Interessant dürfte sein, was Gesundheitsminister Philipp Rösler (FDP) von dem Vorpreschen des Koalitionspartners hält.

cte/AFP

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insgesamt 121 Beiträge
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1. mehr service
nebenjobber 27.12.2010
angesichts der zig milliarden überschüße die jedes jahr in der gkv überbleiben, sind solche verbesserten leistungen ja wohl das mindeste. eigentlich müßte es sogar für einzelzimmer inkl. chefarzt reichen.....
2. Par ordre de Mufti....
dborrmann, 27.12.2010
Problem ist, wenn der Terminer für drei Wochen voll ist, können keine weiteren Termine mehr vergeben werden. Im Prinzip bedeutet der Vorschlag der CDU eine Aufdehnung der Wartezeit auf beliebig lange. Liebe, sehr dumme CDU, das ist wie mit Flugzeugen, mehr Paxe mitnehmen auf dem gleichen Flug geht nicht, dann hebt der Geier nicht ab. Euer Denkvermögen reicht auch nicht von hier bis gleich.
3. Ich
Hovac 27.12.2010
glaube ja eher das die mittlerweile vielerorts privaten Krankenhäuser eher der 2 Bettregelung zustimmen als das Sie Infektonszahlen veröffentlichen (überprüfbar). 4 Bett Zimmer sind aber wirklich ein Witz. Dabei geht es ja nur um reine m² Kosten, die sind wirklich lächerlich. Es geht ja nicht um Personal oder Gerätekosten. Was kosten die 12m² mit Nebenkosten schon?
4. das gleich problem
esopherah 27.12.2010
hier geht es ums gleiche problem, das uns in fast allen bereichen begegnet. Zu niedrige Löhne in Deutschland! Jeder artzt verdient an einem wochenende in UK mehr als bei uns im MONAT! Dadurch wurde unser gesamtes gesundheitssystem an den rand des zusammenbruchs getrieben. Das wegfallen der Zivis im Pflegebereicht gibt dem system nun den rest. Was wollen die hanseln denn da noch reformieren? Sinnvoll wäre nur eine abschaffung der privaten versicherung, aber dafür gibt es zuviele korrupte politiker. Wenn die politik tatsächlich was bei den keimen verbessern will, dann muss doch nur eine nachweispflicht der krankenhäuser her, dass keine krankenhaus infektion für ein leiden ursächlich ist/war. Falls doch müssen harte strafen und hohe schmerzensgelder her.
5. Porsche auf Rezept
Optimisten, 27.12.2010
Zitat von nebenjobberangesichts der zig milliarden überschüße die jedes jahr in der gkv überbleiben, sind solche verbesserten leistungen ja wohl das mindeste. eigentlich müßte es sogar für einzelzimmer inkl. chefarzt reichen.....
und jedem sein eigener Hausarzt Ich hätte doch noch mehr Wünsche. Da das fehlen eines eigenen PKWs auch krank machen kann, VW und bei größeren gesundheitlichen Problemen Porsche auf Rezpet ohne Zuzahlung. Liebe Frau Aigner, ich wähle sie dann auch!
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