Landesbank-Affäre Sachsen-LB-Chefs setzten auf hochspekulative Anlagen

Die Millionenforderungen des Freistaats Sachsen gegen ehemalige Vorstände der Landesbank stützen sich auf einen besonders krassen Fall der Kapitalvernichtung. Nach SPIEGEL-Informationen investierten die Banker in Fonds, deren Ausfallrisiko bekannt war.

Sachsen Bank (ehemals Sachsen LB): Land fordert Millionen-Schadensersatz
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Sachsen Bank (ehemals Sachsen LB): Land fordert Millionen-Schadensersatz


Die Manager der einstigen Sachsen LB haben offenbar bewusst mit hochriskante Anlagen gezockt: In der Klageschrift der vom Land Sachsen beauftragen Kanzlei Latham & Watkins wird exemplarisch die Investition in den Fonds "Synapse High Grade ABS Fund No. 1 plc" angegriffen.

Der Fonds sei bereits im Verkaufsprospekt als "hochspekulatives Produkt" beschrieben worden, stets habe "der Totalverlust des investierten Kapitals gedroht". Das Verlustrisiko, schreiben die Anwälte, sei letztlich höher gewesen, "als wenn die Sachsen LB am Roulettetisch 200 Millionen Euro auf Rot oder Schwarz gesetzt hätte".

Im März 2007 hätten die Staatsbanker trotz Warnung der Bundesbank 200 Millionen Euro in den Fonds investiert, sechs Monate später habe der Markt 190 Millionen vernichtet. Kurz darauf drohte der Staatsbank die Insolvenz.

Den Bankern wird vorgeworfen, keine Zustimmung des Kreditausschusses eingeholt und den Geschäftsbereich Strategic Investment "mangelhaft organisiert" zu haben. Insgesamt fordert Sachsen von acht ehemaligen Vorständen Millionensummen an Schadensersatz.

Noch immer sitzt der Freistaat laut Klageschrift auf 396 toxischen Papieren, das Ausfallrisiko wird von Wirtschaftsprüfern im Moment zwischen 0,9 und 3,2 Milliarden Euro geschätzt.



insgesamt 4 Beiträge
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ellereller 23.12.2010
1. Warum werden dann nur 60 Mio eingeklagt?
Wenn das Investment von 200 Mio Euro mit dem Risiko eines Totalverlustes knapp über 51,35 Prozent (=Verlustrisiko des Setzens auf Rot beim Roulette) nicht eingegangen werden durfte (mir erscheint das plausibel, aber ich kenne die Vorgaben der SachsenLB nicht), frage ich mich, warum die Bank die Vorstände nur auf 60 Mio verklagt und nicht auf 190 Mio.
geroi.truda 23.12.2010
2. Bizarr
Der Satz mit dem Totalverlust steht in jedem einzelnen der auf der Homepage der BaFin veröffentlichten Wertpapierprospekte - alles andere wäre aus der Sicht der Prospektverantwortlichen ein massiver Kunstfehler, weil man für den Fall der Fälle nicht vorgesagt hätte. Er besagt für die Wahrscheinlichkeit des Verlusteintritts überhaupt nichts.
RaMaDa 23.12.2010
3. Privat haften.
Diese Verbrecher in Nadelstreifen sollten zu 100% privat hafen, genau wie jeder Unternehmern und Bürger diesen Landes, dann würde Vorsicht groß geschrieben und nicht Gier.
weltbetrachter 23.12.2010
4. mehr noch ... !!!
Und solche Leute haben auch noch BONI für besonders gute Arbeit bekommen !!! Da fällt mir nichts mehr zu ein. Die Justiz muß sich derer sehr sehr sehr gründlich annehmen.
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