Töten männlicher Tiere Agrarminister Schmidt verteidigt Kükenschreddern

Die Massentötung männlicher Küken ist nach Ansicht von Agrarminister Christian Schmidt aktuell nicht zu verhindern. Sein Argument: Wenn Deutschland das Schreddern verbietet, wird es im Ausland gemacht.

Männliche Küken auf einem Biohof
DPA

Männliche Küken auf einem Biohof


Mit Kampagnen haben Tierschützer auf das millionenfache Töten männlicher Küken in Deutschland aufmerksam gemacht. Trotz öffentlicher Empörung hat die Bundesregierung das Schreddern weiter erlaubt. Agrarminister Christian Schmidt verteidigte nun diese Entscheidung.

Wer keine Alternativlösung anbieten könne, argumentiere unehrlich, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. "Bei einem Verbot würden die Brütereien in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern", argumentierte er. Dort würden Küken aber ebenfalls geschreddert.

Schmidt zeigte sich immerhin zuversichtlich, dass die Entwicklung eines wissenschaftlichen Verfahrens das Töten noch dieses Jahr überflüssig macht. Ziel ist es, das Geschlecht vor dem Ausbrüten zu erkennen, so dass männliche Küken erst gar nicht schlüpfen. In einem Laborversuch des Forschungsverbunds Leipzig/Dresden funktioniere dieses Verfahren bereits, sagte der Minister. "Ich erwarte, dass wir noch in diesem Jahr die Anwendungsreife für das Verfahren im Massenbetrieb erreichen." Sobald die Technik zur Verfügung stehe, greife das Tierschutzgesetz, wonach kein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet werden darf. "Das Schreddern ist dann vorbei", sagte Schmidt.

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland schätzungsweise 48 Millionen männliche Küken massenhaft getötet, weil sie keine Eier legen und nicht genug Fleisch ansetzen. Trotz Kritik und Verbotsforderungen der Opposition hatten CDU/CSU und SPD im Bundestag Mitte März gegen ein Tötungsverbot gestimmt.

mmq/dpa

insgesamt 396 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
stockfisch1946 31.03.2016
1. besser wäre das schon
wir würden uns nicht als die Krone der Schöpfung sehen. Eigentlich nicht zu fassen, was Menschen so einfällt. Leben schreddern. Und dann noch die dummen Ausreden die man in der Politik "Argumente" nennt.
Plasmabruzzler 31.03.2016
2. Argumentation
"Bei einem Verbot würden die Brütereien in Deutschland schließen und ins Ausland abwandern". Was ist denn das bitteschön für eine absurde Argumentation? Dann lasst uns schnell Berufsgenossenschaften abschaffen, Normen über Bord werfen und den Arbeitsschutz beschneiden, sonst hauen uns die Betriebe, die bspw. mit giftigen Stoffen arbeiten, auch ab ins Ausland.
grommeck 31.03.2016
3. Was die Wirtschaft will - wird gemacht, Basta!
Nichts wird sich ändern im Bereich Ethik und Moral der Menschen - Nichts! Also behelligen Sie uns nicht mit Ihrem sinnfreien Geschwafel liebe Politiker, denn nichts scheint überflüssiger zu sein als Ihr.
hassowa 31.03.2016
4. Schmidt hat Recht
Es geht nicht nur um Küken. Als nächstes dürfen keine Schweine mehr geschlachtet werden und dann sind die Rinder dran. Diese Initiative gehen auf militante Tierschützer zurück, die keine Rücksicht auf Menschen nehmen. Diese Leute sind generell gegen die Massentierhaltung und das Schreddern von männlichen Küken nur ein Hebel dafür, um diese zu bekämpfen.
michael76 31.03.2016
5. Wann?
Wichtig wäre schon, dass der automatische Prozess das Geschlecht noch im ersten Trimester erkennt.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.