276 Millionen Dollar Kuba will Staatsschulden mit Rum begleichen

276 Millionen Dollar schuldet Kuba Tschechien noch aus Zeiten des Kalten Kriegs. Jetzt macht die Regierung in Havanna ein Angebot: Sie will zahlen, allerdings mit Rum. Die Tschechen sind nicht begeistert.

Havana Club Rum
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Es sind ganz alte Schulden, die Kuba mit Tschechien verbinden: In der Zeit des Kalten Kriegs waren Kuba und die damalige Tschechoslowakei Teil des kommunistischen Blocks, das Wettrüsten war teuer. Bis heute steht Kuba bei der Tschechischen Republik mit 276 Millionen Dollar in der Kreide. Wirklich flüssig ist die Regierung in Havanna auch jetzt noch nicht, jedenfalls nicht mit Geld. Deshalb hat sie dem tschechischen Finanzministerium zufolge bei Gesprächen angeboten, ihre Schulden in Rum zu bezahlen.

Ministeriumssprecher Michal Zurovec sagte allerdings, man würde es bevorzugen, wenn die Kubaner ihre Rechnungen weiterhin mit Geld zahlen würden, wenigstens teilweise. Tschechien gilt gemeinhin eher als Nation der Biertrinker mit berühmten Marken wie Pilsner Urquell, Budweiser oder Staropramen. Sollte die Regierung aber auf das Angebot eingehen, hätte das Land vermutlich genug Rum für mehr als hundert Jahre. Dem tschechischen Statistikamt zufolge hat das Land im vergangenen Jahr lediglich Rum im Wert von gut zwei Millionen Dollar importiert.

Bei den Verhandlungen über die Schuldenrückzahlung hatte Tschechien noch eine andere Möglichkeit ins Spiel gebracht: Kuba könne auch mit Medikamenten bezahlen. Der Haken: Kubanische Medikamente sind in der Europäischen Union nicht zugelassen - Rum dagegen schon, wenn auch nicht als Medizin.

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Für die Regierung in Prag ist die Rumzahlung nicht das erste Angebot dieser Art. Auch Nordkorea hatte vor wenigen Jahren ein ähnliches Geschäft vorgeschlagen. Die Regierung des abgeschotteten kommunistischen Landes wollte ihre Kriegsschulden in Höhe von zehn Millionen Dollar mit Ginseng-Produkten abtragen.

nck/AP



insgesamt 27 Beiträge
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hasimen 16.12.2016
1. Prost ...
... subversiv die Tschechische Republik besoffen machen, alkoholabhängig ... so kann man auch die sozialistischen Werte verbreiten, PROST ! Die Auswirkungen alle wieder trocken zu legen bezahlt ja sowieso die EU. Genial.
ReinhardZiegler 16.12.2016
2. Warum nicht Rum ?
Rum waere den Tschechien sicherlich lieber als kubanische Pesos und Mojito moegen die tschechischen Biertrinker/-innen auch gerne . Ausserdem ist Alkohol das beste Mittel zur Voelkerverstaendigung. P.S. Aber da koennte Ivana Trump ja gut vermitteln.
jschm 16.12.2016
3. Barter
Warum kein Tauschgeschäft wie es in Südamerika recht geläufig ist? Kuba verkauft den Rum und tritt die Forderung daraus an Tschechien ab. Vorteil: Tschechien bekommt Geld, Kuba ist seine Schulden los und irgendjemand kann sich richtig abfüllen lassen.
signore 16.12.2016
4. Die Tschechen...
...könnten das Zeug doch verkaufen. 200 Mio Euro...bei einem Preis von ca. 20 Euro pro Flasche wären das 10 Mio Flaschen, die den europäischen Rum-Markt aufrollen und private Importeure aus den Markt drücken würden. Auf diese Art würde ein staatliches Rum-Monopol in der EU entstehen. Ich wusste doch, dass der Kommunismus irgendwann siegen würde. Prost!
joG 16.12.2016
5. Wir haben früher...
.....mit Ländern oft Barter Arrangements verhandelt wo das Land ein nur primitives Finanzsystem hatte. Das funktioniert sehr gut bei einzelnen Zahlungen und Zahlungsströmen. Als Basis eines Außenhandels ist es allerdings eine Warnleuchte, wenn eine Regierung zu diesem Mittel greifen muss.
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