Multimilliardärin L'Oréal-Erbin Liliane Bettencourt ist tot

Sie galt als reichste Frau der Welt und stand im Zentrum einer Affäre um Frankreichs Ex-Präsident Sarkozy. Jetzt ist Liliane Bettencourt, Erbin des Kosmetikkonzerns L'Oréal, im Alter von 94 Jahren gestorben.

Liliane Bettencourt im Jahr 2012
AP

Liliane Bettencourt im Jahr 2012


Liliane Bettencourt ist tot. Die Erbin des Kosmetikkonzerns L'Oréal sei im Alter von 94 Jahren gestorben, teilte ihre Tochter am Donnerstag mit. Die Multimilliardärin starb demnach "friedlich" zu Hause.

Mit einem geschätzten Vermögen von 36 Milliarden US-Dollar war Bettencourt die reichste Frau und der elftreichste Mensch der Welt. Die lebenslustige Erbin stand jahrelange im Mittelpunkt von Affären, die in Frankreich viele Schlagzeilen machten. Lange hielt sich der Verdacht, dass aus ihrem Haus illegale Wahlkampfspenden in die Politik geflossen sein könnten - auch an den früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy.

Erst im Mai war Bettencourts langjähriger Vertrauter François-Marie Banier zu drei Jahren Haft verurteilt worden. Sechs Monate davon setzte das Gericht in Bordeaux zur Bewährung aus. Der Jetset-Fotograf soll eine Demenzerkrankung von Bettencourt für sich ausgenutzt haben. Sie stand seit 2011 unter Vormundschaft ihres Enkels.

Den frühere Wahlkampfmanager von Sarkozy, Eric Woerth, hatte das Gericht hingegen freigesprochen. Ihm war vorgeworfen worden, Schwarzgeld für Sarkozys Wahlkampf 2007 angenommen zu haben.

Angesichts der vielen Affären waren Bettencourts Verdienste in den Hintergrund gerückt. Dazu gehört die 1987 gegründete Stiftung Bettencourt Schueller, die Wissenschafts- und Kulturprojekte fördert, aber vor allem ihr Einsatz für den Kosmetikkonzern. Bettencourt war Tochter des Gründers von L'Oréal, Eugène Schueller.

dab/dpa



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